Die Stadt baut in der Gebersheimer Straße im Auftrag des Landkreises einen sogenannten Bypass. Er soll für verkehrliche Entlastung im neuen Gewerbegebiet sorgen.
Auch wenn in den vergangenen Wochen manchmal der Anschein geweckt wurde, dass die Bauarbeiten beim Kreisverkehr in der Gebersheimer Straße ruhen, geht es doch voran. „Dass seit einiger Zeit auf der Baustelle nichts mehr passiert, trifft Gott sei Dank nicht zu, auch wenn nicht alles von außen sichtbar ist“, sagt die Rutesheimer Bürgermeisterin Susanne Widmaier.
Die Stadt hat im Auftrag des Landkreises Böblingen den Neubau eines sogenannten Bypasses übernommen, der später – wenn hier das neue Gewerbegebiet entstehen wird – dafür sorgen soll, dass der Bereich verkehrlich nicht überlastet wird. Im Zuge der Arbeiten wird auch gleich der Fahrbahnbelag in der Gebersheimer Straße erneuert. Die Kosten belaufen sich auf etwa 311 000 Euro, die der Landkreis der Stadt später erstatten wird. „Richtig ist aber auch, dass wir leider den Zeitplan nicht halten können“, sagt Widmaier.
Bauverzögerung auch wegen des Wetters
Die Bauarbeiten hätten bereits abgeschlossen sein sollen. Doch das ausführende Unternehmen Strabag habe mehr Zeit benötigt, um die Gasleitung der Firma Terranets freizulegen, sichern zu lassen und wieder neu zu verfüllen. „Zudem konnte eine 20 Kilovolt-Stromleitung von den Netze-BW nicht rechtzeitig abgeschaltet werden, was eine Wartezeit zur Folge hatte“, erklärt Widmaier. In dieser Zeit sei aber in der Elly-Beinhorn-Straße weitergearbeitet worden, nicht aber an der Kreisstraße 1059, wie die Gebersheimer Straße auch heißt. Hinzu seien einige Tage mit heftigem schlechten Wetter hinzugekommen. Sowie eine Wasserleitungstrasse, die abgeändert werden musste – was zusätzliche Zeit für die Umplanung benötigt habe.
„Die Firma Strabag ist täglich vor Ort und arbeitet“, versichert Susanne Widmaier. Bis Weihnachten solle der Bypass mit dem Unterbau und der Schottertragschicht eingebaut sein. Der Asphalt könne aber erst Anfang des kommenden Jahres aufgetragen werden. Bereits vor Weihnachten soll die Kreisstraße K 1059 aber wieder in beide Richtungen geöffnet werden. Nach Weihnachten wird der alte Fahrbahnbelag abgefräst, eine neue Asphaltdeckschicht eingebaut sowie der neue Bypass asphaltiert werden.
„Wir versuchen immer, gesperrte Strecken zu öffnen, wenn dies irgendwie möglich ist. Und wir versuchen zu vermeiden, dass Strecken gesperrt sind, ohne dass daran gearbeitet wird“, sagt die Bürgermeisterin.
Erschließung des Gewerbegebiets erfolgt in zwei Schritten
Der Bau des Bypasses ist der erste bauliche Schritt, bevor dann das neue Gewerbegebiet „Gebersheimer Weg“ erschlossen wird. Zum Spatenstich hatte Widmaier bereits im Juni eingeladen. Insgesamt 5,4 Hektar Bauplatzfläche, davon 4,9 Hektar in städtischem Besitz, sieht dieser Bereich vor. Der größere Teil mit 3,7 Hektar schließt direkt an den Friedhof an. Die Erschließung dieses Gebiets wird erst in einem zweiten Schritt erfolgen, wenn die künftige Nutzung konkret feststeht, sprich, wenn Firmen dort Flächen gekauft haben.
Der Teil östlich des Kreisverkehrs und der nach Heimerdingen führenden Straße ist 1,7 Hektar groß und wird jetzt zuerst erschlossen. „Wir haben eine große Nachfrage nach den Flächen“, betonte Susanne Widmaier beim Spatenstich. In Kürze gehe sie mit einem Käufer zum Notar, dürfe aber zum jetzigen Zeitpunkt noch keine weiteren Informationen geben.