Mercedes-Benz verkauft seine Niederlassung Berlin-Brandenburg, zu der unter anderem der prestigeträchtige Hauptstadt-Standort am Salzufer zählt. Foto: IMAGO/Joko
Mercedes verkauft derzeit bundesweit seine Niederlassungen. Die Mitarbeiter erhalten eine Art Wechselprämie in fast sechsstelliger Höhe. Und das ist noch nicht alles.
Indem er seine 80 Niederlassungen in Deutschland mit rund 8000 Beschäftigten veräußert, will der Autohersteller seine Kapitalbindung in Immobilien verringern. Zudem erhofft er sich von neuen Betreibern bessere Vertriebs- und Serviceleistungen sowie ein stärkeres Kundenerlebnis. Was folgt daraus für die Mitarbeiter der verkauften Standorte?
Vor bald zwei Jahren einigte sich Mercedes mit den Arbeitnehmervertretern auf Rahmenbedingungen, nachdem der Verkauf bereits vor längerer Zeit beschlossen worden war. Diese Vereinbarung kam nun auch beim Verkauf der Niederlassung in Berlin mit ihren 1100 Mitarbeitern zum Tragen. Die Regelungen gelten als außergewöhnlich großzügig. Denn die Mitarbeiter der Niederlassungen werden weiterbeschäftigt und erhalten einen zeitlich befristeten Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen. Zudem bekommen sie vom Autobauer eine Einmalzahlung.
Mitarbeiterprämie für Wechsel: So viel zahlt Mercedes
Bei dieser handelt es sich um eine Art Wechselprämie, deren Höhe im Schnitt bei 85.000 Euro liegt. Damit nicht genug: Mercedes übernimmt auch für zehn Jahre Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge und bestehende Regelungen, beispielsweise zum Jubiläumsgeld und zur Altersteilzeit.
Private Betreiber, die eine Mercedes-Niederlassung kaufen, müssen sich zur Tarifbindung verpflichten. Bis zum Übergang auf den neuen Eigentümer erhalten Beschäftigte außerdem einen garantierten Jahresbonus, der sich auf eine Höhe von 2500 Euro beläuft.
In Berlin und Brandenburg übernimmt der internationale Autohändler GAHL mit Sitz im Vereinigten Königreich die insgesamt sieben Standorte. Zu den fünf, die in der Hauptstadt liegen, zählt etwa der prestigeträchtige Standort am Salzufer. GAHL führt laut dem Stuttgarter Autobauer seit Jahren erfolgreich Mercedes-Betriebe in Großbritannien und den USA.
Der Standort am Berliner Salzufer ist einer von insgesamt sieben, die zur Niederlassung Berlin-Brandeburg zählen. Foto: Fabian Sommer/dpa
Auch in der Heimatstadt der Marke mit dem Stern befindet sich eine Niederlassung. Die will der Konzern ebenfalls verkaufen. Das Projekt soll aber erst 2027 angegangen werden. Auch für die Beschäftigten der Stuttgarter Niederlassung werden die vereinbarten Konditionen gelten.