Inge Zinsser plant für ihren jüngst erschienenen Schwaben-Krimi bereits wieder Lesungen. Foto: privat
Inge Zinsser schickt in ihrem letzten Schwaben-Krimi den Kommissar Zondler in den Ruhestand. Der hat blutrünstige Todesfälle in ihrem Heimatort Hochdorf (Kreis Esslingen) zu lösen.
In ihrem sechsten und letzten Hochdorf-Krimi „Der Fall des Stalkers“ schickt Autorin Inge Zinsser Kommissar Zondler aus der Reihe ihrer bodenständigen Schwabenkrimis in den Ruhestand, aber warum eigentlich?
„Also der Zondler konnte ja noch nie Blut sehen“, erklärt Inge Zinsser geduldig und deshalb habe er bei seinem letzten Fall beschlossen, vorzeitig in den Ruhestand zu gehen. Der rettende Gedanke sei ihm gekommen, als er in Hochdorf zu einem blutrünstigen Leichenfund gerufen wurde. Bereits im Frühjahr hatte die Hochdorfer Autorin angekündet: Wenn der sechste Zondler im Herbst auf den Markt kommen wird, soll es mit dem Morden, das in ihren Büchern eher zufällig passiere, auch mal gut sein.
Als ob der Kommissar wirklich im Kreis Esslingen leben würde
Mit Band Nummer sechs endet also tatsächlich die facettenreiche Geschichte mit dem behäbigen und leicht übergewichtigen Kommissar Peter Zondler, von dem seine Schöpferin sagt, er wohne in ihrer Wahrnehmung bereits so real in Hochdorf, da müsste er eigentlich längst Grundsteuer zahlen.
Tatsächlich hat sich Zondler in den vergangenen Bänden für Hochdorf als Wohnort entschieden und dort ein altes Haus gekauft. Und weil Realität und Fiktion manchmal ganz nah beieinander liegen, passiert im letzten Band auch noch ein zweiter Mord im sonst eher beschaulichen Hochdorf und das hat mit dem dortigen Obst- und Gartenbauverein (OGV) zu tun.
Der neueste Fall von Kommissar Peter Zondler. Foto: privat
Inge Zinsser erzählt, wie sie beim Warten auf die gute Bratwurst vom OGV aus dessen Reihen von jemand auf dem Martinimarkt gefragt wurde, ob sie nicht auch mal einen Fall in Hochdorf passieren lassen wolle. Gesagt, getan.
Das Hochwasser in Hochdorf spielt im Krimi eine traurige Rolle
Auch das leidige Hochdorfer Thema Hochwasser spiele im neuen Zondler-Krimi eine traurige Rolle. Überhaupt gehe es in diesem Krimi etwas härter und spannender zu als gewohnt, kündigt die Autorin an, Details mag sie aber keine verraten. Nur so viel: Der Titel „Der Fall des Stalkers“ könne zum Nachdenken anregen.
Außerdem gebe es diesmal mehrere Akteure im Buch mit Hochdorfer Bezügen, sie sage zum Beispiel nur „Lottolädle“. Einen Kommissar Peter Zondler habe sie übrigens tatsächlich kennengelernt. Eines Tages habe dieser Namensvetter Inge Zinsser angerufen und erzählt, dass er Kriminalist im Ruhestand sei – und die Autorin war verblüfft.
Dorfleben im Kreis Esslingen hat die Autorin inspiriert
Jetzt sei aber erst mal Durchschnaufen und eine Schreibpause angesagt, berichtet die Hochdorfer Autorin, die sich auf Gartenarbeit, Ausflüge, lesen und Zeit mit ihrer Familie freut. In den vergangenen Jahren habe sie viel Zeit mit dem Schreiben verbracht und mit „Sommerträume im kleinen Seelencafé“ zuletzt im Frühjahr 2025 einen Band mit einer romantischen Geschichte vorgelegt, in der ein verliebter Vikar eine maßgebliche Rolle hat.
Ähnlich wie im Zondler-Krimi spielt auch in der Miniserie ums kleine Seelencafé der Dorffriedhof eine wichtige Rolle. Was kein kein Wunder ist, hat doch Ehemann Thomas viele Jahre lang Gräber ausgebaggert und so ist Inge Zinßer mit den Besonderheiten des lokalen Friedhofswesens bestens vertraut.
Mit diesem Roman und seinem Vorgänger „Das kleine Seelencafé“ möchte Inge Zinsser die kleine Serie abschließen. „Zwei Bücher in einem Jahr, das ist zu viel“, meint Zinsser außerdem, die weniger das Schreiben, sondern die Arbeit mit dem Lektorat als ermüdend erlebt.
Ob der nächste Roman im Kreis Esslingen spielt, wird nicht verraten
Tatsächlich treibt sie bereits seit einiger Zeit eine weitere, ganz andere Romanidee um, räumt Zinsser ein. Diesmal solle das Buch aber dicker werden und benötige deshalb viel Zeit für die Recherche. „Ich beiß dran rum, denn es soll ja alles stimmen“, bekennt die Hochdorferin ein wenig schelmisch, der nachts häufig die besten Sätze einfallen, wie sie unlängst erzählte.
Ihren letzten Krimi möchte Inge Zinsser wie gewohnt wieder bei einer Lesung in Babsis S’Cafele in Hochdorf vorstellen. Der Termin ist noch nicht fix, aber es soll irgendwann im Oktober sein, erklärte die rührige Autorin.
Info: „Der Fall des Stalkers“, Preis 13 Euro, erschienen bei Oertel-Spörer.