Stuttgarter Traditionsunternehmen Kein Angebot gut genug: Breuninger-Verkauf offenbar gescheitert
Kein Angebot sei gut genug gewesen: Einem Medienbericht zufolge ist der Verkauf der Stuttgarter Modehaus-Kette Breuninger abgesagt. Die Hintergründe.
Kein Angebot sei gut genug gewesen: Einem Medienbericht zufolge ist der Verkauf der Stuttgarter Modehaus-Kette Breuninger abgesagt. Die Hintergründe.
Der geplante Verkauf der Stuttgarter Warenhauskette Breuninger ist offenbar gescheitert. Das berichtet die Wirtschaftswoche in ihrer Online-Ausgabe. Demnach hatten die Eigentümerfamilien van Agtmael und Meilicke im Sommer 2024 einen formellen Verkaufsprozess eingeleitet, der mittlerweile beendet wurde.
Nach Informationen der Wirtschaftswoche bekundeten zunächst 31 Interessenten grundsätzliches Interesse an dem Traditionsunternehmen. Darunter befanden sich prominente Namen wie die spanische Warenhauskette El Corte Inglés, der französische Luxushändler Galeries Lafayette sowie institutionelle Investoren wie Deka, DWS und Union Investment. Die Eigentümer hätten für Handels- und Immobiliengeschäft zusammen mehr als zwei Milliarden Euro veranschlagt.
Doch zu einem Verkaufsabschluss kam es nicht. Keiner der Interessenten für die Handelssparte habe sich zu einem Angebot durchringen können – nicht wegen Breuninger selbst, sondern wegen der generell schwachen Perspektiven des stationären Einzelhandels, heißt es in dem Bericht.
Bis zuletzt hätten sich nur noch Interessenten für die Immobilien gefunden. Die Eigentümerfamilien hätten jedoch kein Interesse daran gehabt, die Filialen zu verkaufen und künftig Miete zu zahlen.
Unsere Redaktion konfrontierte Breuninger mit den detaillierten Informationen der Wirtschaftswoche und bat um Stellungnahme zu Verkaufsprozess, Interessentenzahl und Nachfolgeplanung. Die Antwort von Unternehmenssprecher Andreas Wallbillich fiel knapp aus: „Breuninger kommentiert grundsätzlich keine Gerüchte und Spekulationen.“
Willem van Agtmael und Wienand Meilicke, die über die BSG Beteiligungs-GmbH rund 80 Prozent an der Breuninger-Holding kontrollieren, sind mittlerweile 78 und 80 Jahre alt. Wie die langfristige Nachfolge geregelt ist und ob ein erneuter Verkaufsversuch geplant ist, bleibt damit weiterhin unklar.
Der BSG-Konzern, zu dem Breuninger gehört, kam 2024 bei 1,3 Milliarden Euro Umsatz auf einen Konzernjahresüberschuss von rund 30 Millionen Euro. Breuninger gehört zu den wenigen Modehändlern, die mit ihren Filialen Gewinn erwirtschaften und zugleich über einen florierenden Onlineshop verfügen. Erst im Februar hatte das Unternehmen mit großem Aufwand sein 145-jähriges Jubiläum gefeiert.