Stadtbahn von Nellingen nach Esslingen Neuer Anlauf für die U-7-Verlängerung

Wird die U7 endlich verlängert? Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Eine Machbarkeitsstudie soll mögliche Trassenvarianten zwischen Nellingen und Esslingen aufzeigen. Warum Denkendorf dem Projekt zum Erfolg verhelfen könnte.

Reporter: Elke Hauptmann (eh)

Aufwand und Nutzen stimmen nicht überein. Wegen dieser Erkenntnis war es lange still um ein Projekt, das den Verkehr zwischen Fildern und Neckartal deutlich entlasten könnte: die seit vielen Jahren diskutierte Verlängerung der Stadtbahnlinie U 7 von Nellingen nach Esslingen. Jetzt kommt wieder Fahrt in die Diskussion. Der Verwaltungs- und Finanzausschuss des Kreistags wird eine neue Machbarkeitsstudie in Auftrag geben – und diesmal ist auch Denkendorf mit im Boot.

 

Damit wird dem erklärten Wunsch der 11 400 Einwohner zählenden Gemeinde entsprochen: Durch die Schienenanbindung könnte Denkendorf mit Stuttgart und Esslingen direkt und ohne Umstieg verbunden werden, sagt Bürgermeister Ralf Barth. Profitieren würden davon aber auch andere: „Wir glauben, dass sich durch den Einbezug Berkheims und Denkendorfs das Kosten-Nutzen-Verhältnis für das Gesamtprojekt deutlich verbessern lässt.“

Für die Umsetzung der Maßnahme sollen zwar ausreichend Fördermittel vorhanden sein. Dennoch ist man von einer schnellen Realisierung noch weit entfernt: Die 60 000 Euro teure Machbarkeitsstudie, deren Kosten sich der Kreis, die Städte Esslingen und Ostfildern sowie die Gemeinde Denkendorf teilen, soll aufzeigen, ob und welche Trassenvarianten sich wirtschaftlich rechnen. Die Verwaltung wird nun Angebote einholen und eine Firma mit der Analyse beauftragen. Bis die Ergebnisse vorliegen, wird wohl noch ein Dreivierteljahr vergehen.

Kreis denkt noch größer

Denn die Untersuchungen sind umfangreich: Die Kreisverwaltung will laut Landrat Heinz Eininger nämlich „noch etwas größer denken“ und zugleich noch zwei Varianten einer Anbindung Neuhausens mit einer rein verkehrlichen Potenzialbetrachtung an die heutige Strecke der U 7 analysieren lassen – auf eigene Kosten. „Das rundet die Untersuchung ab und bringt weitere Klarheit.“

Erst bei einem Nutzen-Kosten-Indikator von über 1,0 soll über das weitere Vorgehen entschieden werden, erläuterte Eininger. Der nächste Schritt wäre dann die Durchführung einer sogenannten standardisierten Bewertung, die noch mal mindestens 100 000 Euro kosten wird.

Der Kreis und die Kommunen sehen den Ergebnissen der Machbarkeitsstudie zuversichtlich entgegen und hoffen, dass die erforderliche Quote erreicht wird. Grund für ihren Optimismus ist, dass es inzwischen für die standardisierte Bewertung, mit der die Wirtschaftlichkeit eines Bahnprojekts geprüft wird und die Grundlage für dessen Förderfähigkeit ist, neue Kriterien gibt. Erstmals und mit gleichem Gewicht werden beispielsweise die Barrierefreiheit, der Klimaschutz und Energiespareffekte durch Verlagerungen auf die Schiene berücksichtigt. Diese Änderungen könnten der geplanten U-7-Verlängerung neuen Auftrieb bringen. Denn Testrechnungen im Rahmen eines Forschungsprojekts hätten gezeigt, dass in allen betrachteten Fällen die Nutzen-Kosten-Indikatoren gegenüber dem bisherigen Verfahren gesteigert wurden. In zwei Dritteln der Testfälle konnte eine Verbesserung auf mehr als das Doppelte erreicht werden, informierte der Landrat das Gremium.

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