Schwimmen Von der Bezirksliga bis in die 1. Bundesliga – SV Cannstatt steigt auf

Das Erfolgsteam des SV Cannstatt (von links): Simon Schumacher, Marc Sauer, Tom Thalau, Ben Vester, Nils Thomas, Alexander Altergott, Jan Schmidt, Mattia Nardi, Subäjr Biltaev, Artur Altergott Foto: SV Cannstatt

Vor wenigen Jahren ganz unten gestartet, haben es die Schwimmer des SV Cannstatt nun in die höchste deutsche Klasse geschafft. Der Trainer sieht einen klaren Grund für den Erfolg.

Volontäre: Valentin Schwarz (vas)

Schwimmen, das ist nicht nur etwas für Einzelkämpfer, sondern auch für Teamplayer. Und wenn es auf die Mannschaftsleistung ankommt, dann gehören die Männer des SV Cannstatt inzwischen zur absoluten Elite des Landes. Nun hat sich der Verein aus dem Stuttgarter Stadtbezirk bei den deutschen Mannschaftsmeisterschaften in Nürnberg den Aufstieg in die 1. Bundesliga gesichert. „Wir sehen, dass sich unsere gute Arbeit der vergangenen Jahre auszahlt“, kommentiert der Trainer Nikolai Schmidt den Erfolg.

 

Der 45-Jährige übernahm 2016 das Männerteam. Nach der Corona-Pause fand sich unter seine Leitung eine Truppe zusammen, die sich Jahr für Jahr verbesserte. Angefangen in der untersten Klasse, der Bezirksliga, schwammen sich Schmidts Jungs über die Landes- und die Verbandsliga hinauf bis in die 2. Bundesliga Süd. Und nun also der Höhepunkt dieser Entwicklung.

SV Cannstatt setzt auf Eigengewächse

Im Mannschaftsbereich des Schwimmens findet einmal jährlich ein Wettbewerb statt, bei dem alle Teams einer Liga zweimal auf allen olympischen Strecken an den Start gehen. Für die einzelnen Ergebnisse erhalten sie Tabellenpunkte. Beim diesjährigen Wettkampf der 2. Bundesliga Süd landete der SV Cannstatt zwar hinter dem Gastgeber 1. FC Nürnberg „nur“ auf Platz zwei. Dennoch reichte es für den Aufstieg, weil die Stuttgarter insgesamt mehr Zähler holten als die beiden Erstplatzierten der Parallelstaffeln Nord und West. Unabhängig von der Staffelzugehörigkeit steigen die beiden punktbesten Vereine auf.

„Unsere Mannschaft hat eine tolle Leistung abgeliefert“, sagt Schmidt über den Wettkampf. Der Hauptgrund für den Erfolg ist aus seiner Sicht aber vor allem die strategische Ausrichtung in Cannstatt. Der Schwimmverein setzt auf Nachwuchsarbeit und langfristige Strukturen. So verwundert es nicht, dass das Aufstiegsteam ausschließlich aus Eigengewächsen besteht. Beteiligt waren Marc Sauer, Ben Vester, Tom Thalau, Simon Schumacher, Mattia Nardi, Thomas Nils, der Trainersohn Jan Schmidt, die Brüder Alexander und Artur Altergott sowie das Ausnahmetalent Subäjr Biltaev. Das Erreichte sei unter diesen Umständen umso höher einzustufen, sagt Nikolai Schmidt. Denn: „Andere Vereine kaufen sich internationale Sportler für die Wettkämpfe ein.“

SV Cannstatt trifft auf Olympia-Stützpunkte

Eine lange Anreise haben inzwischen aber auch vier der Cannstatter Athleten, die mit einem Sport-Stipendium zum Studieren in die USA gezogen sind – keine Seltenheit im Leistungsbereich. Dies zeigt ebenso wie zuletzt mehrere Medaillen bei den deutschen Einzel-Meisterschaften, dass der SV Cannstatt Spitzenschwimmer hervorbringt. Mit Prognosen für die 1. Bundesliga ist Schmidt dennoch vorsichtig. Dort trifft der Neckarclub im kommenden Jahr unter anderem auf Olympia-Stützpunkte wie Berlin und Magdeburg. „Da werden wir sehen, ob wir auf dem höchsten Niveau mithalten können“, sagt der Cannstatter Coach.

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