Trotz seiner jungen Jahre ist der Mittelfeldspieler eine feste Größe beim Stuttgarter Überraschungsteam ASV Botnang. Ursprünglich hatte sein Coach anderes mit ihm vor.

Reporter: Torsten Streib (tos)

Der ASV Botnang liefert Woche für Woche starke Leistungen ab und thront als Aufsteiger überraschend an der Tabellenspitze der Fußball-Bezirksliga. Einen ordentlichen Anteil daran hat schon die ganze Saison über einer der Jüngsten: Darwan Hassan. Der 20-Jährige bot am vergangenen Sonntag beim 5:0-Erfolg im Gipfeltreffen mit dem TV Darmsheim sogar noch mehr als sonst – und zwar einen Hattrick. Aufgrund seiner konstanten Darbietungen und dieses Ausrufezeichens im Spitzenspiel ist der Mittelfeldspieler unser Spieler der Woche.

 

Pflichtbewusst hat der Dreifach-Schütze Hassan auch brav zwei Kisten Spezi zum Dienstagstraining „angeliefert“. Ehrensache bei den Kickern aus Botnang. Denn immer, wenn ein Akteur etwas Besonderes macht oder etwas Spezielles passiert – „erstes Spiel, erstes Tor, die Kapitänsbinde trägt oder ähnliches“, sagt der Trainer Alexander Schweizer –, dann ist eine Kiste fällig. Entweder Bier oder Spezi, wobei die West-Stuttgarter das Süßgetränk favorisieren, „stapeln sich doch mittlerweile viele Kisten“, sagt Schweizer lachend. Schließlich bringt die überraschende Erfolgswelle immer wieder getränkewürdige Dinge mit sich. Im Fall von Hassan waren es am vergangenen Spieltag gleich zwei Nova. Erstmals in dieser Runde schaffte er drei Treffer in einem Spiel. Ja, überhaupt war es für ihn seine Pflichtspiel-Torpremiere im ASV-Trikot.

Der 20-jährige, der in Sillenbuch wohnt und beim dortigen SV mit dem Fußballspielen begann, landete über die Stationen FSV Waldebene Stuttgart-Ost und Sportvg Feuerbach schließlich beim aktuellen Bezirksliga-Spitzenreiter. Der Coach Schweizer hatte an dem damaligen Feuerbach-Kicker Interesse, plante diesen für den Flügel ein.

Nicht ganz das, was sich Hassan vorgestellt hatte. Er habe zwar ein durchschnittliches Tempo, sagt er, für den Flügel sei er aus seiner Sicht aber zu langsam. Jedoch: Im Probetraining an der Furtwängler Straße hat es ihm gut gefallen, sagt er selbstbewusst: „Ich komme, will aber auf der Sechs spielen.“

Schweizer willigte ein, gab ihm aber zu bedenken, dass die Konkurrenz auf dieser Position „riesig und qualitativ stark“ sei, erinnert sich Hassan, der eine Ausbildung zum Sport- und Gymnastiklehrer macht. Egal, er nahm die Herausforderung an – und hat sich durchgesetzt. Mittlerweile sagt sein Trainer: „Zu einem Super-Sechser fehlen ihm ein paar Zentimeter Körpergröße.“ Generell schwärmt der Coach: Hassan habe „fast jedes Spiel von Anfang gemacht, bringt konstant gute Leistungen, hat ein gutes Auge, eine gute Schusstechnik und ist auch menschlich eine Bereicherung für uns“.

Die Körpergrößen-Thematik bestätigt Hassan. 1,78 Meter ist er groß, mit „meiner hochstehenden Lockenfrisur komm’ ich schon über 1,80 Meter“, sagt er lachend. Vor allem in den Luftduellen habe er noch Defizite. Wobei: Sein Verhalten in der Luft sei schon besser geworden, er schaue sich dabei viel von einem seiner Mitspieler ab, dem Innenverteidiger Marouan Abarriche. „Er macht das genial.“

22 Spiele hat Hassan in seinem ersten Aktiven-Jahr bereits absolviert. Zweimal musste er indes zuschauen. Jeweils die Ampelkarte nach taktischen Fouls zwang ihn zum Pausieren. Aus seiner Sicht nicht gerechtfertigt, er habe sich aber auch unclever angestellt. „Es fehlte mir ein bisschen die Erfahrung, um schlauer aus den Situationen herauszukommen. Das passiert mit aber nicht noch mal“, sagt Hassan.

Sechs Partien stehen noch aus, der ASV Botnang hat drei Zähler Vorsprung auf den Mitaufsteiger TSV Jahn Büsnau und den SV Deckenpfronn. Am Sonntag (15 Uhr) tritt die Schweizer-Elf beim Viertletzten SV Nufringen an. Und schon im Meisterfieber? Nein, die Top Drei sind drin, schauen wir mal, wie weit es letztlich nach vorne gehen wird“, sagt Hassan, der seine Stärken „im Kommunizieren mit seinen Mitspielern und dem Lesen eines Spiels“ sieht.

Spieler der Woche

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