Stuttgarter Kickers Trainerwechsel Keine andere Wahl
Die Spieler ließen Marco Wildersinn im Stich und müssen sich nicht nur Fragen nach fußballerischer Qualität gefallen lassen, dennoch ist der Trainerwechsel richtig, meint Jürgen Frey.
Die Spieler ließen Marco Wildersinn im Stich und müssen sich nicht nur Fragen nach fußballerischer Qualität gefallen lassen, dennoch ist der Trainerwechsel richtig, meint Jürgen Frey.
Eine vorzeitige Trennung von Marco Wildersinn war nicht nur einmal in seiner Amtszeit ein Thema. Über sein Aus wurde diskutiert nach der blamablen Endphase der vergangenen Regionalligasaison, das Thema kam auf nach den vier desolaten 0:3-Auswärtsniederlagen in der Vorrunde der laufenden Saison sowie als mögliches Resultat der Analyse in der Winterpause.
Sicher auch ein wenig aus finanziellen Gründen hatten die Stuttgarter Kickers aber lange an ihm festgehalten. Sie wollten die zwei Jahre mit dem Cheftrainer mit Anstand zu Ende bringen. Der Gewinn des WFV-Pokals im eigenen Stadion wäre für den 45-Jährigen nicht nur ein versöhnlicher Abschied gewesen, es wäre dem ehemaligen Verteidiger auch zu gönnen gewesen, zumal er auch nach der verkündeten Trennung am Saisonende stets professionell nach innen und außen seine Arbeit fortsetzte.
Die Mannschaft aber hat ihn zuletzt komplett im Stich gelassen, weshalb sich die Spieler nicht nur Fragen nach ihrer fußballerischen Qualität gefallen lassen müssen. Das alles ändert nichts daran, dass das nun erfolgte sofortige Ziehen der Reißleine letztendlich alternativlos war. Der Verein hatte keine andere Wahl, er konnte sich nicht dem Vorwurf aussetzen, vor dem so wichtigen WFV-Pokal-Halbfinale am Mittwoch beim Verbandsligisten FC Holzhausen, nicht alles versucht zu haben. Nach den drei Niederlagen aus den vergangenen vier Spielen, darunter die blutleeren Auftritte bei den Absteigern Bahlinger SC und TSV Schott Mainz, ist die Angst vor einem Versagen beim nächsten Underdog groß.
Interimscoach Kerem Arslan und seine Mitstreiter Julian Leist und Jakob Braun sollen nun kurzfristig für die nötigen frischen Impulse sorgen. Es gibt erfahrenere Trainerteams, doch letztendlich ist ohnehin die Mannschaft in der Pflicht, die Saison so erfolgreich wie möglich zu Ende zu bringen. Wie sehr die durchwachsene Bilanz der zurückliegenden knapp zwei Jahre am Trainer lag, diese Aufschlüsse wird dann erst die kommenden Saison liefern.