Stuttgarter Kickers Dieses Trainerteam soll die Blauen flottmachen
Kerem Arslan soll mit Julian Leist und Jakob Braun die Stuttgarter Kickers in die Spur bringen. Was sind die Gründe, warum sich die Blauen für dieses Trio entschieden haben?
Kerem Arslan soll mit Julian Leist und Jakob Braun die Stuttgarter Kickers in die Spur bringen. Was sind die Gründe, warum sich die Blauen für dieses Trio entschieden haben?
Am Montagmittag hat sich der beurlaubte Marco Wildersinn erst von der Regionalliga-Mannschaft der Stuttgarter Kickers verabschiedet, später ging es unter dem neuen Interims-Chefcoach Kerem Arslan auf den Platz. Zwei Trainingseinheiten bleiben dem 31-Jährigen mit seinen beiden Assistenten Julian Leist und Jakob Braun, um das Team flottzumachen – vor dem WFV-Pokal-Halbfinalspiel an diesem Mittwoch (17.30 Uhr/Panoramastadion) beim Verbandsliga-Zweiten FC Holzhausen.
Was Sport-Geschäftsführer Lutz Siebrecht in diesem K.-o.-Spiel und im weiteren Saisonverlauf konkret von der Mannschaft erwartet, will er erst den Spielern persönlich mitteilen. Aktuell sagt er nur so viel: „Als Mannschaft und Verein können wir uns so nicht mehr präsentieren.“ Das wehrlose Ergeben zuletzt in Bahlingen und bei Schott Mainz kostete Wildersinn den Job.
Warum man sich für die Nachfolge-Lösung mit Arslan an der Spitze entschied? „Kerem ist ein absoluter Fachmann und seit eineinhalb Jahren nah dran am Team. Alle drei sind Personen mit unterschiedlichen Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen“, argumentiert Siebrecht. Auch über erfahrenere Trainer im Kickers-Umfeld wurde zumindest nachgedacht – Wolfgang Geiger (68) und Norbert Stippel (65) stehen im NLZ unter Vertrag –, doch für den Sportchef steht fest: „Die nun gefundene Kombination macht am meisten Sinn.“
Arslan ist ein Kickers-Urgestein. Der 31-Jährige spielte von den Bambini bis zur U 15 und dann wieder in der U 19 für die Blauen. Seine Mitspieler damals hießen u. a. Serge Gnabry, Davie Selke und Kenan Karaman. „Ich war Balljunge im Gazi-Stadion, Einlaufkind, Maskottchen. Jetzt in diesem Stadion zu arbeiten, ist etwas Besonderes. Das ist Heimat“, hat er nach bestandener A-Lizenz im November 2025 erzählt.
Jetzt ist er sogar vom Co-Trainer zum Interims-Chefcoach aufgestiegen. Während sich der wie Wildersinn beurlaubte Assistent Dominik Lang bisher um die Belastungssteuerung und die Standardsituationen kümmerte, gehörte zu Arslans Schwerpunkten die Analyse des eigenen Spiels und des Gegners. Er ist auch das Bindeglied zu den Trainern des NLZ und zu den Jugendspielern und koordiniert Trainingsbeteiligungen von Jugendspielern bei der ersten Mannschaft.
An seiner Seite steht mit Übergangskoordinator Julian Leist ein erfahrener Ex-Profi, der auch bei den Fans hoch im Kurs steht. Der 38-Jährige spielte neben seinen zwölf Jahren bei den Kickers auch beim FC Bayern II, 1860 München II und der SG Sonnenhof Großaspach.
Jakob Braun (28), Neffe von Lutz Siebrecht, hat seine Qualitäten schon im Trainerteam von Mustafa Ünal bei den Blauen gezeigt. Danach sammelte er unter Markus Gisdol Erfahrungen als Co-Trainer in der Türkei bei Samsunspor und Kayserispor. Brauns Schwerpunkte liegen neben der aktuellen Trainingsarbeit auf dem Platz in der Spielvorbereitung und Gegneranalyse.
Unterdessen haben die Kickers einen weiteren Neuzugang für die kommende Saison verpflichtet. Vom Bayern-Regionalligisten FV Illertissen kommt Innenverteidiger Malik Sama (19), der in der vergangenen Winterpause über den FVI II den Sprung in die erste Mannschaft schaffte. Er folgt damit im Sommer seinem aktuellen Coach Holger Bachthaler zu den Blauen.