Am Samstagabend (18 Uhr) steht Drittliga-Frauentrainer Michael Walter gegen die TSG Friesenheim ein letztes Mal an der Seitenlinie der SG Schozach-Bottwartal.
Er blickt im Interview mit einem lachenden, aber vor allem einem weinenden Auge auf seine Zeit mit den Beilsteinerinnen zurück.
Herr Walter, am Sonntag coachen Sie ein letztes Mal die Drittliga-Frauen, dann werden Sie sich vom Traineramt verabschieden. Wie ist das Gefühl vor dem letzten Spiel?
Michael Walter: Am Dienstag habe ich mein letztes Dienstagstraining gegeben, am Donnerstag das letzte Abschlusstraining – das schmerzt. Ich werde am Samstagabend mit einem weinenden Auge von der Platte gehen.
Wenn Ihnen der Handball schon jetzt fehlt. Wie soll es denn ohne weitergehen?
Es ist weniger der Handball als das Zwischenmenschliche, das mir fehlen wird. Es hat sich über die Zeit so wahnsinnig gut eingegroovt mit dem Team. Die Stimmung, das regelmäßige Zusammenkommen, das Miteinander. Wir sind alle eng zusammengewachsen.
Ich glaube aber auch, dass ich ganz gut ohne Handball klarkomme. Wenn jetzt das Wetter besser wird, ich die freien Tage mit meiner Familie nutzen kann und im Schwimmbad liege, wird mir Handball nicht fehlen. Wie gesagt, die Menschen, mit denen ich zu tun hatte, die werden mir fehlen.
Haben Sie sich ein Maximum oder ein Limit für die persönliche Auszeit vom Handball gesetzt?
Nein. Ich werde den Sommer mit meiner Familie genießen. Da freue ich mich schon sehr darauf. Gemeinsame Ferien, eine gute Zeit am Meer oder bei anderen Aktivitäten.
Ich habe mir kein Limit gesetzt. Ich hoffe, dass all meine Trainerkollegen ihre Aufgaben gut machen und mein Telefon nicht schon im Herbst läutet. Sollte etwas kommen, werde ich ganz genau abwägen, ob es passt oder nicht. Die Aufgabe müsste vor allem reizvoll sein und richtig Spaß machen.
Was war der schönste Moment im vergangenen Jahr? Gibt es da einen oder vielleicht sogar mehrere Highlights?
Da gab es sehr viele tolle Momente! Beispielsweise so ein Spiel wie im Dezember gegen Kappelwindeck, bei dem eigentlich nichts für uns sprach und wir am Ende deutlich gewonnen haben. Das ist ein unvergessliches Highlight. Davon gab es sportlich gesehen noch ein paar mehr.
Auf der anderen Seite stehen aber dann auch hier die zwischenmenschlichen Momente, die mich sehr berührt haben. Spielerinnen, die mich wissen lassen, dass sie mich so gerne weiter als Trainer hätten … – solche Sachen, die hört man natürlich sehr gerne.