Spielzeit 2026/27 Drei Mal Happy Birthday! Das plant das Stuttgarter Ballett

David Dawson hatte mit seinem Stuttgart-Debüt „Symphony No. 2 – Under the Tree Voices“ nicht nur den Ballettintendanten begeistert; nächste Saison kehrt der britische Choreograf zurück. Foto: Yan Revazov/Stuttgarter Ballett

Béjart, Cranko und Haydée: Neben runden Geburtstagen bietet das Stuttgarter Ballett in der kommenden Saison Uraufführungen von Demis Volpi und David Dawson.

Stadtleben/Stadtkultur/Fildern : Andrea Kachelrieß (ak)

Große Geburtstage prägen die kommende Spielzeit des Stuttgarter Balletts: 2027 wäre sein Gründer John Cranko 100 geworden – ebenso wie Maurice Béjart. Und Marcia Haydée, die im Werk beider Choreografen eine wichtige Rolle spielte, feiert im April 90. Geburtstag.

 

Crankos „Onegin“ gibt’s deshalb zum Spielzeitauftakt, eine Gala für Marcia Haydée zum Finale (23. Juli), dazwischen „Romeo und Julia“ sowie die Hommage-Abende „Für Maurice“ (4. Juni) und „Unser Cranko“ (9. Juli). Béjart-Fans dürfen sich freuen, „Gaîté parisienne“ und „Bolero“ sind dabei. Der Cranko-Abend bietet Wiedersehen unter anderem mit „Opus 1“ und „Poème de l’extase“. „Für mich als Tänzer war Maurice Béjart 20 Jahre lang eine Säule des Stuttgarter Balletts, Marcia hat viele Werke von ihm nach Stuttgart gebracht, die Jüngere im Ensemble noch gar nicht kennen“, sagt Intendant Tamas Detrich. Die Verbeugung vor Cranko versteht sich von selbst und wird in die Saison 2027/28 hineinwirken.

Wer das Stuttgarter Ballett vor allem als kreative Kompanie schätzt, muss sich bis März gedulden. Bis dahin steht die erste Reise nach Australien seit Crankos Tod mit einer Residenz in Melbourne an, außerdem ein Gastspiel in Kalifornien. Am 12. März ist dann die Zeit reif für David Dawsons zweiten Stuttgarter Streich. Der britische Choreograf hatte bei seinem Debüt auf hochtourige Virtuosität und Pathos gesetzt. In der Kompanie selbst habe er alle begeistert, wie Tamas Detrich betont: „Es ist faszinierend, wie er mit den Tänzern arbeitet und sie herausfordert.“ Eine Auftragskomposition des angesagten Kirill Richter sorgt zusätzlich für Aufmerksamkeit. Und vielleicht drosselt ja das Thema des Abends das Tempo: „Modern Elegies“ bringt Balanchines „Serenade“ und Kyliáns „Petite mort“ zurück.

Eine Pausenhof-Gang, die überzeugte: Sein Noverre-Beitrag „OK DRAMAH!!“ gefiel, nun kehrt Choreograf Nnamdi Nwagwu für die nächste Uraufführung zurück. Foto: Stuttgarter Ballett/Roman Novitzky

Im April bringt die „Creations“-Reihe Uraufführung Nr. 16-19 im Schauspielhaus heraus, es gibt Wiedersehen mit Noverre-Gästen und alten Bekannten wie Demis Volpi. „Er hat tolle Arbeit für Stuttgart gemacht, gerade braucht er unsere Unterstützung“, erläutert Tamas Detrich den Auftrag an den ehemaligen Hauschoreografen. Mit im „Creations“-Team ist neben Vittoria Girelli und dem Duo Riva & Repele auch Nnamdi Nwagwu. „Mit seiner choreografischen Stimme spricht er eine junge Generation an“, so der Ballettintendant zu seiner Wahl.

Obwohl das Budget seiner Kompanie nicht gekürzt wurde, muss Tamas Detrich sparen, was auch Auswirkungen auf den Spielplan hat. Den „Nussknacker“ gibt’s in diesem Winter nur mit einem Kinderchor vom Band. Zudem verzichtet der Intendant auf die Wiederaufnahme eines lange nicht getanzten Handlungsballetts und vermeidet so Mehrkosten für Kostüme; stattdessen kehrt der beliebte „Don Quijote“ zurück, der für volles Haus sorgt. Für die Haydée-Gala hofft der Intendant auf finanzielle Unterstützung: „Ich würde diese Verbeugung gern international besetzen, denn Marcia hat so viele Menschen beeinflusst.“

Die Premieren der neuen Ballettsaison

Termine
20. Februar, „Noverre: Junge Choreografen“ im Schauspielhaus. 27. Februar, „Dance Lab“, Kammertheater. 12. März, „Modern Elegies“ im Opernhaus mit einer Uraufführung von David Dawson, „Serenade“ von Balanchine, „Petite mort“ von Jiri Kylián. 16. April, „Creations XVI – XIX“ im Schauspielhaus mit Uraufführungen von Vittoria Girelli, Nnamdi Nwagwu, Demis Volpi sowie Sasha Riva & Simone Repele. 4. Juni. „Für Maurice“ im Opernhaus mit den Béjart-Balletten „Gaîté parisienne“, „Lieder eines fahrenden Gesellen“ und „Bolero“ (auch bei „Ballett im Park“ am 17. Juli). 9. Juli, „Unser Cranko“ im Opernhaus mit „Initialen“, „Legende“, „Opus 1“ und „Poème de l’extase“. 23. Juli, „Gala zum Geburtstag von Marcia Haydée“ im Opernhaus.

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