Die Böblinger Panzerkaserne: Mit den „Green Berets“ wird eine Spezialeinheit der US Army Böblingen verlassen. Foto: imago images/Eibner
Die „Green Berets“, eine Spezialeinheit des US-Heeres, verlassen die Böblinger Panzerkaserne. Der Böblinger OB Stefan Belz verbindet damit vor allem eine Hoffnung: Weniger Schießlärm.
Die Panzerkaserne in Böblingen steht vor einer großen Veränderung: Wie unsere Zeitung erfahren hat, verlassen die „Green Berets“, eine Eliteeinheit der US Army, Böblingen im Laufe des Jahres. Die Spezialtruppe wird nach Baumholder in Rheinland-Pfalz verlegt.
Im Falle der „Green Berets“ soll es um 1500 Personen, darunter Soldaten, ihre Familien und zivile Kräfte gehen. Als Grund wurde Platzmangel in dem 600 Hektar großen Übungsgelände genannt. In Baumholder werden die Spezialeinheiten eine Fläche von 11 000 Hektar zur Verfügung haben.
Böblingen hofft auf weniger Schießlärm?
In den vergangenen Jahren war die Spezialtruppe in und um Böblingen vor allem dann Gesprächsthema, wenn Anwohner aus Böblingen und Schönaich den von den Einheiten verursachten Schießlärm beklagten. Angesprochen auf die Nachricht des Abzugs der „Green Berets“ sagt der Böblinger Oberbürgermeister Stefan Belz (Grüne) gegenüber unserer Zeitung: „Jede Minderung des Schießlärms ist für die Bewohnerinnen und Bewohner positiv zu werten.“
Das Panzerkasernengelände am Rande Böblingens Foto: imago images/Eibner
Im Rückblick äußert der OB auch Verständnis für die Belange der US-Streitkräfte, mit denen Böblingen seit Jahrzehnten „gesellschaftlich und im partnerschaftlichen Miteinander“ lebe. Die wirtschaftlichen Folgen des Abzugs nimmt er gelassen. Er fügt hinzu: Derlei Standortentscheidungen seien „Teil übergeordneter sicherheitspolitischer Strategien, die außerhalb des kommunalen Einflussbereichs liegen“.
Noch ist nicht abzusehen, wie stark die Schießlärmreduktion ausfallen wird. Mehr als 30 Einheiten aus US-Militärpolizei, Fernmelder, deutscher Polizei und Bundeswehr sollen die Übungsanlage wohl weiter nutzen. Die Verwaltung der US-Streitkräfte spricht durch den Abzug der Spezialkräfte daher nur von „geringen Auswirkungen“. Ein US-Insider äußert sich gegenüber unserer Zeitung optimistischer: „Die Schießübungen werden bei Weitem nicht so zahlreich und so laut sein wie die unserer Spezialkräfte.“
Schönaich betont „vertrauensvollen Austausch“
Durch den Lärm waren in der Vergangenheit auch Schönaicher Bürger betroffen. Auf Anfrage erklärt die Erste Beigeordnete Schönaichs, Bianca Gruber, zum Abzug der „Green Berets“: „Zwischen der Army und unserer Gemeinde besteht ein guter und vertrauensvoller Austausch. Die US-Streitkräfte planen schon seit mehreren Jahren eine Verlegung einzelner Einheiten nach Baumholder.“ Welche Konsequenzen die Truppenverlegung haben könnte, dazu sagt Gruber: „Eventuelle Auswirkungen können wir nicht bewerten.“
Stuttgart wird jedenfalls Hauptquartier der US-Spezialkräfte für Europa bleiben. Auf Anfrage teilt die für die militärisch genutzten Flächen zuständige Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) mit, dass von Seiten der US-Amerikaner keine Rückgabe des Schießübungsgeländes an die Bundesrepublik geplant sei. Der „militärische Bedarf“ besteht „nach unseren Informationen unverändert fort“, heißt es. Die US-Army äußert sich nicht zur Zukunft des Standortübungsplatzes.
Ob zu den abziehenden Eliteeinheiten auch die zu den Navy Seals zählende „Naval Special Warfare Unit 2“ gehört, wie US-Medien berichteten, dazu sagte die Sprecherin des Europakommandos der Spezialkräfte nichts.