Wohnen in Stuttgart ist teuer: Viele Haushalte geben mehr als das empfohlene Drittel ihres Nettoeinkommens aus. Vor allem zwei Altersgruppen sind betroffen.

Politik: Lisa Kutteruf (lis)

Die Stuttgarter Mietshaushalte haben im Jahr 2024 durchschnittlich 29 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Bruttokaltmiete (Kaltmiete inklusive kalter Nebenkosten) ausgegeben. Verglichen mit dem Jahr 2022 hat sich die Mietbelastung in Stuttgart kaum verändert (30 Prozent). Das geht aus Daten der Stadt Stuttgart hervor. Damit kann der Durchschnittshaushalt die oft empfohlene Faustformel – ein Drittel des Einkommens für Miete – noch einhalten.

 

Allerdings trifft das nicht auf alle Altersgruppen zu. Sieht man sich diese separat an, sind drei Altersklassen an der Ein-Drittel-Grenze oder sprengen diese: Die Jüngeren bis 29 Jahre geben 33 Prozent ihres Einkommens für die Bruttokaltmiete aus, bei den 65- bis 79-Jährigen sind es sogar 36 Prozent und bei den Menschen, die 80 Jahre oder älter sind, 37 Prozent. „Viele von ihnen leben von geringen Alterseinkommen, die mit den steigenden Mieten kaum Schritt halten können“, teilt die Stadt mit.

Stuttgarter Mieter: Jeder Fünfte finanziell überbelastet

Nahezu jeder fünfte Mieterhaushalt in Stuttgart muss mehr als 40 Prozent seines verfügbaren Einkommens für Wohnkosten aufbringen, womit er nach EU-Definition als finanziell überbelastet gilt. Diese Quote der Haushalte mit überproportional hohen Wohnkostenbelastungen ist in Stuttgart in den letzten vier Jahren weitgehend konstant geblieben. Unter den 30- bis 44-Jährigen gibt nur etwa jeder neunte Haushalt mehr als 40 Prozent des verfügbaren Einkommens für die Miete aus, wie die Stadt schreibt.

„Angesichts des wachsenden Anteils älterer Menschen gewinnt die Frage nach bezahlbarem Wohnraum für Seniorinnen und Senioren weiter an Bedeutung“, teilt die Stadt mit, „sowohl sozialpolitisch als auch für die künftige Stadtentwicklung“.