Stuttgarter Kickers So sieht Rotsünder Awortwie-Grant seine Lage

Kickers-Innenverteidiger Nyamekye Awortwie-Grant (re.) gegen Homburgs Kapitän Marcus Mendler. Foto: //Sebastian Bach

Neuzugang Nyamekye Awortwie-Grant hatte sich in den ersten beiden Punktspiel überraschend einen Platz in der Anfangself erkämpft. Jetzt wirft den Innenverteidiger eine Rote Karte zurück. Wie geht der 23-Jährige damit um?

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Mit Nyamekye Awortwie-Grant hat nach Dennis de Sousa nach zwei Spieltagen schon ein zweiter Spieler der Stuttgarter Kickers die Rote Karte gesehen. Wie sieht der 23-jährige Innenverteidiger, der für zwei Punktspiele gesperrt wurde, seine Situation vor dem Regionalliga-Heimspiel am kommenden Samstag (14 Uhr/Gazi-Stadion) gegen Aufsteiger FC 08 Villingen.

 

Herr Awortwie-Grant, haben Sie Ihre Rote Karte im Spiel beim FC 08 Homburg gut verarbeitet?

Ich bin sauer, dass ich nicht spielen kann. Aber ich nicht der Typ, der jetzt alles in Frage stellt.

Wie haben Sie die Szene erlebt, die zum Platzverweise führte?

Es war ein langer Ball eines Homburger Innenverteidigers, Kevin Dicklhuber köpft ihn unabsichtlich nach hinten, das überraschte mich und ich musste den schnellen Stürmer stoppen, um ein Tor zu verhindern.

Am Ende mussten Sie in Unterzahl froh sein, einen Punkt zu retten.

Wir ärgern uns extrem, dass wir aus dieser super dominanten ersten Halbzeit nicht mehr Kapital geschlagen haben und nur 1:1 gespielt haben. Da hätten wir ein Tor mehr machen müssen, dann wäre das Spiel erledigt gewesen.

Im WFV-Pokal spielberechtigt

Sie hatten etwas überraschend in den ersten beiden Punktspielen von Beginn an gespielt. Macht das die Sperre umso ärgerlicher?

Wenn ich nicht gespielt hätte, hätte ich sie ja nicht bekommen können (lacht). Ich muss jetzt einfach das beste aus der Situation machen, eine größere Verletzung wäre sicher schlimmer gewesen.

Im WFV-Pokal-Drittrundenspiel am 13. August (17.45 Uhr) bei Oberligist FC Normannia Gmünd sind Sie spielberechtigt.

Ja, ich würde mich freuen, wenn mich der Trainer aufstellt, um weiter im Rhythmus zu bleiben.

Können Sie Ihren Karriereweg kurz beschreiben?

Ich habe schon mit vier oder fünf Jahren beim TV Derendingen begonnen und bin mit acht Jahren zum SSV Reutlingen gewechselt. Mit 15 Jahren ging ich in die B-Junioren-Oberliga zur TSG Balingen, im ersten A-Jugendjahr wieder zurück zum SSV.

Wie kam es in Ihrem ersten Jahr bei den Aktiven zum Wechsel zum VfB Neckarrems?

Ich habe damals gar nicht so krass an eine Fußballkarriere gedacht, habe in Stuttgart Gesundheitsmanagement studiert und in Bad Cannstatt gewohnt. Da habe ich in Neckarrems angerufen, sie haben mich genommen und ich spielte dort ein Jahr in der Verbandsliga.

Vertrauen sehr wichtig

Dann ging’s weiter zum VfL Pfullingen?

Ja, ich habe BWL in Tübingen studiert, und da mich die TSG Tübingen nicht haben wollte, spielte ich zwei Jahre Verbandsliga bei Pfullingen unter den Trainern Michael Konietzny und Daniel Güney. Ich hatte das Vertrauen, das für mich schon immer sehr wichtig war, und übernahm früh eine Führungsrolle. Es gab dann einige Anfragen von höherklassigen Clubs.

Sie wechselten zur TSG Balingen.

Unter Trainer Martin Braun lief es nicht so gut. Erst unter dem neuen Chefcoach Murat Isik bekam ich wieder das Vertrauen und zahlte es mit guten Leistungen auch zurück.

Wo sehen Sie Ihre Stärken?

Ich glaube, es ist nicht einfach an mir vorbeizukommen, mein Kopfballspiel ist passabel und für einen Innenverteidiger bringe ich ein ordentliches Tempo mit.

Luft nach oben...

...gibt es immer. Steigern kann ich mich in allen Bereichen, vor allem möchte ich mich spielerisch noch mehr einbringen.

Ihre Mutter ist Deutsche, Ihr Vater stammt aus Ghana. Wie hat Sie dieser Mix geprägt?

Ich bin in Tübingen geboren, hier im Schwabenland aufgewachsen, aber klar, ich habe ein bisschen Farbe im Gesicht (lacht), das prägt einen von Kindesbeinen an. Ich versuchte immer ein paar Prozent mehr zu geben, um es manchen zu beweisen.

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