Nach dem 1:4 der Stuttgarter Kickers im WFV-Pokal-Finale gegen die SG Sonnenhof Großaspach haben sich die Beteiligten zur Partie geäußert. Wir fassen die Stimmen zum Spiel zusammen.
Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers hat am Samstag im WFV-Pokal-Endspiel vor 8533 Zuschauern im Gazi-Stadion gegen die SG Sonnenhof Großaspach mit 1:4 verloren. Wie ordnen die Spieler und Verantwortlichen das Geschehen ein? Die Stimmen zum Spiel im Überblick.
Kerem Arslan (Kickers-Trainer): „So direkt nach Spielschluss fühle ich mich leer. Ich bin aber stolz auf die Jungs, weil sie alles gegeben haben. Wir wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen. In unseren starken ersten 25 Minuten haben wir das 1:0 verpasst, danach zeigte die SG, wie wichtig Effizienz im Fußball ist. Ich habe Riesenrespekt vor meiner Mannschaft, wie sie nach dem 0:2 zurückgekommen ist. Wir sind Kickers, wir werden wieder aufstehen.“
Pascal Reinhardt (Großaspachs Trainer): „Wir haben viel investiert und überragend gegen den Ball gearbeitet. Der Schlüssel war nicht nur heute unsere Geschlossenheit und der Glaube an die eigene Stärke. Wir wollten diese Party auf der Waldau unbedingt. Unsere Reise geht weiter. In der dritten Liga werden wir unseren Weg fortsetzen, die SG-DNA behalten, das, was wir uns erarbeitet haben, weiterentwickeln. Dass auch die eine oder andere Verstärkung kommt, ist klar. Aber noch ist nichts spruchreif.“
Lutz Siebrecht (Sport-Geschäftsführer der Kickers): Wir haben eine starke erste halbe Stunde hingelegt und hätten in dieser Phase ein Tor verdient gehabt. Der Gegner macht dann mit seiner ersten Chance das 1:0. Wir haben auch nach dem 0:2 noch an uns geglaubt. In Unterzahl war die Chance dann natürlich um einiges geringer als mit elf Mann.“
Fabian Eisele (SG-Torjäger): „Seit ich bei der SG bin, gibt es nur eine Richtung. Ich habe hier in zwei Jahren alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Eigentlich müsste ich aufhören, aber die dritte Liga nehme ich noch mit.“
David Tomic (Kickers-Spieler): „Es war ein Spiel mit enorm vielen Zweikämpfen. Beide Teams haben alles reingeworfen. Wir haben wirklich alles gegeben, aber es hat nicht gereicht. Großaspach hat eine überragende Runde gespielt – und verdient das Double geholt.“
Felix Dornebusch (Kickers-Torwart): „Die SG Sonnenhof war cleverer und abgezockter. Sie spielten ruhiger, klarer, reifer, ohne Stress. Die Gelb-Rote Karte war eine klare Fehlentscheidung, aber es lag nicht am Schiedsrichter, dass wir verloren haben. Wir brauchen unbedingt mehr Klarheit bei unseren Abschlüssen. Wir haben viele Halbchancen, aber oft nichts richtig Zwingendes. Ich führe über meine sportliche Zukunft gute Gespräche mit den Kickers, noch ist nichts entschieden. Ich mache es auch von meinem Gefühl abhängig.“
Mario Borac (Kickers-Spieler): „Wenn David Stojak das 2:2 macht, brennt hier vollends die Hütte, und wir hätten es noch drehen können. Das 1:3 hat uns dann gebrochen. Die SG hat es insgesamt sehr abgezockt gemacht, es ist alles andere als Zufall, dass sie Meisterschaft und Pokal gewonnen haben.“
Nico Blank (Kickers-Spieler): „Die SG hat ihre Chancen gnadenlos verwertet und glänzte durch Effizienz. Das Ergebnis sieht viel klarer aus, als das Spiel tatsächlich war. Wir müssen die Lehren aus dieser Saison ziehen und vor allem an unserer Durchschlagskraft arbeiten.“
David Braig (Kickers-Spieler): „Die Eingespieltheit, die Klarheit in den Abläufen war bei der SG deutlich zu sehen, sie spielten einfach, schnörkellos und gradlinig. Wir wollen zu oft etwas Besonderes machen, wollen zu viel – dann verfallen wir in alte Muster. In der neuen Saison hat die Mannschaft ein neues Gesicht. Das Team braucht mehr Typen, auch einen Abwehrchef. Ich hätte mich natürlich liebend gerne mit dem Pokalsieg verabschiedet. Mein künftiger Club steht noch nicht fest.“
Flamur Berisha (Kickers-Spieler): „Die SG hat in den entscheidenden Momenten eiskalt zugeschlagen. Es ist sehr schade, dass wir nicht mit einem Titel die Saison beenden. Bei mir persönlich ist noch keine Entscheidung gefallen, was meine sportliche Zukunft betrifft.“
Uli Ferber (SG-Mitbegründer): „Es war eine Stunde lang ein spannendes, packendes Pokalspiel mit kämpferischen Kickers. Es war ein Fifty-Fifty-Spiel, aber letztendlich waren wir spielerisch und auch in Sachen Mentalität besser, am Ende kam ein souveräner Sieg heraus. Wie während der gesamten Saison war stets die Überzeugung da. Als Drittliga-Aufsteiger sind wir künftig sind mit unseren 7000 Einwohnern das kleinste Dorf unter allen 56 Proficlubs – darauf können wir stolz sein. Auch meine Frau ist mit Herz dabei (Anm.: Schlagerstar Andrea Berg) und hat extra Dreharbeiten in Köln unterbrochen, um hier auf der Waldau live dabei zu sein.“