Stuttgart stärkt den Radverkehr Darum gibt es Verzögerungen bei der Umweltspur

Die Kfz-Spur neben dem Radweg soll stadtauswärts zur Umweltspur werden. Foto: Uli Nagel

Laut dem Tiefbauamt soll die separate Spur zwischen der König-Karls-Brücke und dem Wilhelmsplatz stadtauswärts im Frühjahr eingerichtet werden. Der Verkehrsversuch dauert ein Jahr.

Redaktionsleiter: Uli Nagel (uli)

In Bad Cannstatt soll eine sogenannte Umweltspur für die Busse der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) und für Fahrradfahrer eingerichtet werden. Das hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik im Mai 2024 mehrheitlich beschlossen. Betroffen ist die König-Karl-Straße stadtauswärts zwischen der König-Karls-Brücke und dem Wilhelmsplatz. Auf diesem Streckenabschnitt fiele dann eine Spur für den Kfz-Verkehr weg – allerdings zunächst nur als einjähriger Versuch, der danach ausgewertet wird.

 

Kein Platz für Radfahrer und Fußgänger

Der Grund für die Maßnahme: Der Gehweg durch den fast 100 Meter langen Tunnel auf der stadtauswärtigen Seite ist für Passanten und Fahrradfahrer viel zu schmal. Und da auch die SSB-Busse zu den Stoßzeiten im Stau stecken bleiben, gab es schon vor Jahren die Forderung nach einer Umweltspur. Neben einer Beschleunigung des öffentlichen Nahverkehrs soll auch die Sicherheit für Radfahrer in diesem Bereich erhöht werden. Knapp 20 Unfälle wurden an der Einmündung Kleemannstraße/König-Karl-Straße in den letzten fünf Jahren registriert.

Die Umweltspur sollte – ohne bauliche Maßnahmen und nur mit Beschilderung und Fahrbahnmarkierungen – bereits Ende 2024 umgesetzt werden. Doch aus dem Vorhaben wurde nichts – sehr zum Ärger des ADFC-Kreisverbands, der Anfang Dezember monierte, dass einmal mehr ein wichtiges Radprojekt in der Landeshauptstadt nicht fertig werde, obwohl der Aufwand überschaubar sei.

Ämter stimmen letzte Details ab

„Das Tiefbauamt ist dabei, den Verkehrsversuch im Frühjahr einzurichten“, sagt Stadtsprecher Oliver Hillinger. Die im vergangenen Jahr geplante Umsetzung habe sich laut Tiefbauamt wegen der Koordination mit anderen Baustellen verzögert. Das Amt weist angesichts der Kritik zudem darauf hin, dass bei Verkehrsversuchen die gleichen Standards hinsichtlich der Sicherheit gelten wie bei der endgültigen Einrichtung von neuen Verkehrszuständen. „Die beteiligen Ämter der Stadt Stuttgart stimmen derzeit die letzten Details ab, damit ein Start des Verkehrsversuches wie geplant erfolgen kann“, sagt Hillinger. Das bürgerliche Lager im Gemeinderat übt harsche Kritik an dem Verkehrsversuch. Vor allem die CDU prognostizierte immer wieder einen „Verkehrsinfarkt“ für Bad Cannstatt und hält vor allem den Zeitpunkt der Einführung der Umweltspur für falsch, da man heute noch gar nicht wisse, wie viele Fahrzeuge täglich vom Rosensteintunnel über die neue Rampe und die König-Karls-Brücke in Richtung Wilhelmsplatz fahren würden. Was das mutmaßliche Chaos angeht, so haben die Verkehrsplaner beim Stadtplanungsamt immer wieder betont, dass die Verwaltung die Verkehrsentwicklung beobachten und gegebenenfalls reagieren werde. Allerdings habe die Stadt schon das Ziel, die Hauptradroute 1 zwischen dem Mineralbad Leuze und Fellbach stadtein- und stadtauswärts zu einer Radschnellverbindung auszubauen. So soll bereits in diesem Jahr der Radweg auf der König-Karls-Brücke verbreitert werden.

Radweg soll verbreitert werden

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