Ab 31. Juli wird der Wagenburgtunnel einen Monat lang gesperrt. Foto: Sebastian Steegmüller
Die wichtige Verbindung zwischen Stuttgart-Ost und der City steht im August wegen Bauarbeiten nicht zur Verfügung. Umleitungen sind ausgeschildert, Verkehrsbehinderungen zu erwarten.
Sebastian Steegmüller
25.07.2025 - 12:52 Uhr
Auf Autofahrer, die zwischen Stuttgart-Ost und Mitte unterwegs sind, kommen Einschränkungen zu. Von Donnerstagfrüh, 31. Juli, bis voraussichtlich Sonntag, 31. August, wird der Wagenburgtunnel aufgrund von Sanierungsarbeiten voll gesperrt. Rund 6500 Autos nutzen die wichtige Verbindung in die Stuttgarter Innenstadt täglich, dementsprechend ist trotz des reduzierten Verkehrsaufkommens während der Sommerferien mit Behinderungen zu rechnen.
Risse an der Tunneldecke
Erbaut wurde der Wagenburgtunnel bereits im Jahr 1941, die Arbeiten jedoch aufgrund des Zweiten Weltkriegs unterbrochen. Die beiden Röhren dienten vorübergehend als Luftschutzräume. Die Fertigstellung erfolgte schließlich 1958. Damals wurde die Südröhre auch für den Verkehr freigegeben. Die jahrzehntelange Nutzung hat offenbar Spuren hinterlassen. Im Herbst 2022 hatte man bei einer Bauwerksuntersuchung am West- und Ostportal Risse an Zwischendecken entdeckt. Rund um die Abluftkanäle bröckelte der Beton auf die Fahrbahn herab, daraufhin musste der Tunnel vorübergehend gesperrt werden. Mit zwei großen Gerüsten an den jeweiligen Ein- beziehungsweise Ausgängen des 824 Meter langen Tunnels wurden die schadhaften Stellen provisorisch abgesichert, um die Fahrspuren wieder freigeben zu können. Zugleich hat die Stadt die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde und die maximale Durchfahrtshöhe auf vier Meter reduziert.
Wieder Tempo 40 im Wagenburgtunnel
Bei den im August anstehenden Arbeiten sollen die vorhandenen Abluftkrümmer aus dem Baujahr 1957 durch eine temporäre Stahltrapezblechkonstruktion ersetzt werden, sodass die Schutzgerüste entfallen können. „Temporär“ bedeutet, dass der Abluftkanal für die nächsten Jahre instand gesetzt wird. Zu einem späteren Zeitpunkt, der aber noch nicht feststeht, soll die Betriebstechnik von Grund auf und somit dauerhaft erneuert werden. Nach Abschluss der jetzigen Arbeiten wird im Wagenburgtunnel wieder Tempo 40 gelten, die Durchfahrtshöhe auf 4,5 Meter erhöht. Die Kosten für die Sanierung belaufen sich auf rund 580 000 Euro. Am kommenden Dienstag diskutieren die Stadträte im gemeinderätlichen Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik über die Maßnahme.
Wegen der beiden Gerüste wurde die Durchfahrtshöhe auf vier Meter begrenzt. Foto: Andreas Rosar
Während der Sperrung des Tunnels sind Umleitungen ausgeschildert. Stadteinwärts werden Verkehrsteilnehmer in Stuttgart-Ost rund um die Uhlandshöhe in Richtung Olgaeck gelotst. Um sie aus dem Wohngebiet rauszuhalten, wird bereits am Gaskessel auf die Sperrung hingewiesen und eine Umleitung über die Hackstraße angeboten. Autofahrer, die normalerweise aus der Innenstadt durch den Tunnel in Richtung Neckar wollen, sollen die Bundesstraße 14 – Willy-Brand-Straße, Cannstatter Straße und Uferstraße – nehmen.
Haltestelle Ostportal wird nicht angefahren
Die Busse der Linien 40 und der Nachtbuslinie 5 fahren über die Landhaus- und die Schwarenbergstraße, die N7 ist durch Gablenberg auf der Strecke der Linie 42 unterwegs. An der Staatsgalerie werden die Haltestellen der Linie 40 in beiden Richtungen und der N5 in Richtung Neugereut zum Abfahrtspunkt der Linie 42 in der Landhausstraße verlegt. Am Ostportal des Tunnels stoppen die Busse nicht mehr, sondern erst wieder an der Wunnensteinstraße. Die N7 fährt diese Haltestelle während der Bauzeit nicht an. Die Linie 47, die den Stuttgarter Osten mit der City über den Innenstadtring verbindet und den 40er entlasten soll, entfällt während der gesamten Sommerferien, also von Donnerstag, 31. Juli bis Freitag, 12. September, Betriebsschluss.
Zuletzt hatte es unweit des Tunnels erhebliche Einschränkungen gegegeb. Der Verkehr hatte sich aufgrund einer maroden Fassade und der Sperrung einer Fahrspur in Gablenberg mehr als ein halbes Jahr lang gestaut. Kaum ist dieses Nadelöhr entfernt, werden Auto- und Lastwagenfahrer, die im Stuttgarter Osten unterwegs sind, nun auf die nächste Probe gestellt.