SV Leonberg/Eltingen VfB Stuttgart fördert lokalen Mädchenfußball

Leonie Maier (hi.) ist mittlerweile Trainerin in der VfB Stuttgart Fußballschule und kommt für ein Fördertraining auch nach Leonberg. Foto: VfB Stuttgart

Der SV Leonberg/Eltingen und die Fußballschule des VfB Stuttgart veranstalten ein gemeinsames Fördertraining für Mädchen aus der Region mit Ex-VfB-Spielerin Leonie Maier.

Leonberg: Flemming Nave (nave)

Leonie Maier stand in ihrer aktiven Fußballkarriere auf vielen Fußballplätzen, etwa in der heutigen Strawberry Arena im norwegischen Solna im Finale der Europameisterschaft oder im prestigeträchtigen Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro im Endspiel der Olympischen Spiele 2016. Seit Anfang Mai steht sie wöchentlich auf dem international unbedeutenderen Sportplatz auf dem Leonberger Engelberg, ihre dortige Aufgabe ist jedoch eine sehr bedeutsame.

 

Die 33-Jährige leitet in Kooperation mit dem SV Leonberg/Eltingen ein Fördertraining der Fußballschule des VfB Stuttgart. Bereits in ihrem letzten aktiven Jahr arbeitete Maier in der Fußballschule, nach ihrem Karriereende 2025 erhielt sie eine Festanstellung als Trainerin und Administratorin.

Beim ersten Schnuppertraining fanden sich über 30 fußballbegeisterte Mädchen auf dem Engelberg ein. Foto: SV Leonberg/Eltingen

„Ich bin mit dem Verein sehr emotional verbunden und bin stolz und dankbar, dass ich in der Fußballschule mitwirken kann“, erzählt die gebürtige Stuttgarterin. Ein Schwerpunkt ihrer Tätigkeit liegt in der Erweiterung des Angebotes im Mädchenfußball, im SV Leonberg/Eltingen hat sich nun der erste Ausrichter für ein externes Fördertraining gefunden.

Maren Heller will eine Heimat für junge Fußballerinnen schaffen

Federführend für die Initiative waren Micha Gühring, Manager der Fußballschule sowie stellvertretender Abteilungsleiter beim SV, und Maren Heller. Die ehemalige Bundesligaspielerin ist seit Mai Koordinatorin für Frauen und Mädchen in der Fußballabteilung des SV. „Ich habe direkt Potenzial gesehen“, berichtet sie – sie möchte ihre Spielerinnen langfristig fördern und ihnen Perspektiven aufzeigen. „Wir wollen im Umkreis eine Fackel setzen“, sagt Heller, der SV Leonberg/Eltingen soll ein zentraler Anlaufpunkt für fußballbegeisterte Mädchen aus der Region werden. Ein Teil dieser Vision ist es auch, den Sportplatz auf dem Engelberg zu einer Heimat für die Fußballerinnen des SV Leonberg/Eltingen zu machen. Heller berichtet, dass etwa die Kabinen vor Ort in Eigenarbeit neu gestrichen werden.

Leonie Maier ist bei den Mädels vom SV Leonberg/Eltingen sehr beliebt. Foto: VfB Stuttgart

Der Verein ist von der D- bis zur B-Jugend im Spielbetrieb der Mädchen vertreten, im VfB Stuttgart gibt es nun ein besonderes Zugpferd, inklusive Ex-Spielerin Leonie Maier. Sie für das Projekt zu gewinnen war für Heller sehr wichtig, sie habe ein besonderes Standing und sei „ein ganz großer Anreiz“, meint die Koordinatorin. Beim VfL Sindelfingen standen Heller und Maier einst als Spielerinnen gemeinsam auf dem Platz, nun tun sie es in Leonberg in anderer Funktion.

VfB Stuttgart will Angebote schaffen – als Teil einer langfristigen Strategie

Der VfB Stuttgart schreibt in seiner Ankündigung der Kooperation, die Fußballschule wolle „ihr Angebot für Mädchen im Großraum Stuttgart ausweiten, Partnervereine unterstützen, fußballbegeisterte Mädchen frühzeitig für den VfB begeistern und vor allem fördern.“ Ein externer Standort sei dabei wichtig, meint Leonie Maier. Der Frauenfußball habe sich weiterentwickelt, es gelte nun, Angebote für die Weiterentwicklung der jungen Spielerinnen zu schaffen. Angedacht ist auch, die teilnehmenden Mädchen zu einem Spiel der VfB-Frauenmannschaft, die sich auf dem Sprung in die erste Bundesliga befindet, einzuladen. Langfristig ist die Heranführung der talentierten Spielerinnen an den Nachwuchsleistungsbereich der Cannstatter ein Ziel der Aktion.

Leonie Maier möchte ein Vorbild für junge Spielerinnen sein

Maier selbst hatte in ihrer Jugend nie die Möglichkeit, das VfB-Trikot auf dem Rasen zu tragen, dieser Traum erfüllte sich für die Anhängerin des Vereins erst zum Karriereende. Nun möchte sie in ihrer neuen Position junge Mädchen für den Sport begeistern und fördern. Maren Heller bezeichnet sie als Vorbild, als solches möchte Maier auch dienen.

In ihrem letzten aktiven Jahr durfte Leonie Maier nicht nur das VfB Trikot, sondern sogar mal die Kapitänsbinde tragen. Foto: Pressefoto Baumann

„Ich will den Mädels zeigen, dass alles möglich ist, dass Träume wichtig sind und dass man sie mit Unterstützung, Ehrgeiz, Disziplin und Spaß erreichen kann“, sagt die 79-malige deutsche Nationalspielerin. Damit die jungen Kickerinnen aus der Region um Leonberg es irgendwann vielleicht auch dorthin schaffen, wohin sie es in ihrer Karriere gebracht hat. Das Ende ihrer Laufbahn war für die langjährige Bundesligaspielerin „nicht einfach, aber ich hatte es mir schwieriger vorgestellt“, gesteht Maier. Dem Fußball bleibt sie aber treu.

Weitere Themen