Stadt am Fluss in Stuttgart Stuttgarter Neckarpläne – Flussgenuss auf dem Hechtkopf bleibt ein Traum

Seit Jahren wünschen sich die Stuttgarter eine Umgestaltung des Hechtkopfs im Bereich des Sicherheitshafens in Bad Cannstatt. Foto: Erdem Gökalp

Die Umgestaltung der Neckar-Halbinsel in Stuttgart-Bad Cannstatt wird erneut verschoben. Die geplante Gastronomie ist gefährdet. Warums steht den Planern weniger Geld zur Verfügung?

Redaktionsleiter: Uli Nagel (uli)

Die Worte „Stadt am Fluss“ geistern seit Jahrzehnten durch die Amtsstuben im Stuttgarter Rathaus. Denn den Neckar sichtbar und vor allem erlebbar zu machen, davon träumten schon Oberbürgermeister Manfred Rommel und sein Nachfolger Wolfgang Schuster. Doch erst ihr Nachfolger Fritz Kuhn krempelte die Ärmel hoch und wollte das Projekt anschieben. Während einer Schifffahrt präsentierte Stuttgarts Stadtoberhaupt 2017 seine Ideen und Visionen.

 

Stuttgarter Gemeinderat genehmigte 14,5 Millionen Euro

Der Gemeinderat war begeistert. Und genehmigte unter anderem Mittel für die Projekte Hechtkopf am Sicherheitshafen, Umgestaltung des Neckarufers beim Lindenschulviertel, Wasenufer und Wasenquerung in Höhe von insgesamt 14,5 Millionen Euro. Das Ziel: Umsetzung im Zeitraum 2017 bis 2022. Das einzige Projekt, das bisher umgesetzt wurde: die Untertürkheimer erfreuen sich seit einem Jahr an ihrem Steg im Lindenschulviertel.

Der Steg im Lindenschulviertel in Stuttgart-Untertürkheim wurde 2025. fertig. Foto: Uli Nagel

Die Cannstatter schauen dagegen weiter in die Röhre. Denn die Umgestaltung des Hechtskopfes – die Umsetzung wurde vor knapp zwei Jahren eigentlich für dieses Jahr versprochen – wird verschoben. Wieder einmal. „Ein zusätzliches Baugrund-Gutachten für die geplante Flachwasserzone im Sicherheitshafen liegt jetzt vor und das Tiefbauamt klärt dazu gerade offene Fragen mit der Unteren Wasserbehörde“, sagt Stadtsprecher Oliver Hillinger. Mit einem Baubeginn für die Multifunktionsfläche mit Treppenstufen und der Flachwasserzone im Jahr 2026 rechne man in den beteiligten Ämtern nicht.

Gutachten zum Schutz der Stuttgarter Heilquellen

Doch warum war überhaupt ein Gutachten nötig? Für die geplante Flachwasserzone ist laut Verwaltung eine Stützkonstruktion erforderlich. „Um die Stützen zu tragen, müssen im Hafenbecken Fundamente im Wasser gebaut werden“, sagt Oliver Hillinger. Doch erst im Laufe der Planung wurde klar, wie groß und wie tief diese Fundamente sein müssen. „Aus diesem Grund werden die Baumaßnahmen im Hafen nochmals geprüft – dabei geht es vor allem um die Regeln zum Schutz der Heilquellen in Stuttgart“, betont der Sprecher.

Neben der Verzögerung hat die Stadt jedoch noch eine weitere schlechte Nachricht: In den Etatberatungen für den Doppelhaushalt 2026/27 hat der Gemeinderat nur noch 2,7 Millionen Euro für die Umgestaltung des Hechtkopfes genehmigt. Da für das Projekt ursprünglich vier Millionen Euro angesetzt waren, muss jetzt gekürzt werden. Das Stadtplanungsamt prüft deshalb zurzeit, ob und wie eine Außengastronomie umgesetzt werden kann. „Auch diese Planung beeinflusst die Kosten und wird in die weiteren Überlegungen zu Einsparungen einbezogen“, sagt Oliver Hillinger.

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