Ist nicht wahr?! Stuttgarts skurrilste Dating-Pannen
Wir haben unsere Leser:innen nach ihren merkwürdigsten Dates gefragt und Antworten bekommen. Hier kommen die unglaublichsten Dating-Stories aus Stuttgart.
Wir haben unsere Leser:innen nach ihren merkwürdigsten Dates gefragt und Antworten bekommen. Hier kommen die unglaublichsten Dating-Stories aus Stuttgart.
Bei einem Date muss nicht alles perfekt laufen, damit’s ein gutes Date ist, ganz im Gegenteil. Und auch das Gegenüber selbst darf sehr gerne Ecken und Kanten haben und Eigenschaften, die beim Traumpartner oder der Traumpartnerin eher unten auf der Liste stehen, ist ja ganz normal.
Es muss bei einem Date ja nicht mal funken, damit man zumindest eine gute Zeit mit einer anderen Person verbracht hat. Aber manche Dates bleiben einem aus Gründen – und keinen guten, soviel sei gesagt – dann doch stärker in Erinnerung als andere. Wir haben unsere Stadtkind-Community von ihren denkwürdigsten Dating-Erlebnissen berichten lassen.
Alle Namen wurden von der Redaktion geändert.
„Ich hatte mich über eine Dating-App mit ihm zum Sushi essen verabredet“, beginnt Maria ihre Geschichte. Sie hat damals noch in einer anderen Stadt gelebt. „Wir sind in ein Running-Sushi-Restaurant gegangen, bei dem die einzelnen Sushis auf kleinen Tellern auf einem Lieferband an den Tischen vorbeifahren.“ Getränke wurden aber beim Service bestellt – und das nicht zu knapp. „Mein Date war nach kürzester Zeit sturzbetrunken“, erinnert sich Maria. „Sowohl die anderen Gäste als auch das Personal hat er angefangen anzupöbeln und fast eine Schlägerei angezettelt, sodass wir aus dem Restaurant geflogen sind.“ Das Geld für die Rechnung warf der Trunkenbold noch beim Hinausgehen lose in den Speisebereich rein.
Auf das, was danach kommt, ist Maria nicht sehr stolz. „Ich weiß nicht, was mich damals geritten hatte, aber ich habe das Date nicht beendet“, sagt sie heute. Stattdessen ging’s zu ihm nach Hause, wo sie beide noch das eine oder andere alkoholische Kaltgetränk zu sich nahmen und in der Kiste landeten. Leider war die Motorik von Marias Sexpartner alkoholbedingt aber so eingeschränkt, dass er in der Hitze des Geschehens das Gleichgewicht verlor – und ihr mit einer Schädelwumme (Schiggy!) die Nase brach. Das war dann tatsächlich das Ende der Liaison. „Ich bin direkt ins Krankenhaus und habe nie wieder was von ihm gehört.“ Die Nase ist zum Glück wieder verheilt.
„Vor einigen Jahren habe ich in einer Phase meines Lebens festgesteckt, in der ich intensiv das Tinder-Game gezockt habe“, steigt Felix in seine denkwürdigste Dating-Story ein. Große Erwartungen, darüber bald die Frau seines Lebens kennenzulernen, hatte der junge Stuttgarter nicht. „Ein Match ist mir in dieser trostlosen Zeit aber besonders in Erinnerung geblieben, weil das Profilbild der Frau zunächst aussah, als wäre das ein Fake-Account: Es zeigte eine sehr attraktive Gogo-Tänzerin.“ Kurz nachdem sie angefangen hatten miteinander zu schreiben, schlug die Frau am anderen Ende des Chats schon ein Restaurant für ein Date vor. „Das war ein richtiger Jackpot“, erinnert sich Felix.
Das Treffen fand statt, „war aber auf Anhieb awkward“, sagt er. „Sie war tatsächlich echt und kein Fake-Account – und auch tatsächlich von Beruf Gogo-Tänzerin, aber sie hat mich direkt mit den Worten ‚Du siehst aber nicht aus wie auf deinem Profilfoto‘ begrüßt.“ Trotz der offensichtlichen Abfuhr hat sich Felix den Abend aber nicht schon im Voraus vermiesen lassen, gemeinsam mit ihr gegessen und ein Gespräch geführt, „bei dem es nicht hätte weniger funken können“, wie er selbst im Nachhinein sagt. „Es war richtig langweilig und mir ist nichts eingefallen, um das Date interessanter zu gestalten.“
Während sein Gegenüber seelenruhig sein Essen verspeiste, machte es sich weiterhin auf eine sehr gemeine Art über ihn lustig und ließ ihn am Ende die Rechnung übernehmen. „Meine Selbstachtung war zu der Zeit auf keinem Höhepunkt, darum habe ich mir nichts dabei gedacht, als wir uns noch ein paar Mal getroffen haben, um was zu essen“, sagt Felix. „Die Rechnung ging jedes Mal auf meinen Nacken.“
Irgendwann erzählte seine Langzeit-Dinner-Partnerin ihm dann, dass sie noch weitere Männer wie ihn date und diese meistens nur treffe, wenn sie Hunger habe. „Ich wünschte, ich könnte sagen, dass es dann vorbei war mit uns, aber wir haben uns noch ein paar Mal zum Essen getroffen“, gibt Felix zu. Sich geküsst oder Zärtlichkeiten ausgetauscht haben die beiden über die ganze Zeit keine, spannender wurden die Unterhaltungen auch nicht. „Aber die Rechnung nach dem Essen ging jedes Mal auf mich.“
„Wir haben uns online kennengelernt und in einem Café verabredet“, erzählt Rike. Doch schon beim Kaffeetrinken wurde sie stutzig, als ihr Date die Rechnung verlangte, obwohl ihre Tasse noch halbvoll war. Er schien es eilig zu haben. Den Grund fand die Stuttgarterin dann schnell heraus: „Als dann jede weitere ‚Aktivität‘ (Wochenmarkt, Flohmarkt, Schuhladen …) wieder mit Blick auf die Uhr stattfand, als gäbe es etwas abzuarbeiten, ohne mich zu fragen, ob ich auf etwas Lust hätte, wurde mir immer klarer, dass es ihm eher darum ging, seine To-Do-Liste abzuhaken, als dass wir uns näher kennenlernen.“
Den Schlussstrich zog die junge Frau beim Kauf der Schuhcreme und verabschiedete sich „viel zu höflich“, wie sie heute sagt. „Er hat mir hinterher geschrieben, dass er den Vormittag schön fand“, berichtet sie. „Ich habe dann recht ehrlich geantwortet, dass er mir leider nicht das Gefühl vermittelt hat, Interesse an meiner Person zu haben und habe den Kontakt abgebrochen.“
Der Dating-Start war zugegeben schon etwas holprig, als Sarah nach der ersten halben Stunde allein an der Bar zurückgelassen wurde, weil ihr Date unbedingt ein „historisches Ereignis“ (der VfB hatte gegen den FC Bayern München 4:1 gewonnen) in der Sportschau nachschauen musste. „Man hätte jetzt denken können, er fand mich einfach doof“, sagt Sarah, „aber er hat sich direkt am nächsten Tag wieder gemeldet und wollte abends unbedingt essen gehen.“ Sarah sollte das Restaurant aussuchen. „Er meinte, er würde mich ‚einladen wegen gestern‘.“
Weil jede:r eine zweite Chance verdient hat, kam’s auch zum zweiten Date in einem von Sarahs Lieblingsrestaurants an der Schwabstraße. „Es war ein italienisches Lokal, das es heute nicht mehr gibt, das ich aber damals gerne gemocht habe“, erinnert sich die Stuttgarterin an den Abend zurück. Ihrem Gegenüber ging’s ganz und gar nicht so.
„Er hat von Anfang an am Essen, am Service und sowieso allem rumgemeckert mit der Begründung, dass sein bester Freund Italiener sei und er sich daher bestens mit der italienischen Küche auskenne“, berichtet die Stadtkind-Leserin. Als am Ende der Kellner mit der Rechnung kam, die das Date wohlgemerkt übernehmen wollte als Entschuldigung für den vorangegangenen Sportschau-Bummer, zahlte er lediglich für Sarahs Spezi mit den Worten „Das Essen zahlt sie aber selber!“.
Wer denkt, dass spätestens hier die Story endet, irrt sich. „Danach hatten wir keinen Kontakt mehr, ich war dann – wie ich ihm auch beim Date erzählt hatte – eine Woche im Urlaub“, berichtet Sarah. „Am Ende der Woche hat er sich dann aber doch nochmal gemeldet und gefragt, warum ich bitte keine Bikini-Bilder aus Slowenien geschickt hätte!“ Alles klar.
Thomas hatte sein Date auf einer Dating-App kennengelernt, das tatsächliche Treffen war ungewöhnlich schnell und pragmatisch von ihrer Seite aus festgesetzt worden. „Ich bin eine dreiviertel Stunde in den von ihr vorgeschlagenen Park gefahren“, erinnert sich der Stuttgarter zurück.
„In den ersten zehn Minuten wurde mir dann von ihr eröffnet, dass sie Nymphomanin sei und ich an diesem Tag bereits Mann Nummer zwei bin.“ An der Stelle war für Thomas die Idee von der potenziellen Partnerin aber geplatzt. „Jede:r wie er oder sie mag, aber für mich war das nichts.“
Doch das Date ging erstaunlicherweise noch weiter, denn die Neugier in Thomas siegte: „Da sie aber nett war und man zu dem Thema ja auch nicht jeden Tag einer betroffenen Person Fragen stellen kann, haben wir noch einen Spaziergang durch den Tierpark gemacht und waren etwas essen.“ Was dabei herauskam, fachte das Feuer in Thomas auch nicht unbedingt an. „Sie hat sich wirklich schlecht mit Verhütung und der Übertragung von Geschlechtskrankheiten ausgekannt“, berichtet er. Zu einem weiteren Treffen kam es dann nicht mehr.
„Wir waren nicht von Anfang an auf derselben Wellenlänge, aber wann ist man das schon“, beginnt Lara ihre Geschichte. Ihr Date hatte sie auf einer Dating-App kennengelernt, sie hatten sich fürs erste Treffen einen Spaziergang am Feuersee mit anschließendem Abendessen vorgenommen. „Er hat mir direkt am Anfang des Dates berichtet, dass er Zahnarzt ist“, erzählt die Stuttgarterin, „darauf war er besonders stolz.“ Zu diesem Zeitpunkt dachte sich die junge Frau noch nichts dabei.
Die Wendung nahm das Date, als sie beim Essen saßen. „Er schaute mich schon die ganze Zeit intensiv an“, erinnert sich Lara, „aber er schaute mir nicht in die Augen, sondern auf die Zähne.“ Nach dem Hauptgang passierte dann, wovon sie erst dachte, dass es ein mütterliches Petersilie-aus-den-Zähnen-fischen sei (was schlimm genug gewesen wäre).
„Er streckte seine Hand aus, mir in den Mund und schob meine Oberlippe mit dem Finger hoch.“ Ihr Frontzahn stehe leicht schief heraus, nicht schön sei das, aber schnell korrigierbar. „Er könne mir einen guten Preis machen“, sagt Lena, immer noch mit einer Mischung aus Empörung und Fassungslosigkeit in der Stimme. Ein zweites Date gab es nicht.
„Wir hatten uns über eine gemeinsame Freundin im Club kennengelernt und waren uns sympathisch gewesen“, beschreibt Julia, wie sie Bekanntschaft mit dem Dating-Partner, der ihr noch lange im Kopf bleiben sollte, gemacht hatte. Eigentlich ein guter Start. „Wir haben uns dann auf ein Date getroffen: Er hat mich abgeholt, wir waren essen, etwas trinken und sind später auch noch zusammen feiern gegangen“, erzählt die junge Frau weiter. Es war ein anstrengender Freitag auf der Arbeit gewesen, deswegen sei sie aber nicht mehr lange geblieben und nach Hause gegangen.
Am nächsten Tag hatten sie nochmal lose miteinander geschrieben, „eigentlich nichts von Bedeutung“, sagt sie. Als er Julia am Sonntagmorgen aus heiterem Himmel anrief, war die junge Frau dementsprechend erstaunt. „Er sagte, ich solle mal aus dem Fenster schauen.“ Gesagt, getan. „Und da stand er dann, unter meinem Fenster mit Brötchentüten und einem irgendwie verzerrten Lächeln im Gesicht.“ Sie entschied sich, ihn trotz der etwas creepy Aktion reinzulassen. „Immerhin ist er extra früh aufgestanden und war zum Bäcker gegangen, dachte ich.“
Es stellte sich allerdings heraus, dass der gute Mann überhaupt nicht erst geschlafen hatte. „Stolz erzählte er mir mit Tellerpupillen im Bett – zum Frühstücken sind wir gar nicht gekommen, weil er sich direkt in die Kissen geworfen hat – dass er das ganze Wochenende durchgefeiert hätte. Ich dachte, ich höre nicht recht.“
Und es kam, wie’s kommen musste: „Er war auf Biegen und Brechen nicht mehr aus meinem Bett herauszukriegen“, erinnert sich Julia. „Da ging, nach drei Tagen Party auch einfach nichts mehr, weder geistig noch körperlich.“ Der Situation ausgeliefert, ließ Julia ihr Date zum Schlafen in ihrer Wohnung zurück und übernachtete bei der gemeinsamen Freundin, die sich über ihren gescheiterten Kuppelversuch erst mal was anhören durfte. „Und er auch, nachdem er wieder zu Sinnen gekommen war!“ Zu einem zweiten Date kam’s nicht mehr.
Dieser Artikel erschien erstmals am 24. Februar 2025 und wurde am 21. November aktualisiert.