Stuttgarter Weihnachtsmarkt Von Baustellen umzingelt – einige Stände müssen weichen
Vorweihnachtliche Harmonie ist eingekehrt im Streit über die Öffnungszeiten. Dafür hat der Stuttgarter Weihnachtsmarkt nun mit Baustellen zu kämpfen.
Vorweihnachtliche Harmonie ist eingekehrt im Streit über die Öffnungszeiten. Dafür hat der Stuttgarter Weihnachtsmarkt nun mit Baustellen zu kämpfen.
Die Stadt, die immer baut und niemals fertig wird; sie nervt jetzt auch den Weihnachtsmarkt. Einige Stände müssen wegfallen, weil der Marktplatz umzingelt ist von Baustellen.
An der Ecke des Marktplatzes zur Münzstraße ragte ein Kran empor. Dort hatte die VIW Gmbh das Haus gegenüber vom Breuninger gekauft – und, wie man das als Bauherr mit Blick aufs Stadtbild und die Wertsteigerung so macht, mit der Sanierung begonnen. Während der EM war der Kran kein Problem, auch fürs Forum der Kulturen allenfalls ein optisches. Mit warmen Worten und harter Münze schaffte es der Bürgerverein Pro Stuttgart, dass der Kran fürs Weindorf abgebaut wurde und hinterher wieder aufgebaut.
Ein erneuter Abbau für den Weihnachtsmarkt war kein Thema. „Der dauert mit vier Wochen viel länger als das Weindorf“, sagt Andreas Kroll, Chef der Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart. Also muste man auf eine Doppelreihe Buden, sechs Geschäfte, verzichten. Und weil das Haus des Tourismus anders als versprochen nicht fertig geworden ist, mussten neue Plätze für acht Geschäfte gesucht werden. Die Bewerbungsfrist endete im März, Vergabe war im Juli. Also habe man Tetris spielen müssen, sagen Marcus Christen und Julia Wilhelm von in.Stuttgart – und die Buden unterbringen müssen, die wegen des Verzugs des Hauses des Tourismus anderweitig untergebracht werden müssen. Und da will man Stände mit gleichen Artikeln nicht zueinanderstellen. Und Geschäfte, die Gas brauchen, müssen in einer Außenreihe stehen. Tetris halt.
250 Beschicker sind da, davon 40 Stände, an denen es Essen und Trinken gibt. Tausend Bewerbungen habe es gegeben, und man hätte den ganzen Weihnachtsmarkt mit Imbissen füllen können. Aber das habe man nicht gewollt, sagt Kroll. Die vielen Kunsthandwerker seien ein „Alleinstellungsmerkmal“ des Stuttgarter Weihnachtsmarkts.
Der Streit über die Öffnungszeiten immerhin ist beigelegt. Nachdem im Vorjahr die Beschicker fanden, der Weihnachtsmarkt mache zu spät auf und habe zu lange auf, hat man sich heuer auf einen Kompromiss geeignet. Ausnahme ist der Mittwoch, 27. November, der Eröffnungstag, da startet der Markt um 17 Uhr. Ansonsten öffnen die Buden um 11 Uhr. „Damit wird die Belieferung der Einzelhändler und Stände einfacher“, sagt Kroll. Denn die Poller, die die Innenstadt vor Terrorangriffen mit Fahrzeugen schützen, werden folgerichtig auch später hochgefahren. Und die Lieferanten haben eine Stunde länger Zeit. Die Buden schließen sonntags bis donnerstags um 21 Uhr, freitags und samstags um 22 Uhr. Und apropos Sicherheit, die Polizei baut eine „mobile Wache“ auf. Beim Alten Schloss dient sie als Anlaufstelle für Besucher.
Am Mittwoch, 27.November, werden auch die Glanzlichter auf dem Schlossplatz wieder angeknipst. Es leuchten bis zum Dreikönigstag ein Mercedes 300 SL, ein Porsche 911, ein Elefant, ein Riesenrad und das Stuttgarter Rössle. Zudem gehen auch die Lichter am Weihnachtsbaum und auf der Königstraße an. Kroll: „Damit kommt in dieser dunklen Jahreszeit Licht und Flair in die Innenstadt.“
Wer Licht auch anderswo verbreiten will, kann einen der 3000 Wünsche vom Weihnachtsbaum der Kinderwünsche pflücken: per Hand vom Baum im Foyer des Rathauses oder online im Internet unter www.kinderwuensche.stuttgart.de. Und damit armen und kranken Kindern ein schöneres Weihnachten bescheren. 70 Einrichtungen haben die Wünsche eingereicht. Darunter sind Flüchtlingsunterkünfte, Einrichtungen für alleinerziehende Kinder, Familien in „Hilfen zur Erziehung“, das Kinderhospiz oder der Förderverein krebskranker Kinder. Die Geschenke im Wert von bis zu 30 Euro können im Kinderbüro in der Eberhardstraße 6 im dritten Obergeschoss abgegeben werden.
Und nach so einer guten Tat schmeckt der Glühwein dann gleich ein bisschen besser.