Anonymisierte und aggregierte Mobilfunkdaten von Telefónica geben erstmals einen genaueren Einblick. Für unsere Redaktion hat der Mobilfunkanbieter seine Daten zu den Nikolauswochenenden 2024 und 2025 analysiert und basierend auf seinem Marktanteil hochgerechnet. Erfasst werden alle, die sich länger als 30 Minuten auf dem Weihnachtsmarkt aufhalten. Rückschlüsse auf einzelne Personen sind ausgeschlossen.
Die meisten Besucherinnen und Besucher hat der Weihnachtsmarkt bisher am Eröffnungswochenende angelockt, mehr als 140 000 Menschen waren am 29. November (Samstag) in der entsprechenden Funkzelle eingeloggt. Zum Vergleich: am darauffolgenden Montag waren es rund 47 000 Besucher.
Wann es besonders voll ist
2024 war am Nikolauswochenende mehr los als 2025, wie das folgende Schaubild zeigt – am Sonntag waren bis zu 15 000 Menschen mehr dort als im laufenden Jahr. Freitags und samstags wurde der Peak in beiden Jahren gegen 19 Uhr erreicht, sonntags um 16 Uhr. Etwa zwei Stunden nach dem Höchstwert wird es ruhiger, die Stunden davor sind je nach Wochentag gut gefüllt.
Details dazu zeigt diese Grafik, bei der sie zwischen Freitag, Samstag und Sonntag im Jahresvergleich wechseln können:
Am Nikolaussonntag 2025 sind bei recht starkem Regen spürbar weniger Besucher auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt gewesen als im vergangenen Jahr. Nicht verändert hat sich hingegen die Zeit, die die Besucherinnen und Besucher auf dem Weihnachtsmarkt verbracht haben. Samstags hielten sich die meisten Besucher rund zwei Stunden auf dem Markt auf, an den anderen Tagen waren es mit etwa anderthalb Stunden etwas weniger (freitags rund 100 Minuten, sonntags 100 bis 110 Minuten).
So alt sind die Weihnachtsmarkt-Besucher in Stuttgart
Auch zu Alter und Geschlecht verraten die Telefónica-Daten Interessantes: Die größte Gruppe sind junge Erwachsene bis 29 Jahre; Minderjährige dürfen nicht gezählt werden. Das gilt für alle untersuchten Tage und bleibt im Jahresvergleich bestehen.
Bei der Geschlechterverteilung ergeben sich auffällige Unterschiede. Meist ist der Anteil der jungen Männer dabei höher als der von jungen Frauen – besonders sonntags besuchen sehr viel mehr junge Männer den Weihnachtsmarkt.
Hat das womöglich mit VfB-Spielen zu tun, die besonders viele junge Männer in die Stadt ziehen?
Wo die Besucher herkommen
Nicht nur zu Alter und Geschlecht verraten die Mobilfunkdaten Neues. Erstmals wird auch im Detail deutlich, wo die Besucher herkommen. Die meisten kamen aus der Region Stuttgart und Umgebung. Neben Stuttgart sind die Fildergemeinden, Ludwigsburg und Bietigheim-Bissingen häufige Herkunftsorte. Auffällig sind ebenfalls die Orte entlang der Gäubahn mit rund 1500 Besuchern. Ob diese auch noch kommen werden, wenn die Gäubahn wegen Stuttgart 21 gekappt wird?
Wer sind die Besucher, die von weiter weg zum Weihnachtsmarkt anreisen? Vermutlich wenig überraschend bilden Schweizer die größte ausländische Besuchergruppe, vor US-Amerikanern. Sonntags reisen auch relativ viele italienische Gäste an – gewissermaßen das Äquivalent zur „Weihnachtsshopping in Mailand“-Busreise.
Den weitesten Weg im vergangenen Jahr dürften Besucher aus der Türkei auf sich genommen haben, in diesem Jahr wird es Indien gewesen sein.
In dieser Tabelle können Sie über die Suche auch herausfinden, ob Besucher aus Ihrer Gemeinde beziehungsweise Ihrem Viertel den Weihnachtsmarkt besucht haben – die Daten liegen nach Postleitzahlen sortiert vor. Aus Stuttgart beispielsweise kamen besonders viele Besucher aus dem Stadtteil Hasenberg (PLZ 70197), aus Feuerbach (70469), Ost (70188) und Nord (70191).
Wer jetzt Lust bekommen hat, selbst über den Stuttgarter Weihnachtsmarkt zu schlendern: Bis 23. Dezember ist er noch geöffnet; Sonntag bis Donnerstag von elf bis 21 Uhr, Freitag und Samstag bis 22 Uhr.
Über die Besucher
Mobilfunkdaten
Die Informationen über die Besucher der Weihnachtsmärkte 2024 und 2025 in Stuttgart liefert der Telekommunikationsanbieter o2 Telefónica gemeinsam mit dem Analysespezialisten Invenium Data Insights auf Basis anonymisierter und aggregierter Mobilfunkdaten.
Herkunft der Besucher
Um anzugeben, woher die Besucherinnen und Besucher angereist sind, wird jeweils betrachtet, an welchem Ort eine Person die letzte Nacht verbracht hat. Welche Nationalität die Besucher haben, ermitteln Telefónica und Invinium über die IMSI – eine eindeutige Nummer, die auf jeder SIM‑Karte gespeichert ist und einen Ländercode enthält, der angibt, in welchem Land die Karte registriert ist.