Schwimmende Inseln als neue Idee für die Stadt am Fluss in Stuttgart Wie „ein Spaziergang auf dem Neckar“

Die Nutzung der unterschiedlich großen Neckarinseln ist vielfältig. Gemeinsam könnten sie sich auch zu einer Gesamtfläche ergänzen. Foto:  

Wie „Ein Spaziergang auf dem Neckar“ könnte es sich anfühlen, auf schwimmenden Inseln den Fluss erlebbarer zu machen. Das zumindest geht aus einem Projekt von Studenten der Fachhochschule Stuttgart hervor.

Einen „Spaziergang“ auf dem Wasser, sportliche Betätigung oder einfach den Sonnenuntergang mit einem kühlen Getränk genießen – das alles würden die sogenannten Neckarinseln ermöglichen. „Es wäre eine wunderbare, reizvolle Möglichkeit den Fluss auch endlich in Stuttgart erlebbarer zu machen“, mit diesen Worten ist der Architektin Kimberly Lewandowski die Begeisterung für die Idee anzumerken. Bereits während ihres Studiums hat sie die Idee entwickelt, die nun weiterverfolgt werden soll.

 

Kleine Lösung wäre zeitnah realisierbar

Kimberly Lewandowski hat die Idee der Neckarinseln mitentwickelt. Foto: Alexander Müller

Die Idee ist so einfach wie überzeugend: Mit schwimmenden Inseln soll der Neckar erlebbarer gemacht werden. Als natürliches Vorbild dient das Blatt einer Seerose. Ein Konzept, das bereits in mehreren Städten aufgegriffen wurde, wie zum Beispiel im italienischen Padua. Für den nötigen Auftrieb sorgt dabei ein mit Luft gefüllter Schwimmkörper. Auf einer Stahlkonstruktion könnte dann ein „Aufbau aus Holz als natürliches und nachhaltiges Material dienen“, sagt Lewandowski. Während etliche Kommilitonen große Bauwerke und Brücken bis hin zu einem massiven Überbau der Bundesstraße 10 planten, habe sie sich mit ihren vier Mitstreitern bewusst für eine, kleinere Lösung entschieden, „die man auch zeitnah realisieren könnte“.

Die Vorteile liegen für die 27-Jährige, die nach ihrem Masterabschluss an der Stuttgarter Hochschule nun passend in einem Architekturbüro in Hedelfingen arbeitet, auf der Hand: „Durch die Bauweise ist man nicht an einen Ort gebunden“. Denn die Konzeption sieht eine maximale Breite von rund zehn Metern vor, sodass die schwimmenden „Freizeiteinrichtungen“ auch durch die Neckarschleusen passen würden. Die Länge sei flexibel. Entweder mit einem eigenen Antriebsmotor versehen oder mit einem Schlepper könnten sie unkompliziert zu verschiedenen Einsatzorten gebracht werden.

Flexible Nutzung – zum Beispiel für einen „Spaziergang auf dem Neckar“

Und auch im Hinblick auf eine mögliche Nutzung sind fast alle Spielarten möglich. Je nach „Baukastenprinzip kann man dabei auch verschiedene Bereiche kombinieren und eine große Bandbreite entwickeln“, so ist Lewandowski überzeugt. Der Fantasie sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Ein kleiner Spielplatz, ein Kiosk mit natürlichen Sitzplätzen oder ein kleiner Skaterpark für die sportliche Betätigung. Besonders reizvoll wären auch einfach ein paar miteinander verbundene Inseln, die „das Grün entlang des Flusses aufgreifen“, so die 27-Jährige. Nach dem Motto: „Ein kleiner Spaziergang auf dem Neckar“. Eine weitere Idee wäre ein Kino auf dem Wasser. Während die Zuschauer auf einer Plattform sitzen, könnte auf einer zweiten auf einer Leinwand in entsprechender Entfernung ein Film gezeigt werden. Von der Idee des Badens sei man aufgrund der schlechten Wasserqualität im Neckar aber abgekommen. Um das passende Angebot zu schaffen, wäre im Vorfeld eine Bürgerbefragung möglich.

Und auch die Kosten sind aus Sicht der Architektin überschaubar. Lewandowski rechnet mit Kosten von einigen Hunderttausend Euro. „Man könnte dabei aber auch erst einmal in sehr kleinem Rahmen starten und die weitere Entwicklung abwarten“. Doch sollten erst einmal grundlegende Fragen für den Bau der Neckarinseln durch Architekten und Ingenieure geklärt sein, wäre ein weiterer Ausbau aus ihrer Sicht leicht möglich. Um nach Jahrzehnten der Diskussionen in Stuttgart den Neckar endlich erlebbarer zu machen.

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