Schweiz Im Herbst ein Genuss: die edle Frucht aus Graubünden

Das unberührte Tal Bergell in der Schweiz bietet nicht nur ein traumhaftes Panorama, sondern auch Kulinarik. Denn im Herbst dreht sich hier alles um die Edelkastanie.

Kastanien aus dem Bergell in Graubünden sind eine wahre Delikatesse. Foto: Schweiz Tourismus 4 Bilder
Kastanien aus dem Bergell in Graubünden sind eine wahre Delikatesse. Foto: Schweiz Tourismus
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Stuttgart - Die süße Frucht gedeiht im sonnigen Gebirgstal besonders gut und wird regional zu einheimischen Spezialitäten verarbeitet. Auf geht's zu einer Herbstwanderung durch das idyllische Südtal, dem Weg der Kastanie vom Baum zum fertigen Produkt folgend.

Bergell

Vom Malojapass schlängelt sich die Strasse runter ins Bergell. Das Tal erstreckt sich bis nach Chiavenna in Italien. Heute besteht es aus vielen Dörfchen, die sich zu einer einzigen politischen Gemeinde mit rund 1500 Einwohnern zusammengeschlossen haben: Bregaglia. Die Amtssprache ist Italienisch.

Kleines Tal, große kulturelle Vielfalt

Eine einzige Straße führt, begleitet vom Fluss Mera, durch das Bergell – im einheimischen Dialekt Val Bargaia genannt. Der Dialekt entstammt dem Lombardischen und Romanischen und wird neben Italienisch am häufigsten gesprochen. Eine Eigenart des Tals, das mit weiteren kulturellen Besonderheiten aufwartet: Das Gebirgstal ist nicht nur die Heimat der Künstlerfamilie Giacometti, auch der Maler Giovanni Segantini erklärte Soglio in den Wintermonaten zu seiner Wahlheimat. Im kleinen Soglio hat auch das bekannte Bündner Adelsgeschlecht "von Salis" seinen Ursprung. 

Zu Besuch im größten europäischen Kastanienwald

Hier beginnt die Reise der Edelkastanie, die einst von den Römern ins Bergell gebracht wurde. Zwischen den Dörfern Soglio, Bondo und Castasegna befinden sich die größten Kastanienhaine Europas – sie gedeihen dank der zahlreichen Sonnentage im Bündner Südtal. Die Kastanie galt früher als krisenfestes Nahrungsmittel, da sie für eine vitaminreiche Ernährung sorgt und ihr Mehl über mehrere Jahre haltbar ist. Ihr wird zudem nachgesagt, dass sie das Immunsystem stärkt. 

Giacomo Waltenspühl und Pedarneir

Giacomo Waltenspühl führt seinen Biohof Pedarneir und bewirtschaftet eigene Kastanienbäume. Nachdem die gereiften Kastanien vom Baum gefallen sind, trennt er die schönen von den faulen. Die auserwählten Kastanien werden teilweise frisch verkauft oder für drei bis vier Wochen nach traditioneller Bergeller Art in sogenannten "Cascine" geräuchert. Während dieser Zeit bewegen sich die Rauchschwaden mystisch durch das Tal. 


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