SSB verlängert Hochbahnsteige Bald ist die SSB-Haltestelle am Augsburger Platz Geschichte

Engpässe gibt es aktuell in der Waiblinger Straße: Hier baut die Stuttgarter Straßenbahnen AG eine neue Haltestelle. Foto: Uli Nagel

Der Umbau der zwölf Hochbahnsteige der Stadtbahnlinie U 1 zwischen Stuttgart-Süd und Fellbach macht Fortschritte. Bereits fünf Haltestellen sind so gut wie fertig. Nun wird auch der SSB-Halt am Augsburger Platz verlegt. Warum eigentlich?

Redaktionsleiter: Uli Nagel (uli)

Rund 55 000 Fahrgäste befördert die Stadtbahnlinie U 1 täglich, sie zählt damit zu der wichtigsten Ost-West-Verbindung im Netz der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB). Und die Linie hat die Grenzen ihrer Kapazität längst erreicht, denn es können nur Kurzzüge eingesetzt werden. Für einen Betrieb mit den 80 Meter langen Stadtbahnen müssen zuerst insgesamt zwölf Hochbahnsteige verlängert werden.

 

Drei Haltestellen in Stuttgart-Süd

Drei liegen in Stuttgart-Süd (Erwin-Schoettle-Platz, Bihlplatz und Südheimer Platz) sowie jeweils vier in Bad Cannstatt (Uff-Kirchhof, Augsburger Platz, Nürnberger Straße und Antwerpener Straße) und in Fellbach (Höhenstraße, Esslinger Straße, Schwabenlandhalle und die Endhaltestelle Lutherkirche). Der SSB-Halt Beskidenstraße liegt sowohl auf Fellbacher wie auf Stuttgarter Markung.

Das Ausbauprogramm unter laufendem Betrieb begann im vergangenen Jahr, wobei das gut 23 Millionen Euro teure Projekt in zwei Abschnitte unterteilt wurde: Zunächst werden die Haltestellen zwischen Bad Cannstatt und Fellbach erledigt, dann folgen ab 2025 die drei SSB-Halts in Stuttgart-Süd, die wegen der zum Teil beengten Lage baulogistisch sehr aufwendig sind.

Restarbeiten müssen erledigt werden

Der erste Bauabschnitt macht große Fortschritte: Hinter die Haltestellen Höhenstraße und Schwabenlandhalle in Fellbach können die SSB-Verantwortlichen – bis auf kleinere Restarbeiten – einen Haken machen. „Auch der Umbau des Halts Esslinger Straße geht zügig voran“, sagt Birgit Kiefer von der SSB-Pressestelle. Auf Cannstatter Gemarkung sind die Haltestellen Nürnberger Straße, Antwerpener Straße und Uff-Kirchhof ebenfalls so gut wie fertig. Unter anderem wird aktuell am Halt Antwerpener Straße noch der Z-Überweg gebaut. Ende September sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Am Uff-Kirchhof dagegen fehlt noch die Wartehalle. Das liegt laut der SSB-Sprecherin an langen Lieferzeiten und fehlenden personellen Kapazitäten beim ausführenden Unternehmen. Begonnen haben mittlerweile auch die Arbeiten an der Haltestelle Beskidenstraße.

Nur eine Fahrspur für Kfz-Verkehr

Die größte und aufwendigste Maßnahme im Bereich von Bad Cannstatt betrifft jedoch die Haltestelle am Augsburger Platz. Da die heutige Haltestelle in einer Kurve liegt und den Bau eines 80 Meter langen Bahnsteigs nicht zulässt, muss sie knapp 100 Meter in Richtung S-Bahn-Brücke verlegt werden. „Aktuell wird in diesem Bereich der neue Bahnsteig stadtauswärts gebaut“, sagt Birgit Kiefer. Der Bau des gegenüberliegenden Hochbahnsteigs stadteinwärts stehe in den Startlöchern, das Baufeld sei bereits eingerichtet. In diesem Bereich wird es deshalb in den kommenden Monaten immer wieder zu Staus kommen, da der Kfz-Verkehr in beiden Fahrtrichtungen nur einspurig an der Baustelle vorbeigeführt werden kann.

Sobald die neue Haltestelle fertig ist, soll der SSB-Halt am Augsburger Platz zurückgebaut und die Unterführungen geschlossen werden. Wie der Platz künftig aussehen soll, steht noch nicht fest. Allerdings haben die Cannstatter Grünen klare Vorstellungen: Die derzeitigen Gleise der Linien U 1 und U  6 werden mit den Gleisen der U 13 auf der südlichen Seite des Platzes zusammengeführt. „Dadurch besteht die Chance, auf der Nordseite eine zusammenhängende und somit klimawirksame Grünfläche zu schaffen“, heißt es in einem Antrag aus dem Jahr 2020. Denn angesichts des spürbaren Klimawandels und des damit verbundenen Hitzestresses im Sommer ist es nach Meinung der Grünen dringend geboten, die nicht begrünten Gleistrassenflächen zu reduzieren.

Zweite Ausbaustufe startet 2025

In der zweiten Ausbaustufe werden dann die Haltestellen Erwin-Schoettle-Platz, Bihlplatz und Südheimer Platz umgestaltet. Der Umbau soll laut dem Zeitplan der SSB schon im ersten Halbjahr 2025 beginnen. Das Maßnahmenpaket in Stuttgart-Süd ist bautechnisch sehr komplex. Für die umfangreichen Gleisanpassungen im Bereich Bihlplatz sowie im Bereich Erwin-Schoettle-Platz muss der Stadtbahnbetrieb zwischen dem Marienplatz und Heslach-Vogelrain im kommenden Jahr sogar für rund drei Monate unterbrochen werden. Die SSB plant einen Ersatzverkehr mit Bussen. Ende 2026 soll dann alles fertig sein.

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