Stuttgarter Bäder Schwimmkurse für Kinder „nach zwölf Sekunden ausgebucht“

Es geht um Sicherheit: Kinder sollten sicher schwimmen können. Foto: dpa/Uwe Anspach

Für Eltern ist es schwer, einen Schwimmkurs für ihren Nachwuchs zu bekommen. Die Stuttgarter Bäder entgegnen, das Angebot sei ausreichend. Das Problem liege woanders.

Familie/Bildung/Soziales: Alexandra Kratz (atz)

Bewegung im Wasser ist gesund – auch schon für die ganz Kleinen. Sie kräftigt die Muskulatur, der Wasserdruck fördert die taktile Wahrnehmung. Den meisten Babys und Kleinkindern macht es zudem Spaß, zusammen mit ihren Eltern im Wasser zu planschen. Bei Wassergewöhnungskursen für Drei- bis Vierjährige geht es dann schon darum, die Grundelemente des Schwimmens zu lernen.

 

Die Stuttgarter Bäder bieten solche Kurse an – aber es ist verdammt schwer, einen zu bekommen. In der Regel kann man sie nur online buchen, und manche seien „innerhalb von zehn bis zwölf Sekunden ausgebucht“, sagt eine Mutter. Eine andere ergänzt: „Wir haben noch nie so einen Kurs bekommen.“

Unter Eltern führt das immer wieder zu Unmut. Jens Böhm kennt die Situation. „Die Nachfrage ist grundsätzlich hoch, besonders bei Babyschwimmkursen, was uns natürlich freut“, sagt der Sprecher der Stuttgarter Bäder. Doch auch das Angebot sei hoch. Nicht nur die Stuttgarter Bäder hätten Kurse im Programm, sondern auch Schwimmvereine und private Anbieter. Die Initiative Schwimmfit hat dazu eine Statistik erstellt. Demnach gab es 2023 insgesamt 18 500 Kursplätze – von der Wassergewöhnung bis zum sicheren Schwimmenlernen. Bei jährlich etwa 6000 Erstklässlerinnen und Erstklässlern in Stuttgart sei das „ein sehr gutes Angebot“, findet Böhm.

Eltern wollen bestimmte Kurse und teils sogar bestimmte Kursleiter

Ein Engpass entstehe grundsätzlich dann, wenn viele Eltern einen bestimmten Kurs, an einem bestimmten Wochentag, zu einer bestimmten Uhrzeit, in einem bestimmten Bad und manchmal sogar von einem bestimmten Kursleiter buchen möchten. Dann könne es tatsächlich sein, dass Kurse nach wenigen Minuten ausgebucht seien.

Jens Böhm ist Pressesprecher der Stuttgarter Bäder Foto: Lichtgut/Kovalenko

Die Stuttgarter Bäder selbst bieten ausschließlich Kurse zum Schwimmenlernen an – vom Babyschwimmen bis zum Seepferdchen. „Wir sehen dies als unseren sozialen Auftrag an“, sagt Jens Böhm. 2025 habe es 1350 Kursplätze gegeben, die seien zu etwa 90 Prozent belegt gewesen.

Er weist auch darauf hin, dass es die primäre Aufgabe der Stuttgarter Bäder sei, für die Schulen, Vereine und die Öffentlichkeit zu öffnen und den regulären Betrieb zu sichern – unter anderem, damit Schulen ihren staatlichen Auftrag wahrnehmen können, Kindern bis zum Ende der Grundschulzeit das sichere Schwimmen beizubringen. „Unsere eigenen Kurse sowie die Kurse von Drittanbietern, stellen eine sinnvolle Ergänzung dar“, sagt Böhm.

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