Spielplätze in Aidlingen Calisthenics jetzt, Gesamtkonzept später
Der Aidlinger Gemeinderat ist sich einig darin, dass die Spielplätze attraktiver werden sollen. Nur über das Wie herrschte Uneinigkeit.
Der Aidlinger Gemeinderat ist sich einig darin, dass die Spielplätze attraktiver werden sollen. Nur über das Wie herrschte Uneinigkeit.
Die Aidlinger Spielplätze sollen attraktiver werden, darin war sich der Aidlinger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einig. An den von Jugendreferent Joachim Rätz vorgeschlagenen Geräten für die unterschiedlichen Altersgruppen schieden sich jedoch die Geister. Und auch wer dabei von Jugendlichen bis hin zu Elternbeiräten alles mitreden soll, wurde kontrovers diskutiert.
Im Dezember vergangenen Jahres beschloss der Aidlinger Gemeinderat aufgrund von Anträgen aus den Fraktionen einen Haushaltsplanansatz von 20 000 Euro für die Spielplatzkonzeption einschließlich der Beschaffung von verschiedenen Geräten wie einer Calisthenics-Anlage, die das Repertoire des klassischen Geräteturnens umfasst, von Seniorengeräten oder einer Slackline.
Vorschläge dafür hatte Joachim Rätz mitgebracht, doch manche im Gremium sahen es ganz anders. „Schattenspendende Maßnahmen“ wollte Elke Anders in den Vordergrund gerückt sehen, dazu nicht nur die ohnehin vorgeschriebene Jugendbeteiligung, sondern auch eine Einbeziehung der Eltern kleinerer Kinder. „Seniorengeräte werden nicht so gut angenommen“, davon ist die Bündnis 90/Grünen-Rätin außerdem überzeugt. Von „einer Lösung am Thema vorbei“ sprach Matthias Harr, Die Freien, und forderte eine „Ertüchtigung des Bestandes statt neuer Sachen“. „Bestandsgeräte werden regelmäßig repariert“, entgegnete Ortsbaumeister Ulrich Dürr. „Die 20 000 Euro sind für neue Sachen“, stellte Bürgermeisterin Helena Österle außerdem klar. Mit einer Calisthenics-Anlage könne man „auch mal was für die Jugendlichen machen“, sagte Ralf Beicht (Freie Wähler), dafür seien die von Joachim Rätz avisierten 13 000 Euro nicht viel Geld und mehr als gerechtfertigt.
„Ein Zeichen setzen auch für Senioren“, wollte dagegen CDU-Mann Edgar Benz. Den Tagesordnungspunkt wollte Hans Jekel wegen fehlender Mittel dagegen ganz streichen, mit dieser Forderung blieb der Freie Wähler jedoch alleine. Andere verstrickten sich in die Standortsuche für die Calisthenics-Anlage, Ideen reichten von der Gärtringer Straße über das alte Jugendzentrum am Feuerwehrhaus bis hin zum Sonnenberg.
„Ich hätte gerne einen Beschluss“, drängte Helena Österle nach längerer Aussprache. „Vor lauter Reden kriegen wir manchmal nichts hin“, gab’s dazu als Kommentar von Jutta Kühnle, Freie Wähler. Die Abstimmung endete mit zwölf zu sieben Stimmen, der Gemeinderat votierte dafür, fürs erste mit der Calisthenics-Anlage in die Jugendbeteiligung zu gehen, zeitnah einen Standort zu suchen und die weitere Spielplatzkonzeption nach entsprechender Vorarbeit des Gemeindejugendreferenten Joachim Rätz im Herbst erneut auf die Tagesordnung zu nehmen.