Sperrung Engelbergtunnel Leonberg Auf diesen Ausweichrouten Richtung Stuttgart sind die Staus am heftigsten

Die Sperrung des Engelbergtunnel sorgt dafür, dass Autofahrer rund um Leonberg viel im Stau stehen. Foto: Andreas Rosar Fotoagentur

Die Sperrung des Engelbergtunnels führt weiter zu erheblichen Staus. Verkehrsdaten zeigen, welche Wege sich der Verkehr bahnt – und wie man am besten nach Stuttgart und zurück kommt.

Nicht nur in Ditzingen und Leonberg führt der gesperrte Engelbergtunnel zu massiven Staus. Auf dem Weg nach Stuttgart ist die Fahrzeit je nach Strecke teilweise doppelt so lang wie sonst üblich. Das zeigen Daten, die der Navihersteller Tomtom unserer Zeitung auf Anfrage zur Verfügung gestellt hat. Doch in den Zahlen stecken auch Hinweise auf eine Verbesserung – und für Pendler, die bis zur geplanten Wiedereröffnung eines Fahrstreifens in Fahrtrichtung Süden möglichst wenig im Stau stehen wollen.

 

Zwischen Leonberg, Ditzingen und Stuttgart gibt es im Wesentlichen vier Verbindungen, die unter der A 81-Sperrung leiden: Die B 295 von Ditzingen nach Feuerbach, die Engelbergstraße durch Stuttgart Giebel, die auf Gerlinger Gemarkung Feuerbacher Straße beziehungsweise Leonberger Straße heißt, die Stuttgarter Straße / Wildparkstraße sowie die Solitudestraße zwischen Korntal und Weilimdorf.

Um die Auswirkungen der A 81-Sperrung zu analysieren, haben wir die Fahrtzeiten auf den genannten Strecken seit der Sperrung mit denen an einem typischen Werktag im Jahr 2025 verglichen. Wir schauen auf die Fahrtzeiten während der Rushhour am Morgen und am Nachmittag sowie die Stunden dazwischen, und zwar für zwei Gruppen:

  • langsame Autofahrer: Sie brauchten für den Weg länger als 85 Prozent der anderen Autofahrer
  • schnelle Autofahrer: Sie standen weniger im Stau und waren schneller als 85 Prozent der anderen Autofahrer

Engelbergtunnel gesperrt: So viel Zeit geht auf den Ausweichrouten verloren

Am heftigsten sind die Verspätungen demnach auf der Solitudestraße Richtung Süden. Zwischen Korntal und der Abzweigung Richtung Gerlingen müssen Autofahrer nachmittags gut und gerne mit einer bis zu 20 Minuten längeren Fahrtzeit rechnen. Morgens ist es kaum weniger.

Auf der B 295 zwischen der Autobahnausfahrt bei Ditzingen und Stuttgart-Feuerbach / Pragsattel sind es bis zu zehn Minuten Zeitverlust. Im Berufsverkehr stand man in der abgelaufenen Woche spätestens ab der Ausfahrt des B 295-Tunnels in Feuerbach im Stau.

Nur geringe Zeitverzögerungen gibt es auf der Stuttgarter Straße / Wildparkstraße. Wer es einmal auf die Straße Richtung Schillerhöhe geschafft hat, kommt ohne größeren Zeitverlust Richtung Landeshauptstadt. Auch auf der Feuerbacher Straße durch Gerlingen und ihrer Verlängerung, der Engelbergstraße in Stuttgart, ist der Zeitverlust vergleichsweise gering.

B 295 Ditzingen – Stuttgart

Der Stau bis zur Einmündung in die B 10/B 27 hat mit dem dortigen Ausweichverkehr zu tun, der laut Daten der Stuttgarter Stadtverwaltung in Spitzen bis über das Dreieck Zuffenhausen hinaus steht. Der Verkehr auf der B 295 bei Weilimdorf habe sich „nach anfänglich größeren Staus wieder normalisiert“, so die Stadt.

Auch die Tomtom-Daten zeigen, dass sich die Zeitverzögerung auf der B 295 reduziert hat:

Mit jedem Tag, der seit dem Brand im Engelbergtunnel am 3. März verstrichen ist, kamen Autofahrer auf dieser Strecke etwas weniger langsam voran als an gewöhnlichen Werktagen. Das dürfte wiederum mit der Solitudestraße zu tun haben.

Solitudestraße

Dort sind Autofahrer auch eine Woche nach dem Brand im Tunnel zur Rushhour noch bis zu 20 Minuten länger unterwegs. Kurz nach dem Brand, am 4. März, steckten Autofahrer dort offenbar noch länger im Verkehr fest, wie dieses Schaubild zeigt:

Damals waren die meisten Autofahrer am Morgen in Richtung Stuttgart bis zu 31 Minuten länger unterwegs, am Abend teils noch länger. Sogar die schnellsten Autofahrer brauchten am Feierabend mehrere Minuten länger für den Heimweg.

Während auf den meisten Straßen zu sehen ist, dass Autofahrer dort eine Woche nach der Sperrung zügiger durchkommen, scheint der schleppende Verkehr auf der Solitudestraße noch anzuhalten.

Stuttgarter / Wildparkstraße (Landesstraße 1180)

Entlang der L 1180 vorbei am Wildpark mussten Autofahrer morgens ein paar Minuten mehr Fahrtzeit einplanen in Richtung Stuttgart. Und wie die Grafik zeigt, hält sich dieser Trend nach wie vor:

Dabei fällt auch auf, dass Autofahrer praktisch nur in den Morgenstunden auf diese Strecke ausgewichen zu sein scheinen. Zumindest hat die Fahrtzeit zum Feierabend hin kaum zugenommen, und auch tagsüber war der Effekt der Tunnelsperrung bereits am 5. März nicht mehr wirklich zu spüren.

Feuerbacher Straße in Gerlingen / Engelbergstraße in Stuttgart

Vor allem am ersten Morgen nach der Tunnelsperrung ging auf der Feuerbacher Straße und der Engelbergstraße in Gerlingen und Stuttgart-Giebel nichts mehr. Am Mittwoch, 4. März, waren Autofahrer dort gerade zur morgendlichen Rushhour mehr als eine Viertelstunde länger unterwegs als üblich – wie auch dieses Schaubild zeigt:

Schon tags darauf, am 5. März, ging es dort deutlich besser voran. Autofahrer mussten nur noch bis zu fünf Minuten am Morgen und zum Feierabend bis zu sieben Minuten mehr einplanen.

Der Verkehr auf den Ausweichstrecken zwischen Leonberg und Stuttgart scheint also etwas zurückzugehen. Pendelnde Autofahrer können sich zudem auf eine weitere Entlastung ab Freitag freuen: Ab Freitag, 20. März, soll zunächst ein Fahrstreifen in Fahrtrichtung Karlsruhe/München wieder freigegeben werden.

Verkehrsdaten

Tomtom
Der Datendienstleister Tomtom erhebt über die in Autos verbauten Geräte wie etwa Navigationssysteme Daten über die Autofahrten. Laut eigenen Angaben ist in etwa jedem vierten Auto Technologie von Tomtom verbaut.

Geschwindigkeit
Um die Geschwindigkeiten zu vergleichen, wurden jeweils die Differenzen der Geschwindigkeiten ganzer Straßen berechnet.

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