Stuttgarterin entwirft Fidget Ringe Mit hübschen Ringen gegen Ängste und Stress

Von Daimler zum Schmuckdesign mit Purpose: Nhat Ha hat ihren Konzernjob gekündigt, um eine sinnvolle Arbeit zu machen. Foto: Kriebernig

An den Fingern knibbeln oder Nägeln kauen – viele Menschen leiden unter solchen Ticks. Auch Nhat Ha Thi Nguyen ist betroffen. Deswegen hat die Stuttgarterin ihren Job bei Daimler gekündigt – nun designt sie Ringe gegen Stress und Ängste.

Mal knibbelt man an den Nägeln, mal knabbert man an der Nagelhaut – in den meisten Fällen sind diese lästige Gewohnheiten eine Art Ventil für ungelöste Konflikte, Stress und Anspannungssituationen. Das weiß auch Nhat Ha Thi Nguyen. Die Stuttgarterin, die ursprünglich aus dem Emsland stammt, hatte auch damit zu kämpfen. „Ich habe von einer Freundin einen Ring mit Perlen geschenkt bekommen, den ich in stressigen Situationen gedreht habe“, erzählt sie. Diese Art von Ring bietet die Möglichkeit, in solchen Situationen Ablenkung zu finden und Anspannung abzubauen, erklärt Nhat die Funktion der kleinen Perlen. Das funktioniert durch die sensorische Stimulation der beweglichen Perlen. Man dreht einfach dran und ist so schon ein wenig abgelenkt.

 

Von Daimler ins Schmuckatelier

Als ihr der Ring aber abhanden kommt, muss ein neuer her. Da die handelsüblichen Ringe, im Fachjargon auch Anxiety Ringe, Anti-Angst-Ringe oder Fidget Ringe, ihr ästhetisch nicht sonderlich zugesagt haben, beschließt die 29-Jährige, selbst einen zu designen. Das war im Herbst 2023. Mittlerweile hat Nhat Ha ihren Konzernjob bei Daimler gekündigt und betreibt einen eigenen Online-Shop für ihre Fidget-Ringe.

Dabei ist die junge Stuttgarterin eine Autodidaktin, wie sie im Buche steht. „Ich habe mir bei Youtube Videos angeschaut und mir in der Stadtbibliothek Bücher zum Thema Goldschmieden ausgeliehen“, erzählt sie lachend. Ihre ersten Designs bietet sie bei der Verkaufsplattform Etsy an, wo sie wertvolles Feedback erhält und ihre Ringe immer weiter verbessert. Ob in Gold oder Silber, mit bunten Perlen, gedreht oder gelötet und vergoldet – inzwischen kann man aus neun verschiedenen Modellen wählen.

Nhat Ha war wichtig, dass ihre Kreationen diskret, schick und filigran sind, sich nicht sonderlich von gewöhnlichem Schmuck unterscheiden. „Die Modelle sind auch unisex“, sagt sie. Etwa 90 Prozent ihrer Kundinnen sind weiblich, doch auch viele Männer würden mit Fidget Ringen in Stresssituationen ein Ventil suchen.

Doch wie kommt eine junge Frau vom Automobilkonzern zum Schmuckdesign? Nhat Ha betont, dass ihr der Social Impact im Arbeitsleben immer wichtiger geworden ist: „Bei einem Großkonzern, der Autos verkauft, würde ich nie dieses wertvolle Feedback erhalten, wie von meinen Kund:innen, denen ich mit meinen Ringen helfen kann.“

Crafty Care, https://craftycare.de/

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