Verkehrsteilnehmer, die aus Degerloch oder Stuttgart-Ost über das Olgaeck zum Charlottenplatz fahren, brauchen derzeit im Berufsverkehr mehr Geduld. Aufgrund von Fahrbahnerneuerungen steht in der Charlottenstraße seit Dienstag nur eine von drei Fahrspuren zur Verfügung: Auf ihr geht es an dem Knotenpunkt geradeaus in Richtung Schlossplatz oder nach rechts in die Konrad-Adenauer-Straße. Das Linksabbiegen in die Hauptstätter Straße ist nicht möglich. Wer Richtung Wilhelmsplatz muss, wird über die Planie umgeleitet.
Ab dem Bopser im Schritttempo
„Ich benötige normalerweise 15 Minuten für die Strecke von Degerloch in die Stadt, heute sind es 30“, sagt eine junge BMW-Fahrerin am Olgaeck, die sich am Mittwochfrüh im Schritttempo vom Bopser in den Talkessel gequält hat. Ihre Einschätzung stimmt grob mit der Auswertung der Integrierten Verkehrsleitzentrale (IVLZ) überein. „Im Zeitraum zwischen circa 7 und 10.30 Uhr kam es auf der Bundesstraße 27 stadteinwärts zu Staus“, sagt Stadtsprecher Oliver Hillinger. In der Spitze lag das Stauende auf der Neuen Weinsteige etwas vor dem Ernst-Sieglin-Platz, also unterhalb des Teehauses. Zur Mittagszeit entspannte sich die Lage deutlich.
„Der maximale Zeitverlust betrug circa 24 Minuten. Die Busse der SSB hatten in diesem Bereich in der Spitze Verspätungen von bis zu 20 Minuten“, sagt Hillinger. So mancher Autofahrer hat das Nadelöhr offenbar gemieden, daher hat die IVLZ auch auf der Karl-Kloß-Straße, die von Degerloch nach Heslach führt, sowie auf der Bundesstraße 14 vom Schattenring kommend durch den Heslacher Tunnel etwas längere Staus als üblich festgestellt.
Trotz erheblicher Verzögerungen wertet die IVLZ die Verkehrslage positiv: „Insgesamt haben sich die Autofahrer wohl gut auf die Baustelle eingestellt“, so der Stadtsprecher. In den umliegenden Wohngebieten seien die Seitenstraßen nicht überlastet gewesen. „Dort kam es zu keinen starken Verkehrsbehinderungen.“
Bis Ende April soll der Belag in der Charlottenstraße saniert sein
Notwendig ist die Sperrung nach Angaben des Tiefbauamts wegen massiver Fahrbahnschäden. Bis Ende April soll der Belag saniert sein. Die Charlottenstraße weist vor allem zwischen Urbanstraße und Charlottenplatz tiefe Spurrillen, Schlaglöcher und Wölbungen auf, welche die Verkehrssicherheit beeinträchtigen können.
Die Bauarbeiten werden in zwei Abschnitten durchgeführt, sodass stadteinwärts durchgehend eine Fahrspur zur Verfügung steht. Ursprünglich hatte die Stadt angekündigt, die beiden Linksabbiegerspuren erst im zweiten Bauabschnitt zu sperren, offenbar gab es im städtischen Tiefbauamt jedoch eine Planänderung. Die BMW-Fahrerin, die in Richtung Wilhelmsplatz unterwegs war, nahm den kleinen Umweg vorbei am Alten und Neuen Schloss gelassen.