Roter und weißer Glühwein sind die Klassiker auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt. Und sonst? Ein Überblick über die ausgefallensten Kreationen – und wo man am günstigsten weg kommt.

Digital Desk: Nina Scheffel (nse)

Es duftet wieder nach Nelken, Zimt und Orangen, wenn sich die Besucherinnen und Besucher auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt an ihrem Glühwein wärmen. Der traditionelle rote oder weiße Glühwein ist an den rund 250 Ständen auf dem Weihnachtsmarkt reichlich zu haben.

 

Wir zeigen, welche ausgefallenen Kreationen es neben den Klassikern gibt – und wo man am günstigsten weg kommt.

Neu auf dem Weihnachtsmarkt Stuttgart: Kiwis im Glühwein

Wer neu ist, muss sich bekanntlich erst einmal beweisen. Die Betreiber von Mannis Raclette-Hütte, die mit ihrem Stand in diesem Jahr erstmals auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt dabei sind, haben sich das zu Herzen genommen. Beim Spaziergang über den Weihnachtsmarkt weckt ein Angebot der Hütte links neben dem Rathaus ganz besonders unsere Aufmerksamkeit. Auf digitalen Schildern vor der Hütte wird der „Kiwibeerenglühwein“ angepriesen.

In „Mannis Raclette-Hütte“ wird Kiwibeeren-Glühwein ausgeschenkt. Foto: Lichtgut/Ferdinando Iannone

Für 7 Euro (plus 3 Euro Pfand) kann man die Kreation am Stand links neben dem Rathaus testen. Laut Standpersonal werden dafür Bio-Kiwibeeren, heimischer Apfelwein und weihnachtliche Gewürze gemixt. Die tropische Süße der kleinen Schwester der Kiwi verleiht dem Getränk so eine fruchtige, samtige Note.

Das Getränk gibt es auch ohne Alkohol als Punsch. Die Beeren beziehen die Betreiber von einem Familienunternehmen aus der Nähe von Chemnitz. Ein echtes Novum auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt. Darüber hinaus stehen in der Raclette-Hütte auch klassischer Glühwein (0,2 l, 4 Euro) sowie Apfelpunsch (0,2 l, 4 Euro) auf der Karte.

    Bei „Dock Snyder“ kann man Glühmost aus Apfelmost aus dem Remstal genießen. Foto: Scheffel/StZN

    Nur wenige Meter weiter, gegenüber von Breuninger am Dock-Snyder-Stand kann man noch einmal herbstliche Vibes wieder aufleben lassen. Die Betreiberfamilie, die auch hinter dem Biergarten am Max-Eyth-See steht, lädt auf ein Glas Glühmost mit Apfelmost aus eigener Herstellung aus dem Remstal.

    Für 4,50 Euro geht das 0,2-Liter-Glas hier über die Theke. Daneben gibt es roten Winzerglühwein vom Weingut Haidle sowie weißen Cannstatter Glühwein vom dortigen Weingut Zaißerei für je 4,50 Euro das Glas. Alle Heißgetränke gibt es gegen einen Aufpreis von 0,50 Cent auch „mit Schuss“ (Amaretto oder Rum).

    Fruchtige Heißgetränke an der Stiftskirche Stuttgart

    Der „Hot Tropical Wermut“ und der „Pink Wermut“ in Stihlgläsern bei Conny’s. Foto: Lichtgut/Ferdinando Iannone

    Tropisch-fruchtig geht es hingegen in der Kirchstraße bei Cornelia Weitmanns Stand Conny’s zu. Die Inhaberin bietet dort zwei Kreationen an, die es mit der Kiwi-Süße an der Raclette-Hütte aufnehmen können. Der „Hot Pink Wermut“ (0,2l, 7,50 Euro) steht bereits seit vergangenem Jahr auf der Karte. Das Heißgetränk in apricot-rosa sieht nicht nur hübsch aus, sondern überzeugt auch alle, die im Winter sommerliche Drinks vermissen. Gemischt wird der Drink mit Wermut, Rosé-Wein und Grapefruit – was dem Heißgetränk eine erfrischende Zitrusnote verleiht. Ebenso sommerlich kommt der „Hot Tropical Wermut“ (0,2 l, 7,50 Euro) daher, der gelbschimmernd und mit seiner Süße besticht. Passend zum Look werden die Drinks im Stilglas (5 Euro Pfand) serviert.

    Laut Stand-Inhaberin Cornelia Weitmann kommen die Drinks gut bei den Besucherinnen und Besuchern an – auch an ihrem Stand auf dem Ludwigsburger Weihnachtsmarkt bietet sie sie an.

    Trend-Aperitif für die kalte Jahreszeit auf dem Weihnachtsmarkt Stuttgart

    Sommerlich anmutendes kommt auch am Stand Trüffelfreunde von Gastronom und Konditor Uli Maute und seiner Frau Corinna auf dem Marktplatz ins Glas – allerdings in der erhitzten Version. Neben dem schon länger bekannten Hot Aperol kann man sich hier an Hot Apfel Gin, Hot Lav’abelle – dem Sommertrend-Aperitif-Getränk mit Lavendel – für je 6,50 Euro das Glas wärmen. Neben klassischem Glühwein gibt es hier auch eine Rosé-Ausführung, die „Hot Rosa-Marie“ für 4,50 Euro.

      Trend-Aperitif für die Winterzeit, Lav’abelle: Das Team um Uli und Corinna Maute schenkt es in der Hütte „Trüffelfreunde“ aus. Foto: Lichtgut/Ferdinando Iannone

      Die Qual der Wahl haben Besucherinnen und Besucher an der Weihnachtspyramide der Schausteller-Familie Zinnecker am Schlossplatz. Sich einmal durch das Sortiment zu probieren, ist hier kaum möglich, so viele Glühwein-Variationen gibt es. Unter anderem werden hier Kirsch-, Heidelbeer-, Bratapfel-, Lillet Wild Berry sowie Birnen- und Orangen-Ingwer-Glühwein angeboten. Neben den ausgefallenen Varianten stehen aber auch die Klassiker in rot, rosé und weiß auf der Karte. Alle Glühweine kosten 5 Euro.

      Die Auswahl in der Weihnachtspyramide ist groß – und bunt. Foto: Scheffel/StZN

      Noch ausgefallener kommt das Glühwein-Sortiment „mit Schuss“ an der Pyramide daher: Für die Müden, die es dennoch etwas stärker mögen, hat das Team um Betreiberin Claudia Zinnecker etwa den „Hotbull“ parat, ein Mix aus Glühwein und dem Energydrink Red Bull. Wem es für einen Shot zu kalt ist, es aber auch schnell warm werden soll, greift zum „Heißen Mexikaner“ – bestehend aus rotem Glühwein, Tequila und Zimt. Der klassische Glühwein kostet hier fünf Euro, für einen Glühwein mit Schuss nach Wahl zahlt man 7,50 Euro.

      Es soll lieber etwas Beeriges sein? Fans des Heißgetränks können sich in der Schlemmergasse vor der Alten Kanzlei gleich weiter durchprobieren: Auch Jake’s Diner Bar hat Kirschglühwein auf der Karte. Und auch hier gehen die Besonderheiten nicht aus: Aromatisch und weihnachtlich kommt zudem der Bratapfel-Winzerglühwein vom Weingut Kern aus dem Remstal daher. Alle Glühweinsorten am Stand kosten 5 Euro.

      Wo gibt’s den günstigsten Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt in Stuttgart?

      Apropos – wo auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt finden Sparfüchse den günstigsten Glühwein und welche Specials und Aktionen gibt es?

      Spitzenreiter, was die niedrigsten Preise für roten und weißen Winzerglühwein angeht, ist der Stand Crêpes and more  am Marktplatz direkt gegenüber dem Rathaus. Das Betreiberpaar Claudia und Armin Weeber hat gleich mehrere Stände auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt: Ihr Wurstbuden-Imbiss am Marktplatz wurde im vergangenen Jahr bereits ausgezeichnet.

      An Weebers Glühweinstand geht der klassische rote Winzerglühwein im 0,2 Liter-Glas für 3,50 Euro über die Theke. Ein Glas weißer Winzerglühwein kostet 3,80 Euro – gereicht wird der Wein mit frischer Orange. Seit letztem Jahr betreiben Weebers zudem einen zweiten Stand direkt nebenan. Bei An der Waffel kommt man beim Glühweinkauf ebenso günstig weg.

      Die Familie Weeber kann mit dem günstigsten Glühwein glänzen: Man bekommt ihn bei den Ständen „An der Waffel“ (links) und „Crêpes & more“ (rechts). Foto: Lichtgut/Ferdinando Iannone

      Den Glühwein-Preis halten die Betreiber seit insgesamt vier Jahren konstant – eine Seltenheit auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt. Wie funktioniert das? „Wir lassen unseren Winzerglühwein nicht liefern, sondern holen ihn selbst ab und geben ihn zum Einkaufspreis an unsere Kundschaft weiter“, erklärt Inhaberin Claudia Weeber.

      Anbieter auf dem Weihnachtsmarkt Stuttgart: Jeder soll sich ein Glas Glühwein leisten können

      Leider sei dieses Jahr eine Abholung für mehrere Stände nicht möglich gewesen – daher gibt es bei Crêpes and more und An der Waffel einen Winzerglühwein aus Rheinland-Pfalz, nicht wie im vergangenen Jahr vom Remstaler Weingut Kern. An der Wurstbude ist der Kern-Glühwein aber weiterhin verfügbar. Mit dieser Taktik kann Claudia Weeber die Preise halten.

      „Wir möchten nicht, dass die Leute immer mehr bezahlen müssen“, sagt sie. „Wenn eine Familie zu uns auf den Weihnachtsmarkt kommt, soll sich jede und jeder ein Glas Glühwein leisten können. Wir hoffen, die Preise auch im nächsten Jahr halten zu können.“ In diesem Jahr sei der Hot Aperol, der in den Buden ebenfalls angeboten wird, sehr beliebt, nichtsdestotrotz bleibe der klassische Glühwein Spitzenreiter.

      Diesen bieten die meisten anderen Stände auf dem Weihnachtsmarkt für Preise zwischen 4 und 5 Euro an. Eine Ausnahme macht der Stand des Ratskellers am Stuttgarter Rathaus: Hier kostet der Glühwein zwar 5 Euro, man bekommt aber auch etwas mehr (0,3 l) ins Glas als anderswo.

      Für ausgefallene Heißgetränke wie zum Beispiel Hot Lav’abelle muss man schon tiefer in die Tasche greifen und meist zwischen 6 bis 9 Euro hinlegen. In allen Fällen kommt jeweils 3 Euro Tassenpfand oder 5 Euro Pfad für ein Stilglas hinzu.

      Sparen beim Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt – mit besonderen Angeboten und Aktionen

      Sparfüchse, die wirklich alles aus ihrem Weihnachtsmarkt-Besuch herausholen wollen, finden an den Ständen zudem weitere Specials und Aktionen.

      Bei Currles Culinarium am Marktplatz etwa gibt es die 10er-Stempelkarte für insgesamt 40 Euro. Der Glühwein am Stand kostet jeweils 4,50 Euro – Besucher können somit 5 Euro einsparen.

      Und was gibt’s dafür ins Glas? Wählen kann man hier zwischen dem hauseigenen Winzerglühwein in rot und rosé. „Unser Winzerglühwein ist mit Orange und weihnachtlichen Gewürzen verfeinert – zudem achten wir auf nicht zu viel Süße“, so Inhaberin Annette Currle. „Die Leute kommen gerne zu uns, weil sie diesen kräftigen Weingeschmack schätzen.“

      In Stuttgart gibt es auf dem Weihnachtsmarkt Stempelkarten und Adventskalender

      Beim Stuttgarter Hüttenzauber in der Dorotheenstraße können Besucherinnen und Besucher, die bei ausgefallenen Heißgetränken wie Hot Lillet, Hot Aperol, Hot Hugo, Kirsch- sowie Heidelbeerglühwein oder dem klassischen Glühwein sparen möchten, zudem an einer Aktion teilnehmen. Im Rahmen eines „Glühwein-Adventskalenders“ gibt es täglich ein spezielles Getränke-Angebot aus der Karte zum Sonderpreis.

      „Wir planen das Angebot an besonderen Heißgetränken noch auszubauen“, sagt Betreiber Enrico Becker. Am häufigsten gehe zurzeit aber dennoch der rote Glühwein mit Schuss über die Theke.

      Dem schließen sich auch andere Standbetreiberinnen und -betreiber auf dem Weihnachtsmarkt an. Egal, wie schrill und ausgefallen die neuesten Heißgetränkeschöpfungen daher kommen, der gute alte, rote Glühwein kommt nicht aus der Mode.