In diesen Tagen bekommen viele Menschen eine Vorahnung, was Klimaerwärmung bedeutet: Temperaturen von 34 Grad und mehr hatte es am Dienstag in Stuttgart. Die Evangelische Gesellschaft bietet inzwischen eine „Kältestube“ an mit Trinkflaschen, Sonnencreme und Dusche. Und die Stadt Stuttgart hat 250 000 Euro investiert, um an acht Plätzen mehr Schatten zu ermöglichen. Sie hat 20 Sonnenschirme, ein Sonnensegel und 19 Sitzgelegenheiten gekauft. Doch mancherorts kommt die gut gemeinte Maßnahme nicht gut an.
So hat eine Anwohnerin, nachdem sie den neuen Sonnenschirm am Ostendplatz entdeckt hatte, nicht gewusst, „ob ich lachen oder weinen soll“. Wie ein Foto zeigt, beschattet der Schirm die Straße anstatt den Sitzblock oder immerhin den Gehweg. „Abgesehen davon heizt sich die scheußliche Betonsitzfläche unter den Schirmen im Lauf des Tages natürlich auch ziemlich auf“, sagt sie.
Allerdings: Sie hat das Foto gegen 17 Uhr aufgenommen, also nicht zur Mittagszeit. „Vielleicht gibt es zu einer früheren Zeit ein kleines bisschen mehr Schatten“, zeigt sie sich versöhnlich.
Stadt plant keine Veränderung bei Schirmen
Aus dem Tiefbauamt der Stadt richtet eine Sprecherin aus, dass bei der Planung der Sonnenschirme der Sonnenstand an einem Tag im Juli 2023 zu den Tageszeiten von 9 bis 17 Uhr sowie „die Erfordernisse des Straßenverkehrs berücksichtigt“ worden seien. „Am Ostendplatz sollte zusätzlich möglichst wenig Schatten auf eine Solarbank fallen“, erläutert sie. Die Solarbank steht nahe des Sonnenschirms. Zurzeit sei jedenfalls nicht geplant, den Aufstellungsort mancher Schirme nochmals zu korrigieren, sagt sie.
Neben dem Ostendplatz haben noch sechs weitere Plätze Sonnenschirme bekommen: Das sind der Hans-Scharoun-Platz (Zuffenhausen), der Europaplatz (Möhringen), der Marga-von-Etzdorf-Platz (Bad Cannstatt), der Bismarckplatz (West), der Löwenplatz (Weilimdorf) sowie der Rathausplatz in Degerloch. Für den Südheimer Platz (Süd) ist unterdessen etwas Besonderes geplant: Dieser bekommt ein 120 Quadratmeter großes Sonnensegel. „Die Montage wird derzeit vorbereitet“, sagt die Sprecherin der Stadt.
Die Schirme sollen in der Regel rund um die Uhr aufgespannt sein, erläuterte jüngst der Leiter des Tiefbauamts Jürgen Mutz. Müssten sie aufgrund stürmischer Wetterlage geschlossen werden, kümmere sich der Dienstleister.