In der Esslinger Altstadt tötet ein Mieter nach Drohungen den Sohn des Vermieters, danach zündet er wohl das Haus an. Die Staatsanwaltschaft erkennt keine Versäumnisse der Behörden.

Im Fall des tödlichen Mietstreits in Esslingen, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen, sieht die Staatsanwaltschaft keine Versäumnisse der Behörden und wird keine Ermittlungen einleiten. Die Prüfung hatte mehrere Monate gedauert, die Staatsanwaltschaft Heilbronn teilt nun mit, dass es keine Anhaltspunkte für strafbares Verhalten der beteiligten Behörden gebe.

 

Der Generalstaatsanwalt in Stuttgart hatte die Staatsanwaltschaft in Heilbronn mit der Prüfung beauftragt, um mögliche Interessenskonflikte zu verhindern. Diese hatten das Vorgehen von Beteiligten der Staatsanwaltschaft Stuttgart, der Stadt Esslingen, des örtlichen Gesundheitsamts und des zuständigen Polizeipräsidiums in Reutlingen geprüft

Die Beteiligten hätten zum Entscheidungszeitpunkt, also vor der Tat, fachlich und rechtlich vertretbar gehandelt, begründen die Prüfer ihre Entscheidung. So habe etwa kein Anfangsverdacht wegen unerlaubten Herstellens oder Besitzes einer Schusswaffe vorgelegen, der eine Durchsuchung bei dem Mieter gerechtfertigt hätte.

Bei der Tat in einem Haus in der Esslinger Altstadt hatte ein 61 Jahre alter Mieter zunächst den 31-jährigen Sohn des Vermieters mit einem selbstgebauten Schussapparat getötet - und dann sich selbst. Zudem soll der Mann ein Feuer gelegt haben. Auch die Verlobte des Sohnes des Vermieters war lebensgefährlich verletzt worden. Nach Erkenntnissen der Polizei waren Mietstreitigkeiten Auslöser für die Tat. Am nächsten Tag hätte die Wohnung des Mieters zwangsgeräumt werden sollen.

Am Tatort bekundeten die Esslinger ihre Anteilnahme. Foto: Ines Rudel

Der Hauseigentümer und Vater des Getöteten hatte nach der Tat in der „Stuttgarter Zeitung“ und im SWR der Polizei vorgeworfen, sie hätte davon gewusst, dass der mutmaßliche Täter selbstgebaute Waffen habe. Zudem soll der Mieter nach Angaben des Mannes einem anderen Mieter erzählt haben, er werde den Sohn des Vermieters umbringen und das Haus anzünden, sollte er ausziehen müssen. Das habe er auch der Polizei gemeldet, so der 76-Jährige.