Sparprogramm in der KfZ-Sparte Bei Bosch stehen Tausende weitere Stellen auf der Kippe

Der Autozulieferer Bosch mit Sitz auf der Gerlinger Schillerhöhe kündigt weitere massive Einsparungen an. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Der weltgrößte Autozulieferer Bosch will in der Kfz-Sparte 2,5 Milliarden Euro an jährlichen Kosten sparen. Ohne Stellenabbau ist das Ziel unerreichbar.

Der Technologiekonzern Bosch will in den kommenden Jahren deutlich mehr Kosten einsparen als bisher geplant. Den Mitarbeitern wurde mitgeteilt, dass die jährlichen Kosten im Geschäftssektor Mobility um 2,5 Milliarden Euro gesenkt werden sollen, unter anderem durch den Abbau weiterer Stellen. Anders sei die angestrebte Rendite von sieben Prozent in der Kfz-Sparte nicht zu erreichen, erklären der Sektorvorstand Markus Heyn und Arbeitsdirektor Stefan Grosch im Interview unserer Zeitung. 2024 hatte die Rendite bei 3,8 Prozent gelegen.

 

Schon länger war bekannt, dass weltweit rund 9000 Stellen bei Bosch Mobility abgebaut werden. Die bisher vereinbarten Maßnahmen aber reichten nicht aus, um wettbewerbsfähig zu bleiben, so die Unternehmensspitze. Obwohl für das laufende Geschäftsjahr ein Umsatzplus von knapp zwei Prozent erwartet wird, seien zusätzliche Sparmaßnahmen nötig. Wie viele Stellen wegfallen und an welchen Standorten, ist noch offen. Die Sparvorgabe lässt erwarten, dass es erneut um mehrere Tausend Jobs geht.

Sektorvorstand Markus Heyn (l.) und Arbeitsdirektor Stefan Grosch Foto: Simon Granville

Laut Sektorvorstand Heyn müsse Bosch kontinuierlich daran arbeiten, seine Wettbewerbsfähigkeit erhalten. „Wir haben dabei wichtige erste Schritte gemacht, aber wir müssen weitere gehen. Wir sind ein Technologieunternehmen, das erstens in kapitalintensive Maschinenanlagen investieren und zweitens große Vorleistungen für Innovationen erbringen muss“, sagt Heyn. Beides seien Posten in Milliardenhöhe. Als Hauptgründe für die schwierige Lage nennen die Manager einen stagnierenden globalen Automarkt, die international wachsende Konkurrenz für Zulieferer sowie den Schwenk zu Elektroautos, deren Komponenten mit weniger Personal hergestellt werden können als Benzin- oder Dieseltechnik.

Bosch hält an Beschäftigungssicherung bis 2027 fest

Bosch will das Sparziel von 2,5 Milliarden Euro bis spätestens 2030 erreichen. „Die Aufgabe hat viele Dimensionen, da sie das Geschäft weltweit betrifft“, sagt Arbeitsdirektor Grosch. Deshalb könne nicht alles innerhalb eines Jahres umgesetzt werden. Aber man wolle „in den nächsten zwei Jahren große Schritte vorwärtskommen.“ Bestehende Vereinbarungen wie die Beschäftigungssicherung, die an den deutschen Standorten betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2027 ausschließt, würden „selbstverständlich“ eingehalten, betont Grosch.

Auch weitergehende Jobsicherungen seien nicht ausgeschlossen, wenn man sich mit den Arbeitnehmervertretern auf die nötigen Sparmaßnahmen einigen könne. Als Beispiel nannte Grosch den Standort Schwäbisch Gmünd, wo zwar „sozial verträglich“ 1700 Stellen bis 2030 abgebaut werden, aber für einen Großteil der Belegschaft die Beschäftigungssicherung verlängert wurde. Gespräche mit den Betriebsräten sollen bald aufgenommen und noch in diesem Jahr zu Ende gebracht werden, so die Planung des Personalchefs.

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