Ibrahim Aslan will weiter sichere Jobs bei Porsche. Foto: Porsche
Die Porsche AG hat aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage die Sonderzahlung für die Beschäftigten gestrichen. Für den Betriebsrat ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.
Der Betriebsrat der Stuttgarter Porsche AG will die Entscheidung des Vorstands, den Bonus für 2025 komplett zu streichen, nicht hinnehmen. „Die Entscheidung, die Sonderzahlung nicht zu gewähren, ist bereits letztes Jahr vom Vorstand einseitig getroffen worden“, erklärte eine Sprecherin des Gremiums unserer Zeitung. „Für den Gesamtbetriebsrat der Porsche AG ist das Thema jedoch weiterhin auf der Agenda.“
Es sei zwar richtig, dass die wirtschaftliche Lage schwierig sei, erklärt die Arbeitnehmervertretung des Stuttgarter Sportwagenherstellers. „Wir halten es jedoch für falsch, dass der Vorstand vor Einigung zum Zukunftspaket diese Entscheidung gefällt hat.“
Michael Leiters: Größe der Verwaltung muss an gesunkenes Geschäftsvolumen angepasst werden. Foto: Marijan Murat/dpa
Porsche hatte am Donnerstag erklärt, dass es für die Belegschaft für das Jahr 2025 keinen Bonus geben werde. „Aufgrund der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens wird es für das Geschäftsjahr 2025 keine freiwillige Sonderzahlung geben“, erklärte ein Sprecher unserer Zeitung. Die Belegschaft sei darüber bereits Ende 2025 informiert worden. Porsche hatte im vergangenen Jahr im Autogeschäft nur noch einen Gewinn von 90 Millionen Euro erzielt – ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr von 98 Prozent.
Bereits im vergangenen Jahr war der Vorstand, der damals noch von Oliver Blume geführt wurde, auf den Betriebsrat zugegangen, um über ein Zukunftspaket zu verhandeln. Die Einsparungen, auf die sich Unternehmen und Betriebsrat Anfang 2025 geeinigt hatten, reichten nach Ansicht des Vorstands nicht aus, um das Unternehmen wettbewerbsfähig aufzustellen. Damals hatte man sich unter anderem auf den Abbau von 1900 Arbeitsplätzen geeinigt.
Die jährlichen Bonuszahlungen, die bei Porsche in den vergangenen Jahren in der Spitze bis zu 9700 Euro betragen hatten, werden vom Unternehmen stets als „freiwillige Sonderzahlungen“ bezeichnet.
Bonus gilt als freiwillige Sonderzahlung
Auch wenn über die Höhe zwischen Vorstand und Betriebsrat verhandelt wird, liegt es demnach im Ermessen des Vorstands, den Bonus zu geben oder nicht. Allerdings war es in den vergangenen Jahren immer geübte Praxis, einen Bonus auszuhandeln, der in aller Regel deutlich höher ausfiel als der von Mercedes oder Bosch.
Sowohl an der Spitze des Betriebsrats als auch an der Spitze des Unternehmens gab es in den vergangenen Monaten einen Wechsel – beim Betriebsrat folgte Ibrahim Aslan auf Harald Buck, an der Vorstandsspitze wurde Michael Leiters Nachfolger von Oliver Blume. Leiters hatte bei seiner ersten Pressekonferenz als Unternehmenschef unter anderem angekündigt, die Verwaltung des Unternehmens an das kleiner gewordene Geschäftsvolumen anzupassen und Stellen zu streichen. Aslan forderte vom Management, dass kein einziger aufgrund einer betriebsbedingten Kündigung seinen Arbeitsplatz verlieren dürfe.
Hinter den Kulissen wird derzeit weiter intensiv über ein Zukunftspaket verhandelt. Denkbar ist, dass der Betriebsrat dabei das Thema Bonus noch einmal auf den Tisch legt und seine Zustimmung zu Einsparungen an anderer Stelle an eine Sonderzahlung knüpft.
Thema könnte wieder auf Tagesordnung kommen
Der Vorstand könne seine Zustimmung hierzu seinerseits an die Kompromissbereitschaft des Betriebsrats beim Zukunftspaket knüpfen. Damit kommt das Thema möglicherweise in der Tat noch einmal auf die Tagesordnung.