Das Esslinger Tierheim hat am Samstag erstmals eine Tiertafel organisiert - für Tierhalter, die bei der Versorgung ihrer Vierbeiner Unterstützung gebrauchen können. Für die Aktion gab es eine hohe Spendenbereitschaft.

Bei vielen Tierbesitzern ist das Geld knapp. Das Tierheim in Esslingen hat deshalb am Samstag im Rahmen einer Tier-Tafel-Aktion Futter für Katzen, Hunde und Kleintiere verteilt. Zuvor war die Öffentlichkeit dazu aufgerufen worden, für diese spezielle Verteilaktion zu spenden. „Alles wird immer teurer. Viele Leute haben immer weniger Geld“, weiß Manuela Eberspächer, die im Vorstand des Tierheims ist. Sie rechnete am Vormittag mit 70 bis 80 Besuchern der Tiertafel.

 

Zur Mittagszeit kommt Sylvia Barth mit der vierjährigen Hündin Mia. Die Tierheimmitarbeiter kennen die Esslingerin, weil sie sich ebenfalls ehrenamtlich im Tierheim engagiert. „Wir sind ein Team“, freut sie sich während des Besuchs. Neben herzlichen Worten und Gesten für Mensch und Tier gibt es hochwertiges Nass- und Trockenfutter, Leckerlis sowie kleine Wintermäntelchen und Spielsachen für die geliebten Vierbeiner.

Am Eingang zum Tierheim wurden Dosen und Tüten abgegeben

Auch Ralf Eberhard, Haily Schwarz und Gabriele Ehrenberger, ebenfalls aus Esslingen, kommen zur Mittagszeit. Sie haben zwei ältere große Hunde zuhause, wie sie berichten. Die pelzigen Familienmitglieder können sich in den kommenden Tagen über das eine oder andere Festmahl und schmackhafte Kaustangen für die Zahnpflege freuen.

„Die Futterspendenbereitschaft war toll“, berichtet Eberspächer von den Vorbereitungen. Zu Beginn der Aktion lagen die Dosen und Tüten gestapelt am Eingangsbereich des Tierheims neben dem Neckar. Einst habe es im Zuge der Esslinger Vesperkirche auch Futter für Tiere gegeben. Doch diese Verteilung gibt es jetzt nicht mehr, berichtet Eberspächer. Die Tiertafel ist also umso wichtiger in diesem Dezember. Menschen mit einem Berechtigungsschein können das Futter abholen. Viele davon sind den Mitarbeitern vor Ort auch persönlich bekannt, beispielsweise durch die Zusammenarbeit des Tierheims mit dem Verein „Bürger für Berber“. Mit der Futter-Tafel werde aber nicht allein den Tieren geholfen. Wenn es den Tieren gut gehe, seien auch die Besitzer glücklich, beobachtet Eberspächer.

Im Esslinger Tierheim gibt es derzeit besonders viele Katzen (Archivbild) Foto: Ines Rudel/Ines Rudel

Viele Menschen kämen mit ihren Tieren unverschuldet in schwierige Lebenssituationen, erzählt sie weiter. „Man fällt ganz schnell durch das soziale Netz.“ Etwa bei Krankheit, Arbeitslosigkeit, Scheidung – oder wenn manches zusammenkommt. Die Haustiere seien für diese Menschen oft von einer besonders großen Bedeutung. Sie spenden Gesellschaft, schenken Freude, Wärme und Beistand, auch in schweren Stunden. „Nur weil es jemandem finanziell schlecht geht, kann man nicht die Tiere abgeben“, sagt Eberspächer. Hinzu komme, dass das Tierheim kaum noch Plätze habe.

Besonders viele Katzen im Tierheim warten auf ein neues Zuhause

Im Esslinger Tierheim gibt es derzeit besonders viele Katzen, etwa hundert kleine Fellnasen sind dort untergebracht. „Wir sind dermaßen voll, dass wir nicht mehr wissen wohin“, berichtet Eberspächer. Hunde gibt es momentan 22, ohne die Pensionshunde. Mit vielen Neuzugängen, die als Weihnachtsgeschenk unterm Weihnachtsbaum gelandet sind, rechnet Eberspächer nicht. „Tiere sind keine Weihnachtsgeschenke“, betont sie. Dies habe sich inzwischen wohl herumgesprochen. Die Anschaffung sollte stets wohlüberlegt und gut geplant erfolgen.

Wann die nächste Futter-Tafel stattfindet, wird noch in der örtlichen Presse und im Internet bekannt gegeben. Wichtig ist es Eberspächer, zu betonten, dass Spenden für die Futter-Tafel nicht mit den Futterspenden für das Tierheim vermischt werden. Wer Futter in die Futterbox am Eingang des Tierheims spende, dessen Futter werde auch ausschließlich für das Tierheim verwendet. Wer dagegen gezielt für die Tiertafel spende, spende nicht für den Tierheimbetrieb.