Die Reihe „Sindelfingen rockt“ geht mit einer großen Party zu ABBA-Hits zu Ende. Der Veranstalter Johannes Leichtle zieht ein positives Fazit – trotz großer Herausforderungen.

Viereinhalb erfolgreiche Konzerte liegen hinter Johannes Leichtle, Veranstalter von „Sindelfingen rockt“. Vor wenigen Minuten hat er auf der Bühne auf dem Sindelfinger Marktplatz unter anderem dem neuen Oberbürgermeister Markus Kleemann einen Pokal überreicht. Zum Dank für die gute Zusammenarbeit mit der Stadt, dem City-Marketing und allen weiteren Beteiligten, sagt er. Obwohl die Baustelle am Marktplatz eine riesige Herausforderung darstellte, seien die Veranstaltungen reibungslos über die Bühne gegangen.

 

Und das sei keinesfalls selbstverständlich, wie Johannes Leichtle betont – auch mit Blick auf die Querelen mit den Leonberger Stadtwerken rund um die dortige Veranstaltungsreihe Strohländle. Anlässlich des kleinen Jubiläums – es war die zehnte Auflage von „Sindelfingen rockt“ – gibt es sogar ein Geschenk der Stadt an die Besucher: kostenloses Fruchteis. „Wir können stolz auf die Veranstaltung sein“, sagt Kleemann.

OB Markus Kleemann (links) und Veranstalter Johannes Leichtle Foto: Eibner-Pressefoto/Stefan Rosenfeld

Dann geht es auf der Bühne weiter. Die italienische ABBA-Tribute-Band Dancing Dream lockt wieder Tausende in die Sindelfinger Innenstadt. Es ist ein ähnliches Bild wie jeden Mittwoch seit Ende Juli. Mit einem Getränk in der Hand stehen Jung und Alt beieinander und feiern die jeweiligen Tribute-Bands von AC/DC, Coldplay, Bon Jovi, Tote Hosen/Die Ärzte und eben ABBA. „Wir haben alle Genres bedient“, ist Johannes Leichtle überzeugt. Die Bands seien allesamt „High End“ gewesen, hätten qualitativ hochwertige Musik abgeliefert. „Und uns viel Spaß und Freude bereitet.“

Dieser Eindruck scheint im Jubiläumsjahr auf besondere Weise auf Gegenseitigkeit zu beruhen. „Wir haben diesmal viele positive Rückmeldungen bekommen von den Bands“, erzählt der Veranstalter. Die Musiker seien voll des Lobes über den professionellen Ablauf der Konzerte gewesen. Damit das alles so klappt, sind jede Woche rund 40 Helfer im Einsatz – etwa die Hälfte aus Leichtles Team, die andere Hälfte von externen Firmen wie die Betreiber der Foodtrucks, die Security oder die Technik.

Beim ersten Konzert am 30. Juli habe es noch einige Probleme mit den Foodtrucks und dem Getränkeausschank gegeben, blickt er zurück. Diese haben zu weit weg gestanden und seien daher weniger frequentiert worden. Für die nächsten Veranstaltungen „haben wir umgestellt und einige Prozesse optimiert“, erzählt Leichtle. Ab dann sei es besser gelaufen. Auch besser als im Vorjahr, in dem der Organisator massive Kritik am Konsum von mitgebrachtem Alkohol äußerte? Tatsächlich sei dieses Phänomen in diesem Jahr deutlich zurückgegangen, berichtet er. Möglicherweise aufgrund der Spendenaktion, bei der das Getränkepfand verdoppelt und an soziale Einrichtungen gespendet wird, mutmaßt er. Bis zur Mitte der letzten Veranstaltung seien schon 8000 Euro zusammengekommen.

Das Wetter scheint Leichtle grundsätzlich keine Sorgen zu bereiten. In zehn Jahren, so sagt er, habe es bei den Konzerten in Sindelfingen fast noch nie geregnet. Auch bei dem Auftritt von „Dancing Dream“ tröpfelt es nur ganz kurz, bevor wieder die Sonne rauskommt.

Dancing Dream sorgen für Stimmung. Foto: Eibner-Pressefoto/Stefan Rosenfeld

Passend zu den Hits der Kult-Band: „Waterloo“, „Dancing Queen“ oder „When I kissed the teacher“ sorgen für beste Laune – das sieht und hört man. Die Musiker, vier Männer im Hintergrund, zwei Sängerinnen, alle in originalgetreuen Kostümen und sogar mit waschechten 70er-Jahre-Frisuren, geben auf der Bühne Vollgas. Die Publikumslieblinge spielen sie im Laufe des Abends sogar zweimal, andere Lieder dafür gar nicht – doch nach mehreren Zugaben dürfte jeder ABBA-Fan, von denen sich einige richtig in Schale geschmissen haben, auf seine Kosten gekommen sein.

Dass die ABBA-Tribute-Band den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildet ist kein Zufall. Auf dieses Konzert legen Leichtle und sein Team besonderen Wert. „ABBA ist ein Garant für gute Stimmung“, betont er. In zehn Jahren „Sindelfingen rockt“ habe es Höhen und Tiefen gegeben, so sagt es Leichtle bei seiner Ansprache auf der Bühne. Doch sein Fazit fällt wieder positiv aus: „Sindelfingen ist ein Traum. So kann man arbeiten.“