Stuttgart Rat kürzt Liste Fürs Konzertforum bleiben fünf Bauplätze übrig

Gebäude und Areal der früheren Sektkellerei Rilling bleiben im Rennen um den Standort für eine Konzerthalle. Foto: Lichtgut

Die Pläne für ein neues Konzerthaus sollen trotz schlechter Haushaltslage weiterverfolgt werden. Ob das Geld dafür am Ende reicht, entscheidet sich im Dezember.

Die Landeshauptstadt will ihre Pläne zum Bau eines neuen Konzerthauses mit einem 1100 Zuhörer fassenden Saal weiter verfolgen. Dazu soll die Zahl von elf Grundstücken, die der Stadt in einem Markterkundungsverfahren angeboten worden sind oder bereits in städtischem Besitz sind, auf fünf reduziert werden.

 

Zum Quintett gehört weiterhin, das haben Mitglieder mehrerer Fraktionen nach einer nicht öffentlichen Sitzung des Verwaltungsausschusses deutlich gemacht, das Areal der früheren Sektkellerei Rilling in Bad Cannstatt. Für dieses Grundstück hatte der private Eigentümer Trias GmbH der Stadt Ende 2023 Baupläne vorgelegt. Trias hatte den schlüsselfertigen Bau angeboten, die Kosten könnten bei 100 bis 120 Millionen Euro liegen.

Kritik aus der Architektenschaft

Eine direkte Beauftragung durch die Stadt ist rechtlich nicht möglich. An einem solchen Vorgehen hatte es deutliche Kritik aus der Architektenschaft gegeben. Die fünf Stuttgarter Kammergruppen fordern die Trennung von Planung und Bau und einen zweistufigen Planungswettbewerb. Dieser ist bei städtischen Gebäuden in dieser Größenordnung Usus. In einer Übersicht über geplante Großinvestitionen hatte die Stadt ihren Anteil Ende 2024 mit 100 Millionen Euro angegeben.

Grundstück im Neckarpark verkauft

Neben dem Rilling-Gelände an der Neckartalstraße werden von den Bürgervertretern ein Grundstück in der Nähe des Wizemann-Areals an der Pragstraße, das städtische Grundstück der heutigen Kfz-Zulassungsstelle an der Krailenshaldenstraße und ein vor wenigen Jahren für 14,2 Millionen Euro verkauftes Grundstück im Neckarpark beim Sportbad (Benzstraße) sowie eine Fläche in Feuerbach in der Nähe des Bahnhofs genannt. Auf der bisherigen Liste steht auch die Fläche des alten Hallenbades in Bad Cannstatt. Dafür gibt es allerdings keine Fürsprecher. Das gilt auch für eine Fläche auf dem Stuttgart-21-Gelände hinter dem Bahnhof. Vor 2035 wird dort, so die Einschätzung der Räte, kein neues Gebäude stehen.

Geld für noch ein Kulturprojekt?

Das Grundstücksquintett soll vor der Sommerpause für die weitere Entscheidung vorliegen. Ob die Kulturinvestition finanziert werden kann, ist angesichts eines prognostizierten Defizits von 889 Millionen Euro im Ergebnishaushalt in diesem und 722 Millionen im kommenden Jahr fraglich. Finanzbürgermeister Thomas Fuhrmann (CDU) will mit dem Gemeinderat ein Haushaltssicherungskonzept erarbeiten und das Defizit bis 2030 in einen Überschuss von 200 Millionen Euro jährlich wandeln. Nur wenn das gelinge, werde die Stadt „auch künftig wieder in der Lage sein, investieren zu können“.

In der Liste der Kultur-Großprojekte für die nächsten Jahre findet sich zum Beispiel die Sanierung des Staatstheaters mit 530 Millionen Euro, die Villa Berg mit 100 Millionen Euro, die Ergänzung des Theaterhauses, die mit 110 Millionen Euro zu Buche schlagen würde, die Sanierung des Gustav-Sigele-Hauses für 70 Millionen Euro und der unmittelbar bevorstehende Neubau des Hauses für Film und Medien beim Breuninger-Parkhaus, was mit 120 Millionen Euro veranschlagt ist. Ob das Konzertforum Teil der Liste bleibt, entscheidet sich im Dezember bei der Abstimmung zum Doppelhaushalt 2026/2027.

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