Die Kompass 4-Tests, die über den Übergang ans Gymnasium und die übrigen weiterführenden Schulen entscheiden, sind laut den Angaben des Kultusministeriums in diesem Jahr wesentlich ausgewogener ausgefallen als im Vorjahr. Wenn die Übergangszahlen an die Gymnasien als mit Abstand beliebteste weiterführende Schulart im Land stabil bleiben sollen, sind allerdings erneut viele Viertklässler auf eine positive Gesamtwürdigung durch ihre Lehrer angewiesen. Allein das Abschneiden im Kompass-4-Test reicht bei vielen für den Besuch ihrer Wunschschulart nicht.
Jeder vierte Viertklässler auf Gymnasialniveau
Laut einer Mitteilung des Kultusministeriums haben in Mathematik 26 Prozent in dem Test, den alle Viertklässler Mitte November absolvieren mussten, ein gymnasiales Leistungsniveau gezeigt; in Deutsch waren es 28 Prozent. In der Gesamtbewertung beider Fächer erreichte jeder vierte Schüler das sogenannte „erweiterte Niveau“. Zum Vergleich: Im Vorjahr rechneten im Kompass 4-Mathematik-Test 86 Prozent der getesteten Viertklässler lediglich auf grundlegende Niveau, was zu einer Empfehlung zum Besuch einer Haupt-, Gemeinschafts- oder Realschule führt.
Die Panne im Mathe-Test führte zu massiver Unzufriedenheit bei Eltern, Lehrkräften und auch bei Kultusministerin Theresa Schopper. Sie ordnete für den aktuellen Prüfungsjahrgang eine Überarbeitung der Tests an.
Überarbeitung der Tests trägt Früchte
Die Konzentration auf eine einfacher Sprache und eine bessere Taktung zwischen der Zahl der Aufgaben und der zur Verfügung stehenden Zeit hat sich offenbar ausgezahlt. Dennoch wechseln auch im Vergleich mit den aktuellen Kompass 4-Ergebnissen wesentlich mehr baden-württembergische Schüler nach der vierten Klasse an ein Gymnasium. Im Schuljahr 2024/2025 waren das 41,8 Prozent. Den vorläufigen Höhepunkt erreichte der Sog ans Gymnasium im Schuljahr 2022/2023 mit genau 45 Prozent.
Schopper: Lehrer-Rückmeldung zählt am meisten
In Mathematik erreichten vierzig Prozent der Viertklässler ein Ergebnis auf mittlerem Niveau, in Deutsch waren es 41 Prozent; über beide Disziplinen hinweg erreichten 43 Prozent der getesteten Viertklässler ein mittleres Leistungsniveau. Ein Ergebnis auf grundlegendem Niveau erzielten 34 Prozent der Schüler in Mathe und 31 Prozent in Deutsch.
Ergebnisse und Rückmeldungen zeigten, „dass die weiterentwickelte Testkonzeption gelungen ist“, teilte Schopper mit. Kompass 4 sei ein geeignet, „eine unabhängige Rückmeldung zum jeweiligen Leistungsstand eines Kindes“ zu vermitteln. Das könne bei der Wahl der weiterführenden Schule helfen, ergänzte Schopper. Allerdings habe weiter die Rückmeldung der Lehrkräfte „die stärkste Aussagekraft“.