Die Neckarbrücken sind ein Sorgenkind des Tiefbauamts: Neben der Rosenstein- und Wilhelmsbrücke, die beide in den kommenden Jahren abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden müssen, stehen mit der König-Karls-Brücke und der Aubrücke in Münster zwei weitere wichtige Flussquerungen auf der Agenda des Tiefbauamts.
Doch auch in Vaihingen hat eine kleine, für Fußgänger und Radfahrer aber wichtige Brücke die Stadt jetzt zum Handeln bewogen. Der Fauststeg, der über die Kaltentaler Abfahrt und die Rottweiler Straße führt und zwischen der Stadtbahnhaltestelle Vaihingen Viadukt und dem Schillerplatz liegt, ist seit dem 5. Dezember 2023 komplett gesperrt. Er wird ab März abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Die Kosten dafür beziffer die Stadt auf fast 5,4 Millionen Euro.
Verbindung zweier Hauptradrouten
Das Problem: Der Steg ist zum einen eine wichtige Verbindung zwischen der Hauptradroute 1 Richtung Vaihingen und der Hauptradroute 10. Zudem ist die kleine Brücke eine sehr stark genutzte Verbindung für Fußgänger und sogar Bestandteil des offiziellen Schulwegeplans für die Österfeldschule. Zu guter Letzt dient sie als einzige Verbindungsmöglichkeit für mobilitätseingeschränkte Personen, um von der Haeberlinstraße zur SSB-Haltestelle Fauststraße zu kommen.
Doch bereits 2022 haben die Brückenexperten beim Tiefbauamt betont, dass die Stadt um einen Abriss nicht mehr herumkommen würde. Am Stahlsteg, der 1964 erbaut und zuletzt 1984 saniert worden war, waren große Schäden entdeckt worden. Nach ausgiebigen Untersuchungen stand fest: Eine umfangreiche Instandsetzung würde die Kosten für einen Ersatzneubau übersteigen. Aus diesem Grund wurde ein Ersatzneubau geplant.
Neuer Steg wird rund 68 Meter lang
Der neue Fauststeg wird in Stahlbauweise errichtet und etwa 68 Meter lang. Die nutzbare Gehwegbreite beträgt drei Meter. Gegenüber der aktuellen Situation soll sich laut Tiefbauamt die Steigung der Rampen auf maximal sechs Prozent reduzieren. In der Planung schließt die Brücke im Süden an den bestehenden Fußweg von der Haeberlinstraße an, im Norden bleibt die Position der Rampe und Treppe nahezu gleich. Die Umgestaltung der Kreuzung Faust-, Paradies- und Rottweiler Straße ist nicht Bestandteil des Projekts und wird erst in Angriff genommen, wenn die neue Brücke fertig ist.
SSB-Betrieb wird unterbrochen
Die Montage erfolgt in vorgefertigten Elementen, um die Einschränkungen für den Stadtbahnbetrieb und die Straßenführung so gering wie möglich zu halten. Allerdings sind jeweils eine Wochenendsperrung für die Rottweiler Straße sowie eine für die Kaltentaler Abfahrt erforderlich. Der Stadtbahnverkehr muss dazu an beiden Wochenenden unterbrochen werden. Der Rückbau des vorhandenen Stegs erfolgt ebenfalls unter Vollsperrungen der Straßen und Unterbrechung der Stadtbahnlinie. Baubeginn ist im März, die Arbeiten werden gut zwölf Monate dauern.
Der Fußgängerverkehr kann während der Bauzeit über die signalgeregelte Fußgängerfurt, sowie die vorhandene Treppenanlage und den Verbindungsweg zur Haeberlinstraße geführt werden. Der Radverkehr wird von der Fauststraße über die Ernst-Kachel-Straße, den Oscar-Schopp-Weg, die Lombacher Straße, die Haugstraße, den Schillerplatz zur Haeberlinstraße geleitet.