Der bisherige Assistenzcoach Kerem Arslan (li.) löst Marco Wildersinn ab. Foto: Baumann/Hansi Britsch
Die vorzeitige Trennung von Marco Wildersinn ist perfekt. Assistent Kerem Arslan trainiert die Stuttgarter Kickers bis zum Saisonende, unterstützt von Julian Leist und Jakob Braun.
Im Plan war für Sonntag, 11 Uhr, Training vorgesehen. Die Einheit wurde nach dem 1:3 (1:0) des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers am Samstag beim TSV Schott Mainz gestrichen. „Der Trainer hat der Mannschaft freigegeben“, teilte Sport-Geschäftsführer Lutz Siebrecht auf Nachfrage kurz und knapp mit. Wildersinn erklärte: „Am Sonntag war nur Regeneration, kein Training auf dem Platz. Das war von meiner Seite aus so geplant.“ Was er nicht sagte: Dass er nach dem peinlichen Auftritt in Mainz wohl auch keinen gesteigerten Wert darauf legte, die Gesichter der Spieler so schnell wieder zu sehen, die ihn im Stich gelassen hatten.
Wildersinn war bitter enttäuscht, ahnte seinen Rauswurf. Denn wer eins und eins zusammenzählen konnte, wusste: Die Zeichen stehen eindeutig auf Trennung. Am Sonntagmittag setzten sich die entscheidenden Leute aus der Führungsetage zusammen und entschieden sich endgültig für ein vorzeitiges Ende der Zusammenarbeit. Mit Wildersinn muss auch Co-Trainer Dominik Lang gehen. Der zweite Assistent Kerem Arslan wird die Mannschaft bis zum Saisonende trainieren, an seiner Seite stehen Übergangskoordinator und Ex-Profi Julian Leist sowie Jakob Braun als Analyst.
„Die Ergebnisse und vor allem die Art und Weise unserer Auftritte in den letzten Wochen waren nicht zufriedenstellend. Wir haben intern eine klare Tendenz gespürt, dass die Mannschaft aktuell nicht ihr Leistungsvermögen abruft. In dieser entscheidenden Phase der Saison sehen wir uns in der Verantwortung, alles zu unternehmen, um eine Trendwende einzuleiten“, erklärte Siebrecht.
Julian Leist (re.) und Jakob Braun (li.) unterstützen bis Saisonende Interimscoach Kerem Arslan. Foto: Pressefoto Baumann
„Wir stehen vor wichtigen Wochen, in denen wir als Verein und Mannschaft Geschlossenheit und Entschlossenheit zeigen müssen. Dafür braucht es jetzt neue Energie, klare Impulse und den unbedingten Willen, gemeinsam alles zu investieren. Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, aber wir sind überzeugt, dass sie im Sinne des Vereins notwendig ist“, ergänzte Präsident Rainer Lorz.
Es war praktisch unvorstellbar, dass die Kickers-Granden nach den blutleeren Auftritten bei den Ligakellerkindern Bahlinger SC (1:2) und jetzt Schott Mainz (1:3) an der aktuellen Konstellation nichts ändern und den eigentlich erst für Saisonende geplanten neuen Impuls auf der Trainerbank nicht vorziehen.
Zumal es an diesem Mittwoch (17.30 Uhr) im WFV-Pokal-Halbfinale beim Verbandsligisten FC Holzhausen erneut zu einem Außenseiter geht. Dabei geht es nicht (nur) ums Prestige und Tabellenkosmetik wie in der Liga, sondern um den Einzug ins Finale am 23. Mai im Gazi-Stadion gegen den So-gut-wie-sicher-Drittliga-Aufsteiger SG Sonnenhof Großaspach und damit die Aussicht auf rund 250 000 Euro bei einem möglichen DFB-Pokal-Einzug.