Sportstätten im Schlossgarten Neuer Bolzplatz für Nachwuchskicker

Kicken auf Asphalt: der mittlere Bolzplatz im Unteren Schlossgarten. Foto: Sebastian Steegmüller

Gute Nachrichten für Sportler und Parkbesucher: Im Unteren Schlossgarten wird ein Spielfeld saniert und der Bereich an den Tischtennisplatten umgebaut. Außerdem werden der Kiosk und die WC-Anlagen erneuert.

Reporter: Sebastian Steegmüller (seb)

Die Europameisterschaft in Deutschland ist in vollem Gange, das Turnier ist mit dem Achtelfinale in die heiße Phase gestartet. Kinder und Jugendliche fiebern mit ihren Idolen mit, spielen die besten Szenen auf dem nächstmöglichen Bolzplatz nach. Doch nicht immer ist das so einfach, schließlich sind öffentliche Plätze teilweise rar oder in einem schlechten Zustand.

 

Gute Nachrichten gibt es nun aus dem Unteren Schlossgarten. Dort soll das mittlere der drei im Jahr 1977 errichteten Spielfelder modernisiert werden. Geplant ist ein Kunststoffbelag mit Fußballtoren, Basketballkörben und unterschiedlich hohen Ballfangzäunen. „Die Entwurfsplanung hierfür liegt vor. Auf dieser Basis wird aktuell die Ausschreibung vorbereitet. Belastbare Kosten können erst nach erfolgter Vergabe benannt werden. Die Ausführung ist für die erste Jahreshälfte 2025 vorgesehen“, hat Gisela Splett, Staatssekretärin im Finanzministerium Baden-Württemberg, auf eine entsprechende Anfrage des FDP-Landtagsabgeordneten Friedrich Haag geantwortet.

Sportplatz zum Materiallager umfunktioniert

Während der Bolzplatz unterhalb des Berger Festplatzes in einem guten Zustand sei und viel genutzt werde, sieht es hinter dem Spielhaus anders aus. Das Spielfeld sei in der Vergangenheit von den Bürgerinnen und Bürgern nicht angenommen worden. Es wurde daher zum Lagerplatz für Materialien wie Steine umfunktioniert, die kontinuierlich im Schlossgarten eingesetzt werden. Dabei wird es auch bleiben. „Es liegen keine konkreten Planungen vor“, so Splett.

Das Spielfeld, das im Rosensteinpark im Zuge von Stuttgart 21 verlegt werden musste, ist mittlerweile zurück an seinem alten Standort. Weil die Arbeiten, die im Auftrag der Deutschen Bahn erfolgen, noch nicht ganz abgeschlossen sind, ist er momentan aber noch geschlossen. Unter anderem wurde ein falscher Bodenbelag aufgebracht. Bevor der Platz eröffnet werden kann, muss dieser noch ausgetauscht werden, erst im Anschluss erfolgt die Abnahme durch das Land. Dass davon unabhängig weitere Spiel- oder Bewegungsangebote im Rosensteinpark geschaffen werden, sei ausgeschlossen. „Er hat eine herausragende Stellung, ist als Landschaftspark angelegt und in seiner Gesamtheit denkmalgeschützt. Er ist ebenso Landschaftsschutzgebiet, Flora-Fauna-Habitat-Gebiet und beinhaltet in verschiedenen Bereichen Biotope“,sagt Splett.

Weitere Maßnahmen stehen indes am Kiosk im Schlossgarten an, der im Juni 2021 durch einen umgestürzten Baum stark beschädigt und gemeinsam mit der angrenzenden Toilettenanlage abgerissen werden musste. Die Interimslösung soll im zweiten Quartal 2025 durch einen Neubau ersetzt werden und der Baubeginn Ende dieses Jahres erfolgen. Im Anschluss an die Fertigstellung wird dort auch ein Boulespielfeld errichtet. Außerdem werden die Position der Tischtennisplatte und der Untergrund verbessert. Wie schon bei der Sanierung des Bolzplatzes können belastbare Baukosten noch nicht genannt werden. „Sie werden voraussichtlich im mittleren sechsstelligen Bereich liegen; die jährlichen Unterhalts- und Reinigungskosten für die Anlage werden sich voraussichtlich im unteren fünfstelligen Bereich bewegen“, so die Staatssekretärin. Sie betont, welch große Bedeutung Sport- und Freizeitflächen insbesondere für Kinder- und Jugendliche in Städten haben. „Sie sind Orte des öffentlichen Lebens, zentrale urbane Freiräume und wichtige Bausteine im Städtebau.“

Neue Heimat für die Streetballer?

Friedrich Haag freut sich, dass im Schlossgarten ein Bolzplatz für eine multifunktionale Fußball- und Streetball-Nutzung vom Land komplett neu hergerichtet werde. „Jede attraktive öffentliche Fläche für Sport und Bewegung ist gut in der Großstadt. Der Standort könnte auch der Streetball-Community, die nicht mehr auf der Anlage der Cotta-Schule in Stuttgart-Ost spielen darf, eine neue Heimat bieten“, sagt der Liberale. Ebenso begrüßt er, dass der neue Kiosk und die WC-Anlage „endlich eine Perspektive“ habe. „Zur Freiluftsaison 2025 soll alles fertig sein. Das Finanzministerium muss alles daran setzen, dass dies auch gelingt. Denn gerade die Toilettenanlagen werden dort dringend benötigt.“

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