Die Breitwiesenschule in Hochdorf soll ausgebaut werden. Die Kosten steigen auf geschätzt 4,2 Millionen Euro. Eine Million mehr als ursprünglich angenommen.

Bis September 2027 soll der sogenannte Pavillon der Breitwiesenschule in Hochdorf erweitert und modernisiert sein. Die Bauarbeiten sollen planmäßig im März 2026 beginnen. „Es ist ein sportlicher Zeitplan, aber wir gehen davon aus, dass wir es schaffen können“, sagt Hochdorfs Bürgermeister Gerhard Kuttler.

 

Anfang 2024 hatte die Gemeindeverwaltung eine Machbarkeitsstudie für die Erweiterung in Auftrag gegeben. Denn in Hochdorf steigen die Schülerzahlen und der Bedarf an Plätzen in der flexiblen Schulkindbetreuung wächst. Ebenso habe man den Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung für Kinder im Grundschulalter ab 2026 im Hinterkopf, erklärt Kuttler: „Wir gehen nicht gleich davon aus, dass aufgrund des Anspruchs die Belegungszahlen in unserer Schulkindbetreuung sprunghaft ansteigen, aber man muss dafür gewappnet sein.“

Es soll jetzt nur noch der Keller des alten Gebäudes erhalten werden

Um mehr Raum im Schulgebäude selbst zu schaffen, wird die Kinder- und Jugendbücherei vom Westflügel in den Pavillon umziehen. Die Betreuung, die bereits teilweise Räume im Pavillon nutzt, werde künftig nur noch dort stattfinden, erklärt Kuttler. Dadurch würde im Schulgebäude selbst Platz für zusätzliche Klassenräume geschaffen.

Im Gemeinderat stellte das Kirchheimer Büro Bankwitz den aktuellen Planungsstand vor. Anders als noch in der ersten Machbarkeitsstudie soll jetzt nur noch der Keller des alten Gebäudes erhalten werden. „Davor war der Plan, dass die Wände des Erdgeschosses weitgehend stehenbleiben“, so Kuttler. Man sei nun allerdings zum Ergebnis gekommen, dass dies nicht wirtschaftlich wäre. Deshalb sollen Erd- und Obergeschoss in Holzbauweise neu errichtet werden.

Zudem soll die Jugendbücherei einen getrennten Eingang bekommen. „Das hat zur Folge, dass für die Bücherei auch eine eigene Toilette eingerichtet wird“, sagt Kuttler. Zwar gebe es eine klare Abtrennung von den Räumen der Schulkindbetreuung, durch die unmittelbare Nähe sei aber die Aufsichtspflicht nach wie vor gut einhaltbar. Auch beim Brandschutz wurde nachjustiert. Der Aufzug befindet sich nun im Treppenhausblock und wäre so im Brandfall abtrennbar. Obwohl das Gebäude über keine Klimaanlage im eigentlichen Sinne verfügen werde, erhofft sich die Verwaltung durch die an eine Wärmepumpe angeschlossene Fußbodenheizung und windresistente Außenjalousien einen kühlenden Effekt im Sommer.

Nach der ersten Machbarkeitsstudie war die Verwaltung von etwa 3,24 Millionen Euro ausgegangen. Die Kostenschätzung nach Abschluss der Feinplanung liegt nun deutlich höher. Derzeit gehen Architekten und Verwaltung von circa 4,25 Millionen Euro Kosten aus.

Die Gemeinde hofft auf zwei Millionen Euro Förderung durch das Land

Für das Projekt stehen knapp zwei Millionen Euro an Fördermitteln durch das Land in Aussicht. Der Haken: „Bislang haben wir nur ein mündliches Okay. Wir warten leider immer noch auf einen Bescheid“, erklärt Kuttler. Wann genau Hochdorf die Förderung erhalten werde, sei noch nicht absehbar. Dennoch sei die Verwaltung zuversichtlich, die beantragten Fördermittel zu erhalten.

Aufgrund der gestiegenen Kosten wolle die Gemeinde zudem im kommenden Jahr Fördermittel aus dem Ausgleichsstock des Landes beantragen, so Hauptamtsleiterin Dörthe Wimmer. Nachdem der Gemeinderat dem Entwurfsplan zustimmte, soll nun zeitnah die Bauvorlage eingereicht werden.