Spielzeit 2026/27 Schöne Aussichten! Das plant die Staatsoper Stuttgart

Regisseur Milo Rau wird für die Staatsoper Stuttgart Glucks „Alceste“ in einer Koproduktion mit den Wiener Festwochen inszenieren. Foto: imago images/Sabine Gudath

Unter Viktor Schoners Leitung setzt die Staatsoper Stuttgart in der kommenden Saison auf Vielfalt – und auf den neuen Musik-Chef Nicholas Carter.

Erstens: sparen. Zweitens: ach ja, die Sanierung. „Ich bin sehr nachdenklich“, sagt der Intendant der Staatsoper Stuttgart, Viktor Schoner. Erstens: „weil Sparmaßnahmen im laufenden Betrieb schnell ans Eingemachte gehen“. Und zweitens: „Wir müssen mit offenem Visier besprechen, wie wir die Opernsanierung mitsamt dem Interim vor dem Hintergrund der budgetären Herausforderungen stemmen können.“

 

Viktor Schoner ist aber nicht nur nachdenklich. Sondern auch voller Vorfreude, denn die kommende Saison wird an der Staatsoper so vielfältig wie schon lange nicht mehr. Dass dies trotz der Kürzung des Etats möglich ist, liegt vor allem daran, dass es neben einer Koproduktion (mit den Wiener Festwochen bei Milo Raus Inszenierung von Glucks „Alceste“) zwei Übernahmen älterer Erfolgsproduktionen nach Stuttgart geben wird: Von der Londoner Covent Garden Opera kommt Katie Mitchells „intelligente und opulente Inszenierung“ (Schoner) von Donizettis „Lucia di Lammermoor“, vom Theater Basel Verdis „La Traviata“ in der Regie Benedikt von Peters. Diese Produktion war zuvor bereits in Hannover, Bremen und Luzern zu erleben.

Repertoire-Pflege ist wichtig für das Ensemble

Eine intensive Pflege des Repertoires ist Schoner wichtig: Sie gehört zur Tradition des Hauses, und sie ist wichtig für das sehr konstant bleibende Ensemble. Die gut etablierten Crossover-Konzerte werden fortgeführt, ebenfalls die Familienangebote – und die vielfältigen Angebote an die Stadtgesellschaft durch die Junge Oper im Nord (JOiN). Wobei Gordon Kampes Musiktheater „Die drei ??? und das Spiegelkabinett“ auch junge Erwachsene interessieren dürfte.

Opernintendant Viktor Schoner Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Die zweite Uraufführung der Saison, „Atatürk“, komponiert vom libanesischen Komponisten und Dirigenten Bassem Akiki, fokussiert auf die Legende rund um die komplexe Persönlichkeit des türkischen Staatsgründers. Die Regie übernimmt mit Ersan Mondtag ein auch in der Oper hoch gehandelter Vertreter der Bildenden Kunst.

Fast wie ein Neustart

Zum Beethoven-Jahr wird es ein „Konzert mit Szene“ rund um den vierten Satz der Neunten Sinfonie geben. Und bei den Neuproduktionen von Schostakowitschs „Lady Macbeth von Mzensk“ (Regie: Ulrike Schwab) sowie Richard Strauss‘ „Rosenkavalier“ (Axel Ranisch) stellt sich der neue Generalmusikdirektor Nicholas Carter vor. Gemeinsam mit dem neuen Chordirektor Jeremy Bines sorgt er für das Gefühl eines Neustarts. Der Intendant selbst will seinen Vertrag (bis 2029) erfüllen. Also, trotz allem: Schöne Aussichten!

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