Stuttgarter Autohersteller Absatzflaute hält an – aber bei einem Mercedes-Modell läuft es blendend
Mercedes-Benz verkauft 2025 weltweit weniger Autos als im Vorjahr. Doch bei einem Modell hat der Konzern ein Rekordergebnis erzielt.
Mercedes-Benz verkauft 2025 weltweit weniger Autos als im Vorjahr. Doch bei einem Modell hat der Konzern ein Rekordergebnis erzielt.
Mercedes‑Benz hat im vergangenen Jahr weltweit 2,16 Millionen Pkw und Vans verkauft – zehn Prozent weniger als 2024. Zum Jahresende zeigte sich jedoch eine spürbare Belebung: Mit 558 400 Auslieferungen war das vierte Quartal das stärkste des Jahres und lag sechs Prozent über dem dritten Quartal. Damit konnte der Stuttgarter Autohersteller einen Teil des Rückgangs im Gesamtjahr auffangen.
Im Kerngeschäft mit Pkw setzte der Konzern 1,8 Millionen Fahrzeuge ab, ein Rückgang von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Transporterbereich kam 2025 auf 359 100 verkaufte Fahrzeuge, was einem Minus von elf Prozent entspricht.
Die Sportwagenmarke AMG mit Sitz in Affalterbach legte 2025 deutlich zu und lieferte 145 000 Fahrzeuge aus; das bedeutet eine Steigerung um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die G‑Klasse setzte ihren Erfolgskurs fort und erzielte mit 49 700 verkauften Fahrzeugen das beste Ergebnis ihrer Geschichte – ein Zuwachs um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt lag der Anteil der Top‑End‑Modelle bei 15 Prozent des Pkw‑Absatzes.
Belastend wirkten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr vor allem die beiden wichtigsten Auslandsmärkte aus. In China sank der Absatz 2025 um 19 Prozent auf 551 900 Fahrzeuge. Bereits im Jahr zuvor hatte Mercedes‑Benz dort Einbußen hinnehmen müssen. Der weltweit größte Automarkt steht unter starkem Wettbewerbsdruck: Heimische Hersteller gewinnen insbesondere bei Elektroautos deutlich an Boden, der Absatz batteriebetriebener Fahrzeuge ist zuletzt stark gewachsen.
Auch in den USA blieb das Marktumfeld schwierig. Der Absatz an Händler ging 2025 um zwölf Prozent auf 284 600 Fahrzeuge zurück. Gleichzeitig lieferte Mercedes‑Benz rund 303 000 Fahrzeuge direkt an Kunden aus – leicht mehr als im Vorjahr. Der Unterschied erklärt sich daraus, dass die Lagerbestände bei vielen Händlern hoch waren, nachdem US‑Präsident Donald Trump Zölle auf Autoimporte angekündigt hatte.
Stabiler entwickelte sich der Absatz in Europa. Insgesamt verkaufte Mercedes‑Benz hier 634 600 Pkw, nur ein Prozent weniger als im Vorjahr. In Deutschland blieb der Jahresabsatz mit 213 200 Fahrzeugen nahezu konstant. Auffällig war das starke Schlussquartal, in dem die Verkäufe gegenüber dem dritten Quartal um 23 Prozent zulegten.
Im Elektrogeschäft macht sich inzwischen der neue CLA bemerkbar. Zwar ging der Absatz reiner batterieelektrischer Pkw im Gesamtjahr um neun Prozent auf 168 800 Fahrzeuge zurück. Im vierten Quartal kam es jedoch zu einer deutlichen Belebung: Gegenüber dem dritten Quartal stiegen die Verkäufe rein elektrischer Fahrzeuge um 18 Prozent. In Europa erreichte Mercedes‑Benz mit E‑Autos und Plug‑in‑Hybriden einen Rekordanteil von 40 Prozent am Absatz. Weltweit verkaufte der Konzern 368 600 elektrifizierte Fahrzeuge und blieb damit in etwa auf Vorjahresniveau.