Am Marktplatz, wo früher im Erdgeschoss Nespresso beheimatet war, ist noch kein neuer Mieter gefunden. Im ersten Obergeschoss wird Eppli einziehen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Das familiengeführte Auktionshaus Eppli investiert einen mittleren siebenstelligen Betrag in sein neues Stammhaus an der Sporerstraße. Wann die Einweihung gefeiert werden soll.
Torsten Ströbele
28.05.2025 - 09:36 Uhr
Das Familienunternehmen Eppli eröffnet bald sein neues Stammhaus an der Sporerstraße 8, mitten in der Stuttgarter Innenstadt. Die Bauarbeiten im ehemaligen Spielwaren-Kurtz-Gebäude laufen auf Hochtouren. Die Wände sind gezogen, die neue Schaufensterfront wurde eingebaut, die Elektroleitungen sind verlegt. Vor Kurzem haben die Malerarbeiten begonnen, demnächst folgen die Bodenbeläge und Schreinerarbeiten.
Die Einweihung findet voraussichtlich im Juli statt. Eine große Feier ist für Oktober geplant. Nach der Fertigstellung wird Eppli Waren auf einer Fläche von etwa 2000 Quadratmetern anbieten. Das Konzept sieht unter anderem einen Auktionssaal, einen sogenannten Flagship-Store und einen Juwelier für private Verkäufe vor.
Ferdinand Eppli: „Vision besteht schon lange“
Mit dem Umzug in die Sporerstraße 8 wird für Eppli ein lang gehegter Wunsch Wirklichkeit. „Die Vision, all unsere Bereiche und Kompetenzen in einem Haus zu vereinen, besteht schon lange. Mit dem Eppli Haus können wir unsere Pläne nun endlich umsetzen und ein großes Auktions- und Handelshaus für pre-owned Luxus schaffen“, sagt Geschäftsführer Ferdinand Eppli.
Tatsächlich beherbergte das Stammhaus von Eppli in der Bärenstraße lange Zeit alle Abteilungen unter einem Dach. Aber als das Familienunternehmen seine Dienstleistungen ausbaute, wurde zusätzlicher Raum benötigt. Die Bereiche Kunst und Antiquitäten zogen in die Auktionshalle nach Leinfelden-Echterdingen. Die Mode- und Accessoires-Sparte expandierte in den Königsbau, das Expertenzentrum fand am Marktplatz ein neues Zuhause. Die Aufteilung der Standorte war daher keine bewusste Entscheidung, sondern dem Wachstum geschuldet.
Künftig ist alles an einer Adresse auf sechs Etagen zu finden
Als das ehemalige Kurtz-Haus frei wurde, zögerte Eppli nicht lange. Die Lage in unmittelbarer Nähe zu Merz & Benzing, der Markthalle und dem Dorotheen-Quartier ist bestens, ist man sich im Familienunternehmen sicher. „Die Ecke war schon immer durch hochwertige Ladengeschäfte, attraktive Marken und feine Gastronomie geprägt – und passt deshalb hervorragend zu uns“, sagt Ferdinand Eppli.
So soll der Raum mal ausschauen. Foto: blocher partners
Auf einer Gesamtfläche von rund 2000 Quadratmetern, verteilt auf sechs Etagen, kommen künftig alle Geschäftsfelder zusammen: Im Erdgeschoss werden das Juweliergeschäft, der Schmuck- und Uhrenbereich sowie eine Verkaufsfläche für Mode, Handtaschen und Accessoires zu finden sein – die sich bis ins erste Obergeschoss fortsetzt. Dort sind außerdem sowohl ein Teil des Expertenzentrums als auch die Goldschmiede- und Uhrmacherwerkstatt geplant. Der Durchgang in den zur Marktplatzseite gelegenen Bereich bietet Raum für die Auktionsvorschau sowie einen klimatisierten Weinkeller hinter Glas und führt in den modernen Auktionssaal mit integrierter Bar.
Ein Großteil der Expertenbüros wird in den zweiten Stock einziehen. Dort finden die Begutachtung, der Ankauf oder die Einlieferung von Objekten für Auktionen statt. Der dritte Stock ist für die Geschäftsleitung, die Personal- und Marketingabteilung sowie Meetingräume vorgesehen. Im ersten Untergeschoss werden Kunst, Collectibles und Antiquitäten sowie Münzen, Briefmarken und Historika angeboten, während das zweite Untergeschoss als Lagerfläche dient. Der Tresorraum und eine kleine Verwaltungsfläche verbleiben am bisherigen Standort am Marktplatz 6. Die Flächen im Königsbau und an der Bärenstraße werden aufgegeben.
Zwei Gebäude miteinander verbunden
Für die Planung und Umsetzung des Umbaus engagierte Eppli das Stuttgarter Architekturbüro Blocher Partners. „Ein vielfältiges Retail-Konzept mit einem Auktionsbereich und Expertenbüros zu kombinieren, stellte eine planerische Herausforderung dar, die sich nicht mit dem klassischen Einzelhandel vergleichen lässt. Es gab für dieses Projekt kaum Anknüpfungspunkte, wir haben hier eine Vorreiterrolle eingenommen“, erklärt Ferdinand Eppli.
Herausfordernd sei auch gewesen, die beiden unterschiedlichen Gebäudekomplexe an der Sporerstraße und am Marktplatz zusammenzuführen, betont die Geschäftsführerin des Architekturbüros, Jutta Blocher. Von der Sporerstraße aus ist der barrierefreie Zugang ins neue Eppli Haus gewährleistet. Vom Marktplatz erreicht man über Treppen das Familienunternehmen im ersten Stock. Gerne hätte Ferdinand Eppli auch die Räume im Erdgeschoss am Marktplatz angemietet. Allerdings sei die Miete der ehemaligen Nespresso-Fläche am Ende zu hoch gewesen. Wer dort nun einziehen wird, ist noch unklar. Ferdinand Eppli würde sich auf jeden Fall über „etwas Hochwertiges“ an dieser Stelle freuen, „gerne auch Gastronomie“.
Der Umzug in das neue Eppli Haus markiert für das Familienunternehmen einen bedeutenden Meilenstein. In die Entwicklung dieses zukunftsweisenden Projekts flossen nicht nur viel Zeit und Herzblut, sondern auch erhebliche Investitionen. Ferdinand Eppli spricht von einem mittleren siebenstelligen Betrag. Mit diesem Projekt bekennt sich Eppli klar und langfristig zum stationären Einzelhandel und zum Standort Stuttgart.