Erneut kommt es im öffentlichen Nahverkehr zu Warnstreiks. Die Gewerkschaft ver.di hat in mehreren Regionen zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

Digital Desk: Lukas Böhl (lbö)

Fahrgäste müssen sich in den kommenden Tagen auf erhebliche Einschränkungen einstellen.

 

Ulm: Nahverkehr steht weitgehend still

Im baden-württembergischen Ulm wird der Nahverkehr am Montag und Dienstag, 13. und 14. April 2026, massiv eingeschränkt. Grund ist ein Warnstreik bei der SWU mobil.

Betroffen sind nahezu alle Beschäftigten des Unternehmens, das den Großteil des Fahrpersonals stellt. Subunternehmen sind nicht Teil des Streiks, sodass einzelne Verbindungen weiterhin fahren könnten. Dennoch wird erwartet, dass der Fahrbetrieb weitgehend ausfällt.

Zu Ausfällen kommt es unter anderem auf den Linien 1, 2, 4, 5, 7, 10, 11 und 15 sowie auf der Linie E. Die SWU will versuchen, zumindest die Straßenbahnlinien teilweise aufrechtzuerhalten.

Hintergrund ist ein Tarifkonflikt. ver.di fordert unter anderem Zulagen und eine Angleichung der Bezahlung im Konzern. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 16. April angesetzt.

Bayern: Große Städte am 14. April betroffen

Auch in Bayern ruft ver.di zu einem Warnstreik auf. Am Dienstag, 14. April 2026, sollen in mehreren Städten Busse und Straßenbahnen stillstehen – einen Tag vor der nächsten Verhandlungsrunde.

Betroffen sind:

  • München
  • Nürnberg
  • Augsburg
  • Regensburg
  • Fürth
  • Bayreuth
  • Dachau
  • Passau
  • Landshut
  • Schweinfurt

Auch Aschaffenburg ist formal einbezogen, allerdings wird dort kaum mit Auswirkungen für Fahrgäste gerechnet. Die S-Bahn ist nicht betroffen, da sie unter einen anderen Tarifbereich fällt.

ver.di fordert aktuell unter anderem eine Entgelterhöhung um insgesamt 550 Euro sowie eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. Die Arbeitgeber hätten in zentralen Punkten bislang keine ausreichende Verhandlungsbereitschaft gezeigt.

Sachsen: Mehrtägige Streiks im Regionalverkehr

In Sachsen werden die Arbeitskämpfe weiter ausgeweitet. Zwischen dem 15. und 18. April 2026 kommt es zu Warnstreiks im Regionalverkehr in zahlreichen Regionen und Städten, darunter Dresden und Chemnitz.

Betroffen sind unter anderem:

  • Zwickau
  • Erzgebirgskreis
  • Mittelsachsen
  • Meißen
  • Bautzen
  • Görlitz
  • Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Mehrere Verkehrsunternehmen stellen in diesem Zeitraum den Betrieb ganz oder teilweise ein. Bereits zuvor hatte es erste Streiks gegeben. Eine weitere Ausweitung gilt als möglich, da die Tarifverhandlungen bislang ohne Ergebnis geblieben sind.

Saarland: Möglicher unbefristeter Streik

Im Saarland könnte sich die Lage weiter zuspitzen. Dort wird über eine Urabstimmung entschieden, die den Weg für einen unbefristeten Streik ebnen könnte. Sollte es dazu kommen, drohen länger anhaltende Ausfälle im Busverkehr.

Hintergrund: Druck vor entscheidenden Verhandlungen

Die aktuellen Warnstreiks stehen im Zusammenhang mit laufenden Tarifrunden im Nahverkehr. ver.di will damit den Druck auf die Arbeitgeber vor anstehenden Verhandlungen erhöhen.

Im Mittelpunkt stehen Forderungen nach höheren Löhnen, besseren Arbeitsbedingungen und Entlastung im Schichtdienst. Die Arbeitgeber verweisen hingegen auf wirtschaftliche Grenzen und halten Teile der Forderungen für nicht umsetzbar.

Für Fahrgäste bedeutet das vorerst vor allem Einschränkungen im Alltag – und die Notwendigkeit, sich vor jeder Fahrt kurzfristig über die aktuelle Lage zu informieren.