Ist das die Heimat der Geistesblitze? Wenn die Designagentur Hochburg zum Sommerfest über den Dächern von Stuttgart bittet, wird die Location zum Hotspot der heimischen Kreativszene.

Stadtleben/Stadtkultur: Uwe Bogen (ubo)

Es war ein Geistesblitz. Vor 15 Jahren fuhr Fabian Schmutzer im Auto durch die Stadt. Seit Tagen hatte er darüber nachgedacht, wie die Designagentur heißen könnte, die er zusammen mit Florian Boyd gründen wollte und die für ungewöhnliche Ideen stehen sollte. Mit ihren eigenen Namen wollten die beiden Freunde nicht auftreten. Plötzlich blitzte in seinem Kopf das Wort Hochburg auf.

 

Köln ist die Hochburg des Karnevals, das Silicon Valley ist die Hochburg der Tech-Industrie, Frankfurt ist die Hochburg des Finanzwesens – und in Stuttgart, in der Hochburg der Autos, wollen Schmutzer und Boyd mit einer kreativen Hochburg Geburtshilfe zum Aufbau von starken Marken geben.

„Daheim habe ich sofort nachgeschaut, ob der Name Hochburg vergeben ist“, erzählt Fabian Schmutzer. War nicht der Fall – der Rest ist Firmengeschichte.

Wenn der vierte Stock zur Bühne wird

Einmal im Jahr wird der vierte Stock der Hirschstraße 27 zur Bühne. Wenn die fröhlichen Hochburgherren zum Sommerfest bitten, trifft sich die kreative Szene Stuttgarts in luftiger Höhe. Um kreativen Austausch, Inspiration oder einfach nur um Spaß geht es hier – hoch hinaus, dort, wo die Atmosphäre so frei ist wie der Blick über die Stadt.

Was früher war, ist lang vorbei. Der Gegenwart und der Zukunft gehört der „Mut zum Bruch an der richtigen Stelle“. So könne man Relevanz schaffen. Hochburg ist auf Hochgefühle spezialisiert – und öffnet zur Sommersause seinen Hochbalkon zum Netzwerken. Zu den Kunden zählen Porsche, die ElringKlinger AG, der Infoturm Stuttgart 21 – der Schwerpunkt sind Marken aus Hotellerie, Kultur, Architektur, Mobilität, Tech und Lifestyle.

Ohne KI geht’s nicht mehr – aber auch nicht ohne Menschen

Zwei Hochburg-Kunden übernehmen an diesem Abend das Catering: das Tübinger Restaurant 1821 und das Stuttgarter Weingut von Thomas Diehl. Was das Fest so besonders macht? Die Verbindung aus Professionalität und Leichtigkeit. Es geht nicht darum, mit neuen Projekte anzugeben, sondern vor allem darum, Menschen zu begegnen und sich zu vernetzen.

Marcel (links) und Pascal Jehle vom Tübinger 1821 sind die Caterer des Hochburg-Fests Foto: privat

Ohne KI geht’s nicht mehr – aber auch nicht ohne Menschen. Die Entwicklung schreitet immer noch weiter voran – schneller, als sich dies Menschen ausmalen könnten. Die beiden Chefs sind oft verblüfft, wie schnell KI ist, freuen sich aber, wenn die besten Ideen doch wie gehabt einem Menschengehirn entspringen. „Ohne den Menschen am Ende des kreativen Prozesses wird es nie gehen“, sagt Schmutzer.

Ein Ort mit Blick – und Geschichten

Wenn den zehn Leuten der Agentur mal nichts einfällt, wenn auch KI keinen guten Tag hat, hilft es der Inspiration, rauszugehen auf die Dachterrasse, den Blick über die City schweifen zu lassen. Unten wuseln die Passanten, geben sich der Hektik der Großstadt hin. Oben auf Augenhöhe sieht man Stadtwohnungen, in denen sich mitunter Seltsames tut. Ganz in der Nähe, erzählt einer, lebt ein älterer Mann mit Schaufensterpuppen zusammen. Es scheint, als bespreche er mit diesen die wichtigen Dinge des Lebens.

Gefeiert wird über den Dächern von Stuttgart. Foto: Michaela Korste-Posner

Beim Hochburg-Fest stoßen keine Schaufensterpuppen miteinander an, sondern stadtbekannte Köpfe wie Volksfestwirt Marcel Benz, Stefan Welti, der junge Chef des Radisson Blu Hotels im Porsche Design Tower, Joyce Jagodzinski, die Marketing-Managerin des Doroteenquartier oder der Gastro- Innenarchitekt Cyrus Ghanai. Die Gäste genießen den Blick über Stuttgart – auf eine Stadt, die kreative Menschen immer wieder neu inspiriert.