Der Taycan ist ein vollelektrischer Luxussportwagen, dessen Absatz nach jahrelangem Erfolg nun schwächelt. Foto: imago/ingimage
Der Absatz des vollelektrischen Supersportwagens Taycan schwächelt. Nun zieht Porsche die Konsequenz und stellt die Produktion auf den Einschicht-Betrieb um. Was das für die Beschäftigten bedeutet.
Der Stuttgarter Autohersteller Porsche reagiert mit einer veränderten Organisation der Produktion auf den schwachen Absatz des Elektro-Supersportwagens Taycan. Nach Informationen unserer Zeitung haben sich Unternehmensleitung und Betriebsrat darauf verständigt, das in Zuffenhausen gebaute Modell nur noch in einer Schicht pro Tag zu fertigen. Demnach soll die neue Organisation nach dem Betriebsurlaub in Kraft treten, der vom 29. Juli bis 20. August dauert.
Die Verkaufszahlen des E-Autos geraten derzeit aus drei Gründen gleichzeitig unter Druck. Zum einen ist eine Neuauflage des Modells mit einer deutlichen technologischen Aufwertung geplant, was die Nachfrage vorübergehend senkt. Zum anderen leiden die Verkaufszahlen unter der allgemeinen Nachfrageschwäche bei Elektroautos sowie an dem geringen Interesse des riesigen chinesischen Markts an luxuriösen E-Autos. Zugleich erklärte Porsche, den Absatz nicht durch hohe Rabatte anheizen zu wollen, die dem Ruf als Luxusmarke abträglich wären.
Der Porsche Taycan wird im Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen produziert. Foto: dpa/Marijan Murat
Der Taycan war bisher das einzige reine Elektromodell von Porsche und trug zuletzt mit einem Absatz von 40 000 Fahrzeugen rund ein Achtel zu den Gesamtverkäufen bei.
China fremdelt mit Luxus-E-Autos
Ähnliche Probleme wie Porsche hat auch Mercedes mit seinem vollelektrischen Spitzenmodell EQS. Auch dort schwächelt der Absatz – nicht zuletzt in China, wo man sich aufgrund des hohen Elektroanteils gute Chancen ausgerechnet hatte. Die Käufer von Luxusfahrzeugen sind dort aber wesentlich konservativer als die von Autos für den Massenmarkt und greifen vor allem zu Verbrennerfahrzeugen. Dass inzwischen weltweit fast zwei Drittel aller E-Autos in China verkauft werden, liegt am stark wachsenden E-Anteil auf dem dortigen Massenmarkt.
Auf die Arbeitsplätze der Stammbeschäftigten soll die Kürzung der Taycan-Fertigung keine Auswirkungen haben. Beschäftigte, die für dieses Modell nicht mehr benötigt werden, sollen für andere Baureihen eingesetzt werden. Vier der sechs Baureihen werden derzeit erneuert, das belastet den Absatz. Bei den Nachfolgemodellen setzt Porsche auf anziehende Verkaufszahlen.
Porsche wollte die Informationen zu den Veränderungen bei der Taycan-Produktion nicht kommentieren.