Streit um Namensrechte Stuttgarter Cavos-Chef klagt gegen fünf Restaurants in Deutschland

Das Cavos an der Lautenschlagerstraße wurde 2012 eröffnet. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Der Stuttgarter Cavos-Chef Thom Dobler klagt gegen fünf Restaurants in Deutschland, die auch Cavos heißen. Darunter eines in Waiblingen. Derweil gibt es Fortschritte bei der Suche nach einem neuen Standort.

Cavos ist griechisch und heißt übersetzt Tau – es handelt sich also um ein dickes Seil, das zum Anlegen eines Schiffes am Hafen verwendet wird. 2012 wurde an der Lautenschlagerstraße in Stuttgart die griechische Taverna Cavos nach Münchner Vorbild eröffnet. Sie ist seitdem bekannt dafür, dass zu später Stunde, wenn die Grillteller aufgegessen, die Kerzen ausgeblasen und die Tische abgeräumt sind, die Gäste bei lauter Musik enthemmt tanzen und Servietten werfen. Als „Partygrieche“ hat sich das Lokal weit über Stuttgart hinaus einen Namen gemacht.

 

„Wir waren zuerst da“, sagen die Waiblinger

In Waiblingen gibt es ein weiteres Restaurant namens Cavos, das bereits 2011 eröffnet wurde. „Wir waren zuerst da, vor den Stuttgartern“, sagt der Wirt Konstantinos Tsantos. Deshalb werde er den Namen behalten, wogegen nun aber das Stuttgarter Cavos klagt. In Griechenland sei Cavos ein ganz normales Wort, auch der Name einer Stadt, das man nicht schützen könne, argumentiert der Wirt aus dem Remstal.

Im Sommer 2023 hat Thom Dobler, ein Architekt, das Cavos an der Lautenschlagerstraße von den Münchner Vorbesitzern und dem langjährigen Geschäftsführer Hiki Shikano Ohlenmacher übernommen und damit das bestehende Recht am Markennamen Cavos mitgekauft. Mit dem Cavos hat er Großes vor. Weil es in Stuttgart so gut läuft, will er Restaurants unter diesem Namen mit dem Konzept des Partygriechen in weiteren Städten betreiben. Zürich macht den Anfang seiner Expansion: Dort ist die Eröffnung für Mai geplant.

Der Architekt Thom Dobler hat im Sommer 2023 das Cavos in Stuttgart mitsamt dem Markennamen gekauft. Foto: Uwe Bogen

Da Thom Dobler 2027 (bis dahin läuft sein Mietvertrag) mit dem Cavos die Lautenschlagerstraße verlassen muss, um Platz zu machen für das städtebauliche Projekt „KarLa“, das den Abriss und den Neubau für Büros, Einzelhandel und Wohnungen vorsieht, hat er in der Stuttgarter Innenstadt neue Räume gesucht. Jetzt ist der Cavos-Chef fündig geworden, wie er berichtet. Da der Mietvertrag aber noch nicht unterschrieben ist, will er noch nicht verraten, wo sich das zweite Stuttgarter Cavos befinden wird.

Als der Architekt und Neu-Gastronom im Internet eine negative Bewertung über das Cavos in Stuttgart las, recherchierte er und fand heraus, dass der Schreiber des Verrisses ein ganz anderes Cavos meinte. „Verwechslungen schaden uns“, sagt Thom Dobler, zumal er Expansionspläne habe und den Markennamen noch in weitere Städte bringen will. Konstantinos Tsantos vom Cavos in Waiblingen hält dagegen: „Es gab niemals schlechte Kritiken in Stuttgart, die für unser Restaurant in Waiblingen geschrieben wurden – im Gegenteil, die Rückmeldungen unserer Gäste sind überwiegend positiv.“

Gericht soll im April entscheiden

Wirt Konstantinos Tsantos, dessen Schwester Maria Tsantou die Inhaberin ist, versteht nicht, warum der neue Stuttgarter Cavos-Betreiber nun vor Gericht zieht. Mit den früheren Inhabern habe man sich stets gut verstanden. „Leben und leben lassen“ sei das Motto gewesen. Ohnehin sei Waiblingen von Stuttgart doch weit weg, man habe den Namen bereits ein Jahr vor den Stuttgartern gewählt, außerdem handele es sich bei Cavos um einen immer wieder verwendeten Namen für griechische Restaurants.

Aktuell gibt es Lokale dieses Namens etwa in Essen, München und Edingen. Da Thom Dobler den Markennamen rechtlich geschützt hat, was die anderen wohl versäumt haben, sieht er das Recht aber auf seiner Seite und klagt bundesweit gegen fünf Gastronomen, die diesen Namen verwenden.

Selbstbewusst sagt der Waiblinger Wirt: „Wir bleiben das Cavos“

Zur freiwilligen Aufgabe des Namens Cavos konnte der Stuttgarter die Waiblinger Kollegen nicht überreden. „Wir bleiben das Cavos“, erklärt Konstantinos Tsantos. Dass man nun viel Geld für das Gerichtsverfahren aufwenden müsse, bedauert er: „Aber an uns liegt das nicht.“ Er habe einen renommierten Anwalt für die juristische Auseinandersetzung engagiert, weshalb er an den Erfolg in der Verhandlung im April glaubt. Wie in Deutschland gebe es auch in Griechenland viele Wörter, die Allgemeingut seien, die man also nicht für sich allein beanspruchen könne.

Thom Dobler sieht das anders. „Es gibt auswärtige Gäste, die etwa aus der Schweiz kommen, weil sie von unserem Cavos gehört haben“, sagt der Wirt, „wenn sie dann in Waiblingen landen und eine schlechte Bewertung auf unserem Portal schreiben, ist das sehr schlecht für uns.“

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